Ist ein Sommer in Windisch ohne Freilicht-Spektakel im Königsfelder Areal denkbar? Nein.

Den Initianten und Regisseur Rico Spring freuts,wenn er erfährt, dass das Publikum nicht ohne diesen Anlass sein kann. Im vergangenen Jahr erwies sich die Mundart-Komödie «Im Aargau sind zwöi Liebi» als Zugpferd; 2013 soll «Hinter den 7 Gleisen» nach dem Schweizer Kultfilm von Kurt Früh ein Renner werden.

Die Vorzeichen stehen gut: Innert zwei Wochen nach Vorverkaufsbeginn waren bereits 3600 Billette weg. Das ist mehr als die Hälfte von 6270 Karten (Budget: 400 000 Franken).

Der Erfolg verschafft Rico Spring Luft – schliesslich muss die 330-plätzige Tribüne im Innenhof der Klinik Königsfelden an 19 Abenden gut bis sehr gut besetzt sein, soll kein Verlust eingefahren werden.

Eine glückliche Hand

Die ersten Vorverkaufsergebnisse zeigen, dass Spring mit der Wahl von «Hinter den 7 Gleisen»eine glückliche Hand hatte.

Weshalb hat er Katja Frühs Bühnenfassung gewählt? «Wir wollen eine breite Palette von Freilicht-Spektakeln zeigen, damit die Zuschauer jedes Jahr überrascht werden», sagt Spring und erwähnt augenzwinkernd «einen Hauch von Nostalgie, der für einmal sein darf».

Als Tüpfelchen auf dem i führt er dies an: Die Bühnenfassung von «Hinter den 7 Gleisen» wird erstmals im Kanton Aargau gezeigt. Anders als 2012 inszeniert Spring 2013 nicht selbst: Regie führt diesmal Peter E. Wüthrich – ein Mann mit langjähriger Erfahrung im Umgang mit Freilicht-Spektakeln.

Wüthrich und ein hoch motiviertes Amateur-Ensemble proben seit Wochen in Königsfelden. «Draussen», merkt Spring trocken an und blickt zum Himmel, der einmal mehr wolkenverhangen ist.

Wolken hängen im übertragenen Sinne auch über der Zukunft des Aargauischen Freilicht-Spektakels. Obwohl sich «Hinter den 7 Gleisen» so gut anlässt? Rico Spring nickt: «2014 wird das zehnte, vorläufig letzte Spektakel mit der Boulevardkomödie ‹Die französische Seemannsbraut› über die Bühne gehen.»

Weshalb? Spring führt den Umbau der Psychiatrischen Dienste (PDAG) an. Man müsse schauen, wie sich das Ganze entwickle. Dass es danach gar kein Aargauisches Freilicht-Spektakel mehr geben wird, kann sich Rico Spring allerdings nicht wirklich vorstellen. Und das vor allem, weil die Zusammenarbeit mit der Gemeinde Windisch, der Psychiatrischen Dienste, den Firmen sowie den vielen freiwilligen Helferinnen und Helfern über Jahre harmonisch und reibungslos verlaufen sei.

«Spielen wir im Königsfelder Areal, sind wir mit allem und jedem vertraut; jeder Handgriff sitzt», fügt Spring hinzu.

«Der Schachen ist eine Option»

Das schöne Ambiente von Königsfelden ist für das Publikum entscheidend für einen Besuch: Erstaunlich, dass indessen nicht etwa die Nachbarstadt Brugg mit etwa 800 von über 6000 Besuchern den Hauptanteil stellt, sondern Auswärtige.

Wie geht es weiter? Rico Spring will nicht allzu viel sagen: «Der Brugger Schachen wäre 2016 eine Option.» Somit bleibt von 2014 bis dahin genügend Zeit, um zu überlegen, wohin das Aargauische Freilicht-Spektakel steuern will oder kann. Nichts ist sicher, weiss Rico Spring, aber: Selbst Regie führen will der Theaterautor und Regisseur nicht mehr. Ist das sicher? Rico Spring lächelt.