Brugg

Der Stadtrat hält an gemischter Altstadt-Nutzung fest

Daniel Moser, Stadtammann

«Legt man den Fokus nur aufs Wohnen, befürchten wir, dass die Altstadt noch ganz einschläft.»

Daniel Moser, Stadtammann

Ammann Daniel Moser sagt, wie die Zusammenarbeit mit der IG Aargauer Altstädte läuft. Einmal mehr zeigt sich, dass die Interessen, Prioritäten und Wünsche der Bewohner divergieren.

Die Altstädte sind im Wandel. Immer wieder wird überlegt, wie sie attraktiver gestaltet werden können. Das ist auch in Brugg der Fall: Es geht um ansprechenden Wohnraum, einen ausgeklügelten Ladenmix, gut frequentierte Gastrobetriebe, ein breit akzeptiertes Verkehrskonzept sowie um kulturelle Anlässe.

«Das Problem ist ja nicht neu, aber mit der im letzten Sommer gegründeten IG Aargauer Altstädte sollen neue Wege gefunden sowie Ideen und Erfahrungen ausgetauscht werden, um die Attraktivität für Bewohner, Gewerbetreibende und Besucher zu steigern», sagt Stadtammann Daniel Moser aus Brugg. Er ist für die Stadt Brugg die Kontaktperson zum Verein der IG Aargauer Altstädte. Mitglieder sind alle zwölf Aargauer Altstädte sowie der ehemalige Marktflecken Bad Zurzach.

Auch in den drei neu geschaffenen Arbeitsgruppen ist die Stadt Brugg vertreten. In der Gruppe «Tourismus, Kultur und Veranstaltungen» arbeitet Bea Weber mit, im Bereich «Nutzer und Entwickler» Jürg Dietiker und in der Wirtschaftsgruppe, die Gewerbe und Gastro umfasst, sind Christian Meier vom Buono-Laden und Hanspeter Erismann von der Boutique Fil à Fil beteiligt. Im Auftrag des Vereins erarbeiten die einzelnen Arbeitsgruppen Grundlagen für die beteiligten Gemeinden. «Die Arbeitsgruppen sind noch in der Anfangsphase. Die Projekte sind im Aufbau. Konkrete Massnahmen für Brugg liegen noch nicht auf dem Tisch», erklärt Daniel Moser.

Anliegen fliessen in BNO-Revision ein
Im letzten Mai führte eine vom Brugger Stadtrat eingesetzte Arbeitsgruppe einen öffentlichen Workshop zur Zukunft der Altstadt durch. Rund 100 Interessierte diskutierten verschiedene Themen im Salzhaus. Was ist seither passiert? «Der erfolgreiche Anlass wurde ausgewertet und zusammengefasst», so Daniel Moser weiter.

Über die Firma Metron sollen die Erkenntnisse nun in die Revision der Bau- und Nutzungsordnung (BNO) einfliessen. Es habe sich einmal mehr gezeigt, dass die Interessen, Prioritäten und Wünsche der Bewohner und Nutzer divergieren, sagt der Stadtammann.

Grundsätzlich gehe es nun darum, aus den individuellen Betrachtungsweisen einen gemeinsamen Nenner zu finden.

«Die Haltung des Stadtrats ist, dass die gemischte Nutzung in der Brugger Altstadt beibehalten werden soll. Legt man den Fokus nur aufs Wohnen, befürchten wir, dass die Altstadt noch ganz einschläft», so Moser.

Er spricht von einem konstanten Prozess mit verschiedenen Gesprächspartnern. Seit dieser Amtsperiode setze sich der Stadtrat wieder drei- bis viermal pro Jahr mit dem Vorstand des Gewerbevereins Zentrum Brugg zusammen. Zudem stehe die Behörde in Kontakt mit der Genossenschaft Altstadt Brugg. Dabei geht es laut Moser unter anderem um Liegenschaften in der Vorstadt sowie in der restlichen Altstadt.

Der Brugger Stadtammann ist zuversichtlich, dass nun konkrete Schritte folgen werden, die zur Attraktivitätssteigerung in der Altstadt beitragen. Im April beginnen die Arbeiten der Begleitgruppen für die BNO-Revision. Im Herbst 2016 ist das öffentliche Mitwirkungsverfahren vorgesehen. Daniel Moser begrüsst jede Form von persönlichem Engagement zugunsten der Brugger Altstadt. «Wir wollen und brauchen Anlässe wie das Hofstattfestival oder den Koffertag», zieht er Bilanz.

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