Remigen

Das Stimmvolk hat das letzte Wort: Was für und gegen den Jurapark-Beitritt spricht

Die in die Juralandschaft eingebetteten Rebberge sind charakteristisch für die Gemeinde Remigen.

Dorf Remigen

Die in die Juralandschaft eingebetteten Rebberge sind charakteristisch für die Gemeinde Remigen.

Das Stimmvolk in Remigen fällt seinen Entscheid am Sonntag, 29. November, an der Urne im Rahmen der Referendumsabstimmung.

Gegen den Gemeindeversammlungsentscheid von Anfang September ist in Remigen das Referendum mit 215 gültigen Unterschriften zu Stande gekommen. Mit 28 zu 29 Stimmen wurde damals der Beitritt zum Jurapark Aargau knapp abgelehnt. Deshalb kommt es beim Begehren des Gemeinderats, dem Jurapark beizutreten, am 29. November zur Urnenabstimmung. Da die Gegner des Jurapark-Beitritts auf das Angebot der AZ verzichteten, ihre Argumente detailliert darzulegen, werden hier die Ausführungen aus dem Abstimmungsbüchlein zusammengefasst.

Für das Aktionskomitee der Remiger Winzer, dem Bruno Hartmann vorsteht, ist klar, dass die Gemeinde mit ihrer Landschaft und Kultur zum Jurapark Aargau und zu seinen Zielen passt. «Wir leben in einer intakten Dorfgemeinschaft und schönen Landschaft. Darum hat sich Remigen vom traditionellen Bauern- und Winzerdorf zu einer beliebten Wohngemeinde entwickelt», halten die Jurapark-Befürworter fest. Das Zusammenleben sei von gutem Einvernehmen, Respekt und Weitsicht geprägt.

Wichtig für Landwirtschaft und Forstbetrieb Geissberg

«Der Jura, die Wälder und Felder sind ein attraktives Naherholungsgebiet. Dazu bilden die Rebberge eine unverwechselbare Dorfkulisse», schreiben die Winzer. Das sei Lebensqualität und ein wichtiger Grund, dass man sich in der Gemeinde wohlfühle. Und weiter: «Wir Winzer sind stolz, dass wir mit unserer Arbeit diese Vorzüge fördern können. Auch der Landwirtschaft und dem Forstbetrieb Geissberg sowie Vereinen und Einzelpersonen ist die Erhaltung unseres Erholungsraums mit der Pflanzen- und Tierwelt wichtig.»

Der Jurapark fördert laut dem Aktionskomitee Arten und Lebensräume, unterstützt Natur- und Landschaftsprojekte, bietet Bevölkerung und Schulen Exkursionen an, koordiniert den Informationsaustausch der Behörden und betreibt das Netzwerk Genuss-Strasse, das Produkthersteller, Gastrobetriebe und Dorfläden sowie lokale Einkaufsmöglichkeiten unterstützt. Von dieser Standortförderung könnte Remigen profitieren.

In seiner Stellungnahme fasst der Gemeinderat zusammen: «Gerade in der heutigen Zeit des Klimawandels ist es wichtig, nicht nur mit Taten und Projekten vor Ort, sondern im Allgemeinen auf die Schönheit und den Wert der Natur aufmerksam zu machen.» Die Nachkommen würden mit den Auswirkungen der Klimaveränderungen am stärksten konfrontiert. «Umso mehr liegt es in unserer Verantwortung, die nächste Generation auf die anstehenden Themenfelder vorzubereiten und zu sensibilisieren», hält die Exekutive fest. Dazu biete der Jurapark Aargau eine äusserst wertvolle Plattform.

Der Verwaltungsapparat des Juraparks ist zu gross

Die regionale Wirtschaft erhält laut dem Gemeinderat mit einem Parkbeitritt neue Möglichkeiten, sich gegenüber der Konkurrenz mit ihren Produkten abzuheben und diese noch besser zu vermarkten.

Die Gegner des Jurapark-Beitritts störten sich an der Gmeind an der Grösse des Parks und des Verwaltungsapparats mit Vorstand, Geschäftsstelle und X Projektleitern. Das habe zur Folge, dass der Park der kleinen Gemeinde Remigen für den jährlichen Beitrag von 5 Franken pro Einwohner keinen direkten Nutzen bringe. Und der Verwaltungsapparat sei derart kostenintensiv, dass ein grosser Betrag alleine dafür aufgewendet werde. Stattdessen soll der Juraparkfünfliber direkt in Remigen investiert werden, etwa für höhere Vereinsbeiträge. So blieben die Steuergelder im Dorf. Vermarkten könne man Remigen über die Angebote des Regionalplanungsverbands Brugg.

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