Windisch

Der Kanton hebt den Ressortentzug auf – Schulpflege überlegt, den Entscheid anzufechten

Schulanlage Dohlenzelg

Schulanlage Dohlenzelg

Die Beschwerden der Windischer Schulpflegemitglieder Suad Maliqi und Zeynep Karavus wurden nach knapp einem Jahr gutgeheissen. Ob ihnen für den Rest der Amtsperiode wieder Aufgaben zugeteilt werden, ist unklar.

Seit Mitte Dezember 2019 stehen Suad Maliqi und Zeynep Karavus in der fünfköpfigen Windischer Schulpflege ohne Ressorts da. Diese wurden ihnen von den anderen Schulpflegern entzogen. Die Gründe dafür wurden damals nicht öffentlich gemacht. Maliqi (parteilos, aber von der SP portiert) und Karavus (damals noch CVP-Mitglied, inzwischen aus der Partei ausgetreten) reichten gegen den Ressortentzug Beschwerden beim Kanton ein.

Fast ein Jahr später bestätigt das kantonale Departement Volkswirtschaft und Inneres (DVI), dass die Gemeindeabteilung diese Beschwerden gutgeheissen und der Ressortentzug bei den beiden Mitgliedern der Schulpflege aufgehoben worden ist. «Diese Entscheide sind noch nicht rechtskräftig», betont DVI-Sprecher Samuel Helbling.

Schulpflege überlegt sich, den Entscheid anzufechten

Derzeit ist Schulpflegepräsidentin Isabelle Bechtel zusammen mit Amir Nuredini sowie Mohamed Saleh, den beiden anderen Schulpflegemitgliedern mit Ressortzuständigkeiten, am Überlegen, allenfalls Beschwerde gegen die Entscheide des Kantons einzureichen. Zeynep Karavus und Suad Maliqi äussern sich nicht zur gutgeheissenen Beschwerde. Auch auf die schriftliche Frage, welche Ressorts sie gerne hätten, wenn sie frei wählen könnten, geben die beiden keine Antwort. Telefonisch sind sie nicht erreichbar.

Im Januar dieses Jahres hielt Suad Maliqi gegenüber der AZ fest:

In einem Brief forderten 88 Lehrpersonen und alle Schulleiterinnen den sofortigen Rücktritt von Maliqi und Karavus. Den sofortigen Rücktritt dieser beiden Schulpflegemitglieder erachteten damals auch die beiden Parteien CVP und SP als die beste Lösung.

In gut einem Jahr wird die Schulpflege abgeschafft

Anfang August des vergangenen Jahres übergab Suad Maliqi das Schulpflegepräsidium an die neu gewählte Isabelle Bechtel. Er hatte dieses Amt nach dem Rücktritt von Judith Zürcher interimistisch inne. Die Neukonstituierung sei dann durch einen externen Berater moderiert worden. Danach haben laut Maliqi die Probleme begonnen. In der Schulpflege war er zuständig für Personalwesen, Organisationsentwicklung, Musikschule und HPS. Karavus hatte die Bereiche Rekurswesen, Disziplinarwesen, Konflikt- und Krisenmanagement sowie Schulsozialarbeit unter sich.

Abgesehen vom erwähnten Beschwerdeverfahren ist die Schulpflege mit der Coronapandemie sowie der vom Aargauer Stimmvolk beschlossenen Auflösung der Schulpflege zusätzlich gefordert. Gut möglich, dass jetzt auf Zeit gespielt wird.

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