Schinznach-Dorf

Der «Bären» erstrahlt in neuem Glanz – öffnet aber noch nicht am 11. Mai

Im Schinznacher Gasthof ist die Handschrift von Besitzerin Silvia Spicher deutlich zu sehen – Gastgeberin ist Sandra Meyer.

Lange mussten die Schinznacher warten auf gute Neuigkeiten aus dem Gasthof Bären. Mitte Oktober 2019 die Erlösung: In letzter Minute konnten Silvia und Markus Spicher, die in der Nähe wohnen, den Gasthof erwerben. Treibende Kraft war Silvia Spicher, die es sich nicht vorstellen konnte, dass der wunderschöne Saal im Obergeschoss Wohnungen weichen muss.

Inzwischen wurde viel gearbeitet. Die biederen Hotelzimmer verwandelte Spicher mit ihrem guten Gespür für Inneneinrichtung in moderne, gemütliche Räume. Die Möbel und die Tapete wurden auf die jeweiligen Vorhänge abgestimmt. Spicher legte viel wert darauf, dass Vorhandenes nicht weggeworfen und Altes wiederverwendet wird. So hat sie etwa Lampen, die sie im Estrich des Gasthofs gefunden hat, umgespritzt. In jedem Zimmer hängen zudem Kunstfotografien, die ihre Tochter Andrea gemacht hat.

Lauschige Gartenwirtschaft liegt hinter dem Haus

Eine Neuerung erfahren hat auch der schöne Saal im Obergeschoss. Vorhänge sorgen nun für eine bessere Akustik. Entsprechend sei es nun möglich, Feste wie eine Hochzeit im Saal zu feiern, ohne danach einen Gehörschaden zu erleiden, sagt Silvia Spicher und lacht. Zudem führt nun eine Verbindung vom Saal direkt in die lauschige Gartenwirtschaft hinter der Liegenschaft. Von dort können die Gäste den Blick ins Grüne geniessen. Neu ist ausserdem eine Raucher-Lounge, die im Shabby-Chic-Look gehalten ist.

Die Gaststube hingegen wurde so übernommen, wie sie die Vorgänger hinterlassen haben. Gastgeberin wird Sandra Meyer, 36, aus Dintikon sein. Die Pacht übernommen haben die Gebrüder Müller, die auch den Gasthof zum Roten Löwen in Oberrohrdorf führen. Im «Bären» soll künftig Schweizer Küche angeboten werden. Zwei Personen sind in der Küche eingeplant, zwei im Service und eine Person in der Hauswirtschaft.

Allerdings nicht ab dem 11.Mai. «Mit den heutigen Einschränkungen bezüglich der Gästeanzahl, der Distanz zwischen den Tischen und auch dadurch, dass die Reiseeinschränkungen aus dem Ausland immer noch vorhanden sind, erachten wir es als ein zu grosses Risiko, den Betrieb am 11.Mai zu eröffnen», sagt Roger Müller. Im Gegensatz zum «Bären» werde man den «Roten Löwen» in Oberrohrdorf am 11.Mai wieder anlaufen lassen. «Das gibt uns die Möglichkeit, Erfahrungen mit dem Schutzkonzept zu sammeln, das wir dann auch für den ‹Bären› anwenden können», erklärt Müller. «Wir werden ein Gefühl entwickeln, wie die Gäste mit der Situation umgehen.»

Sofern die Lockerung ab 8.Juni weiter geht und «sich die Gäste aus dem Haus getrauen, werden wir den ‹Bären› dann öffnen», so Müller. Daher plane man die Wiedereröffnung des Traditionsgasthofs auf diesen Zeitpunkt. Auch eine Neueröffnungsfeier soll dann stattfinden.

«Es war stets mein Traum, einen Gasthof zu führen»

Sandra Meyer und ihr Team sind dafür bereit. Die 36-Jährige freut sich auf die neue Aufgabe. Sie hat eine Ausbildung als Hotelfachassistentin und Servicefachangestellte. Im Alter von 24 Jahren war sie bereits Chef des Service. In den letzten Monaten hat sie die Ausbildung zur Gastrounternehmerin abgeschlossen. «Es war stets mein Traum, einen Gasthof zu führen. Leider fand ich bisher nie den Richtigen.» Mit dem «Bären» sei das anders.

«Schinznach gefällt mir. Als Dorfkind und Bauerntochter fühle ich mich in der ländlichen Umgebung wohl. Ich bin sicher, dass der ‹Bären› und ich ein gutes Team sein werden.» Als unkompliziert, menschlich und lustig beschreibt sie ihre Crew. Besonders rührend fand Meyer, dass sich bereits einige Schinznacher bei ihr vorgestellt haben und die ursprünglichen Besitzer, Fritz und Ursula Amsler, ihre Hilfe angeboten haben. «Es sind alle so offen und herzlich», sagt Meyer. Umso grösser ist die Vorfreude auf die Wiedereröffnung.

Aargauer Gastro-News 2020

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