Verkehrskonzept Oase

Der Tunnel als Knacknuss: Windischs Gemeindepräsidentin spricht über aktuellen Planungsstand

OASE Brugg: Viel Kritik am Verkehrskonzept

OASE Brugg: Viel Kritik am Verkehrskonzept

Windischs Gemeindepräsidentin Heidi Ammon nimmt Stellung zur Kritik des Quartiervereins am Oase-Projekt. Sie will die Kritiker beschwichtigen.

Ein zu kurzer Tunnel, massive Verkehrszunahme und die Abwertung eines wichtigen Entwicklungsgebiets rund um den Bahnhof Brugg: Das Regionale Gesamtverkehrskonzept Ostaargau (Oase), das die beiden Zentren Brugg und Baden bis 2040 vom Durchgangsverkehr entlasten soll, sorgt beim Windischer Quartierverein Klosterzelg-Reutenen für heftige Kritik. Die Mitglieder können nicht verstehen, warum der Kanton den Brugger Ast vom Grossen Rat im Richtplan auf Stufe Festsetzung eintragen lassen will, obwohl die Tunnellänge und der Industrieanschluss Kabelwerke Brugg umstritten sind und nochmals überprüft werden. Den Badener Ast hingegen belässt der Kanton auf Stufe Zwischenergebnis.

Dieses Vorgehen macht für den Quartierverein keinen Sinn. Denn er glaubt nicht daran, dass der Brugger Tunnel nach der Festsetzung im kantonalen Richtplan noch bis zur Südwestumfahrung verlängert würde. Zudem sieht er in den Aussagen von SVP-Gemeindepräsidentin Heidi Ammon Widersprüche zur im Januar 2020 beim Kanton eingereichten Stellungnahme durch den Gemeinderat Windisch.

Darauf angesprochen erinnert Gemeindepräsidentin Heidi Ammon an die Ausgangslage: «Im Raum Brugg-Windisch besteht seit 2006 ein rechtsgültiger, behördenverbindlicher Richtplaneintrag für den motorisierten Individualverkehr (Kantonsstrasse, Nordumfahrung Windisch Stufe Festsetzung) in offener Bauweise.» Neben dem Oase-Projekt sei die Exekutive seit rund einem Jahr auch mit der Entwicklung des «Stadtraums Bahnhof Brugg Windisch» gefordert. Wie bereits im räumlichen Entwicklungsleitbild festgehalten wurde, würden Siedlungs- und Verkehrsentwicklung konsequent aufeinander abgestimmt.

Absichtserklärung im Mai unterzeichnet

Nach Gesprächen zu Fragen bezüglich Siedlungs- und Mobilitätsentwicklung mit den verschiedenen Grundeigentümern – Brugg Immobilien, SBB, Departement Bau, Verkehr und Umwelt (BVU) und Stadt Brugg – ist der Gemeinderat Windisch mit dem Kanton zum Schluss gekommen, dass eine gemeinsame Planung dieses Raums vorteilhaft wäre. «Die Absicht der Zusammenarbeit wurde im Mai 2020 vom Gemeinderat unterzeichnet», so Heidi Ammon. Voraussichtlich im Herbst werde dem Einwohnerrat Windisch eine entsprechende Botschaft mit Kreditantrag zur Genehmigung unterbreitet.

Der Gemeinderat Windisch nahm im Januar während der Anhörungsphase zum Oase- Projekt Stellung. Daraufhin wollte der kantonale Projektleiter einzelne Anliegen des Gemeinderats im direkten Gespräch klären. Am 25. Mai trafen sich der Gemeinderat Windisch und Vertreter der Verkehrs- sowie Planungs- und Baukommission, Abteilungs- und Bereichsleitung sowie Verkehrsberater zum Austausch. Dabei ging es um Tunnellänge, Festsetzung im Richtplan, siedlungsverträgliche Linienführung und Industrieanschluss. An der darauffolgenden Gemeinderatssitzung habe der Gemeinderat nach intensiver Auseinandersetzung mehrheitlich beschlossen, der Festsetzung des Richtplaneintrags zuzustimmen.

Der Gemeinderat Windisch ist überzeugt, «die klärenden Antworten mit dem Projekt ‹Stadtraum Bahnhof Brugg Windisch› zu finden». Er schätzt in seiner neuen Gewichtung die Vorteile mit der Entlastung des Zentrums Brugg/Windisch höher ein, als den Nachteil eines allfälligen Mehrverkehrs, der aus dem süddeutschen Raum über die Region Brugg/Windisch geleitet werden könnte.

Tunnellänge ist Bestandteil der Testplanung

Die Behörde ist sich laut Ammon bewusst, dass beim Oase-Projekt in der Windischer Bevölkerung sehr unterschiedliche Interesse bestehen, die man möglichst gut berücksichtigen werde. An seiner Forderung, dass die Tunnelstrecke so weit wie möglich zu verlängern sei, halte der Gemeinderat fest. Ihm sei bewusst, dass der Tunnelanschluss gerade bei den direkt betroffenen Quartierbewohnern Ängste auslöst. Die Bewohner sollen aktiv in den Prozess einbezogen werden.

«Die Tunnellänge und Ausgestaltung des Tunnelportals sind integrierender Bestandteile der Testplanung», so Ammon. In drei bis vier Jahren entscheide man über den Teilanschluss an die Südwestumfahrung.

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