Im Altersleitbild der Stadt Brugg, das 2008 erarbeitet wurde, wurde detailliert festgehalten, welche altersspezifischen Ziele verfolgt werden sollen und welche Massnahmen dazu nötig sind. Als eine dieser Massnahmen kristallisierte sich die Schaffung einer Freiwilligenorganisation heraus. Diese wurde dann 2009 unter dem Namen «Seniorenrat» gegründet.

Der erste Präsident, René Kunz, notierte: «2009, am Abend des Dreikönigstags, trafen sich die zehn Gründungsmitglieder im Dachgeschoss der Keller-Keller-Villa. Nach zwei Stunden intensiver Diskussionen waren die Vereinsstatuten beschlossen, die Ämter verteilt und damit der Seniorenrat der Stadt Brugg gegründet.»

Nun musste der neue Verein den Brugger Seniorinnen und Senioren vorgestellt werden. Grafiker Sepp Marty gestaltete unentgeltlich den Flyer, der in einer 1. Auflage zu 1000 Stück – notabene aus dem eigenen Sack bezahlt – unter die Leute gebracht werden musste. 

Grosse Palette von Aktivitäten

Die Mitgliederzahlen stiegen von Monat zu Monat in einem Ausmasse, von dem die Initianten nie geträumt hatten. «Einen grossen Anteil am Erfolg hatten auch die medialen Beiträge von Elisabeth Feller vom AZ-Büro in Brugg, die das Wirken des Seniorenrats über lange Zeit begleitete», heisst es in der Medienmitteilung des Seniorenrats.

Heute hat der Seniorenrat über 500 Mitglieder und bietet eine vielfältige Palette von Aktivitäten an. Neben altersspezifischen Informationsveranstaltungen liegt der Schwerpunkt bei niederschwelligen Angeboten, die es den Mitgliedern ermöglichen, sich zu treffen, auszutauschen und Kontakte zu knüpfen und pflegen. Dies soll auch einer möglichen Vereinsamung entgegenwirken.

Mehrere Arbeitsgruppen haben sich gebildet, die ein breites Spektrum von Anlässen organisieren: Von aktiver Bewegung über Tagesausflüge bis gemütlichem Beisammensein ist alles dabei. «Auf diese Art versuchen wir, den unterschiedlichen Interessen unserer Mitglieder gerecht zu werden», schreibt der heutige Präsident Roland Leupi. «Altersbedingt fallen einigen unserer Mitglieder gewisse Tätigkeiten nicht mehr so einfach wie früher. Hier springen freiwillige Helfer des Vereins in die Bresche.» Von kleinen Handreichungen im Haushalt über Hilfe bei Computerproblemen bis Fahrdienst werde Vieles angeboten. 

Austausch mit anderen

Unterstützend wirkt dabei die Koordinationsstelle «Alter Region Brugg», die ebenfalls als Resultat des Altersleitbildes ins Leben gerufen wurde. Für den Seniorenrat übernimmt sie die Vermittlung der Freiwilligendienste, hilft bei der Koordination von Terminen zusammen mit andern Organisationen und wirkt auch bei den Vorstandssitzungen beratend mit. Zudem gibt sie monatlich einen organisationsübergreifenden Veranstaltungskalender heraus. Einmal jährlich trifft sich der Vorstand des Seniorenrats zum Informationsaustausch mit dem Vorstand des «forum 60 plus», welches in Habsburg, Hausen, Mülligen und Windisch ähnliche Ziele verfolgt.

Zum Schluss hält Leupi fest, dass er allen, die sich als Organisatoren von Anlässen oder als Helfer bei den vielfältigsten Gelegenheiten für den Verein einsetzen, danken möchte. «Ein Verein lebt vom Engagement seiner Mitglieder», sagt er. (az)