Windisch
Der Rütenen-Kredit geht zurück an den Absender in Windisch

Der Windischer Einwohnerrat hat am Mittwochabend die Botschaft kritisiert zur geplanten Sanierung des Dachs des Schulgebäudes Rütenen.

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Schulhaus Rütenen

Schulhaus Rütenen

Severin Bigler

Ein Marder hat dem Dach des Schulhauses Rütenen stark zugesetzt. Dass Handlungsbedarf besteht, darüber hat Einigkeit geherrscht im Windischer Einwohnerrat am Mittwochabend. Trotzdem ist der Kredit für die Sanierung zur Überarbeitung zurückgewiesen worden.

Die Gemeinderäte Max Gasser (FDP) und Bruno Graf (SP) baten in ihrer Einführung eindringlich darum, den 780000 Franken zuzustimmen. Das Vorhaben sei dringend nötig und müsse zeitnah umgesetzt werden, um die bestehenden Mängel beheben zu können.

Fragen zu den Kosten und zur Etappierung

Für Fredy Bolt von der Finanz- und Geschäftsprüfungskommission (FiGPK) allerdings liess die Botschaft des Gemeinderats sehr viele Fragen offen. Bolt erwähnte die Kosten, die Varianten oder die Etappierung. Nach der Dachsanierung im 2021 ist in einem zweiten Schritt die Erneuerung von Fenstern und Fassade vorgesehen im Zeitraum zwischen 2027 bis 2028.

Unklar sei ebenfalls, warum keine Abklärungen getroffen wurden für eine Photovoltaikanlagez, so Bolt. Kurz: Die Botschaft wirke nicht durchdacht, es fehle eine gesamthafte Analyse von Kosten und Nutzen. Die FiGPK beantrage deshalb eine Rückweisung, um die offenen Punkte zu klären und dem Einwohnerrat eine fundierte Botschaft zukommen zu lassen.

Giovanna Feusi (SP) schloss sich diesen Ausführungen an. Es fehle die Entscheidungsgrundlage. Ihr Parteikollege Thomas Wernli bemängelte, dass der Einwohnerrat unter Zeitdruck gesetzt werde. Auch Stefan Fehlmann (EVP) war nicht überzeugt von der Botschaft. Es gebe mehr Fragen als Antworten. Es gelte, noch einmal über die Bücher zu gehen.

Unbestritten waren Kredite für Tulpen- und Pappelweg

Bruno Kaufmann (FDP) hielt dagegen. Er befürchtete Verzögerungen, verwies auf die kommenden grossen Projekte. Müsse mit Provisorien gearbeitet werden, werde es teurer. Auch Elsbeth Hofmänner (CVP) sprach sich dafür aus, dieses Vorhaben nicht auf die lange Bank zu schieben. «Wir müssen in den sauren Apfel beissen.» Ein Fragezeichen machte sich allerdings zu den weiteren Massnahmen. Es sei nicht sinnvoll die Fassade zu ersetzen, wenn diese die Lebensdauer noch nicht erreicht habe.

Gemeinderat Max Gasser machte keinen Hehl daraus, dass er grosse Mühe bekunde mit dem Rückweisungsantrag. Der Einwohnerrat wisse ganz genau, wo die Prioritäten liegen, stellte er fest. Die Botschaft ziele auf die Dachsanierung ab, nicht auf eine Gesamtsanierung. Offene Fragen gebe es ganz klar keine mehr. Die 33 anwesenden Einwohnerräte – von insgesamt 40 – sahen es anders und nahmen den Rückweisungsantrag mit 17 zu 13 Stimmen an.

Unbestritten waren in der Folge die vier Kredite von insgesamt 1,925 Mio. Franken für die Erneuerung von Tulpen- und Pappelweg. Diese wurden alle mit grosser Mehrheit angenommen. Ebenfalls genehmigt wurden die Kreditabrechnung Ersatz Beleuchtung Sportanlage Dägerli sowie die Kreditabrechnung Planerevaluation Neubau Schulanlage Dohlenzelg. In Pflicht genommen worden ist zudem Kathrin Büchli (EVP) als neues Mitglied des Einwohnerrats.