Ist die regionale Standortförderung messbar? Wie kann der Nutzen für die Gemeinde Windisch beziffert werden? Diese Fragen stellten sich die Einwohnerräte am Mittwochabend in der Diskussion um den Kredit von 20 000 Franken für die regionale Standortförderung.

Parteiübergreifend war klar: Anlässe wie der Slow-up oder die Wandertage setzen die Region in ein gutes Licht und sind dem Image förderlich. Umstritten war aber, welche Bereiche denn in die Standortförderung gehören. So fand eine Mehrheit der Bürgerlichen, dass beispielsweise der Bereich Wohnen nicht unter die Standortförderung fallen sollte. Zudem fand die FDP, dass der Kostenteiler – einmal mehr – nicht gerecht sei. Wiederum müssten die Zentrumsgemeinden Brugg und Windisch den grössten Teil tragen. Das hatte zur Folge, dass die FDP einen Rückweisungsantrag stellte und forderte, dass der Gemeinderat das Geschäft nochmals überarbeitet, vor allem, um einen neuen Kostenteiler zu finden.

Lieber gemeinsam, als alleine

Dies wiederum erachtete SP-Einwohnerrat David Roth als nicht sinnvoll. «Man hat intensiv über den Kostenteiler diskutiert. Wenn man ihn jetzt zurückweist, verursachen wir schlechte Stimmung und grosse Arbeit.» Es sei auch zu beachten, dass man mit einer Annahme die Stelle von Verena Rohrer von Brugg Regio aufs Spiel setzen würde. Ähnlich sah es Gemeindeammann Heidi Ammon: «Alle anderen Gemeinden haben diesen Kostenteiler bereits bewilligt. Zudem ist es einfacher, gemeinsam den regionalen Standort zu fördern, als alleine. Weitere Verhandlungen wären sehr schwierig.»

Letztlich wurde der Rückweisungsantrag mit 24:11 Stimmen abgelehnt. Doch der Kredit für die Standortförderung war weiterhin umstritten. So war die CVP der Meinung, dass die regionale Standortförderung Windisch keinen grossen Nutzen bringt. SVP-Einwohnerrat Andreas Baschnagel brachte ein Beispiel aus dem Gemeinderanking. 2009 sei die Gemeinde Windisch noch auf dem 563. Platz zu finden gewesen (von 860 Gemeinden), 2014 noch auf Rang 670. Seine Schlussfolgerung: «Wir fahren die Ausgaben hoch, trotzdem rutschen wir im Ranking ab.» Dennoch bewilligte der Einwohnerrat am Ende den Budgetkredit von 20 000 Franken mit 20 Ja- zu 15 Nein-Stimmen. Die Motion von Andreas Anner (SVP) wurde aber einstimmig abgeschrieben. Die Motion forderte eine Stelle für professionelles Standortmarketing in der Gemeinde Windisch. Der Gemeinderat wünscht sich allerdings, dass in der Standortförderung vor allem auch die Wirtschaftsbetriebe unterstützt werden.

Ja zum neuen Gemeindevertrag

Weiter genehmigte der Einwohnerrat den neuen Gemeindevertrag über die Aufnahme von Schülern an die Oberstufe. Für den Rat war klar, dass eine angemessene Bezahlung durch die Gemeinden für das Angebot der Schule gerechtfertigt ist. Mit dem neuen Schulvertrag steigen die Zahlungen der Partnergemeinden um rund 180 000 Franken pro Jahr im Vergleich zu heute.

Zudem nahm der Einwohnerrat die Rechnung und den Rechenschaftsbericht aus dem Jahr 2014 an. Die Fraktionen lobten die Budgetdisziplin und den sparsamen Umgang mit den Ressourcen.

In einer kleinen Anfrage wollte David Roth (SP) vom Gemeinderat wissen, ob diese klar kommunziert hat, dass in dieser Legislaturperiode Zusammenschlussdiskussionen kein Thema sind. Die Antwort von Heidi Ammon: «Wir tauschen uns regelmässig mit Brugg aus. Zu den Fusionsabklärungen zwischen Brugg und Schinznach-Bad wird sich der Gemeinderat nach den Sommerferien austauschen. Zudem wollen wir die Zukunftsworkshops abwarten.»