Bezirksgericht Brugg

Der Mädchenschänder Jan L. ist therapierbar und muss nicht ins Gefängnis

Verwahrung im Gefängnis oder Weiterführung der Therapie? Das Gericht entschied sich für Letzteres. Screenshot TeleM1

Verwahrung im Gefängnis oder Weiterführung der Therapie? Das Gericht entschied sich für Letzteres. Screenshot TeleM1

Vor 13 Jahren missbrauchte Jan L. in Effingen ein neunjähriges Mädchen und versuchte es zu töten. Seine vorläufige Verwahrung muss er (vorerst) nicht im Gefängnis absitzen.

Der Mädchenschänder Jan L. ist therapierbar und muss vorerst nicht ins Gefängnis

Der Mädchenschänder Jan L. ist therapierbar und muss vorerst nicht ins Gefängnis

Ist der 35-jährige Jan L. therapierbar oder nicht? Mit dieser Frage befasste sich am Dienstag das Bezirksgericht Brugg.

Vor 13 Jahren beging er eine abscheuliche Tat: Er entführte in der Westschweiz ein neun Jahre altes Mädchen.

Nachdem er es in einem Waldstück in Effingen sexuell missbraucht hatte, versuchte er es mit seinen Händen zu erdrosseln. Danach flüchtete er.

Das Mädchen konnte sich mit letzter Kraft zu einem nahe gelegenen Bauernhof retten.

Verwahrung oder nicht?

Das Aargauer Obergericht verurteilte Jan L. damals zu 14 Jahren Gefängnis und einer Verwahrung.

Am Dienstag galt es am Bezirksgericht Brugg abzuklären, ob Jan L. seine Therapie fortführen kann oder wieder ins Gefängnis muss.

Staatsanwalt Sandro D’Ignazio forderte, dass die stationäre Therapie um weitere 5 Jahre verlängert wird.

Dies, da Jan L. weiterhin therapiewillig und gemäss psychiatrischem Gutachten auch therapiefähig sei. Das Gesetz verlange bei einer solchen Prognose, dass der Therapieweg weiter beschritten werde.

Der Verteidiger von Jan L. verlangte eine Fortführung der Therapie um lediglich 3 Jahre.

Sein Mandant hätte viele Fortschritte gemacht. Eine erneute Beurteilung von Jan L. wäre nach diesem Zeitpunkt vorzunehmen gewesen.

Das Bezirksgericht Brugg folgte dem Antrag des Staatsanwaltes und verlängerte die stationäre Therapie um 5 Jahre.

Demgemäss wird Jan L. dann erneut beurteilt und entschieden, was mit ihm geschieht.

Die Varianten reichen von einer möglichen Verwahrung, über die Fortsetzung der Therapiemassnahme bis hin zur Freilassung. (rhe)

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