Dass es nur im Schritttempo vorwärtsgeht, kommt zu Stosszeiten immer wieder vor auf der Zurzacherstrasse in Brugg. In diesen Tagen allerdings dauert die Fahrt ins Stadtzentrum – oder in Richtung Lauffohr – noch länger.

Der Grund ist klar: Ab der Casino-Kreuzung laufen auf 320 Metern die Bauarbeiten für die neue Busspur. Der Spatenstich erfolgte Mitte Januar dieses Jahres. In der ersten Phase konnte der Verkehr zweispurig durch die Baustelle geführt werden. Seit letzter Woche allerdings steht – bis auf kürzere Ausnahmen – nur noch eine Fahrspur zur Verfügung. Zum Einsatz kommt deshalb ein Lichtsignal. Und dieses führt zu Wartezeiten.

Zwar werde wenn immer möglich ein zweispuriges Verkehrsregime angestrebt, um den Verkehr flüssig zu halten, betont Projektleiter Michael Erhard vom kantonalen Departement Bau, Verkehr und Umwelt (BVU). Bei der jetzigen Bauetappe mit den Werkleitungsquerungen – Wasser, Gas und Strom – sowie den Belagseinbauten seien die Platzverhältnisse aber zu eng. «In verkehrsintensiven Zeiten wird die Lichtsignalanlage durch einen Verkehrsdienst geregelt», führt Erhard aus und ergänzt: «Die Querungen konnten mit Tagesbaustellen durchgeführt werden, damit der Verkehr nicht zusätzlich unnötig behindert wurde.» Als besondere Herausforderung müsse die Verkehrsregelung auf der Baustelle so erfolgen, dass durch den Rückstau auf der Zurzacherstrasse nicht die Ausfahrt von der Stadt blockiert werde und die Casino-Kreuzung frei bleibe, gibt der Projektleiter zu bedenken.

Zufrieden mit Baufortschritt

Einspurig durchgeleitet werde der Verkehr voraussichtlich – einige Ausnahmen sind möglich – noch bis und mit Ende Mai. «In dieser Woche wurden die Werkleitungen und Beläge der Fahrspur Richtung Lauffohr erstellt», erklärt Erhard. «In der nächsten Woche werden die Werkleitungsquerungen der zweiten Etappe durchgeführt.» Anschliessend herrsche wieder ein zweispuriges Verkehrsregime bis zum Deckbelagseinbau. Dieser erfolgt unter einer Vollsperrung voraussichtlich an einem Wochenende Mitte oder Ende Juli in der Sommerferienzeit. «Über diese Arbeiten wird der Kanton separat orientieren.»

Von den Anwohnern, sagt Erhard auf Nachfrage, seien bisher kaum negative Rückmeldungen eingegangen zu den Bauarbeiten. Auch die meisten Verkehrsteilnehmer, fügt er an, zeigen Verständnis für die Einschränkungen während der Bauphase mit der Lichtsignalanlage.

Die Arbeiten sind im Zeitplan, und die Verantwortlichen sind zufrieden mit dem Bauablauf. Bereits erstellt wurden die Bushaltestelle Kaserne Süd, die Strassenverbreiterungen sowie der Gehweg der südlichen Strassenseite Richtung Aare. Ab nächster Woche werden neben den Werkleitungs- auch die Strassenbauarbeiten der Nordseite – bergseitig – sowie bei der Zufahrt Rebmoosweg in Angriff genommen.

Der Verkehr fliesst besser ab

Der Bau unter Verkehr, die Zu- und Wegfahrten von der Baustelle auf die stark befahrene Kantonstrasse, sei ein nicht ganz einfaches Unterfangen, räumt Erhard ein. Denn um die 18'000 Fahrzeuge passieren die Zurzacherstrasse täglich. Mit der sogenannten Verlängerung der Vorsortierung zwischen der Bushaltestelle Kaserne und der Casino-Kreuzung kann erreicht werden, dass der Bus künftig vorfahren und die Casino-Kreuzung – ohne Stau – passieren kann. «Diese Bevorzugung ermöglicht in der Spitzenstunde einen Zeitgewinn und eine Verbesserung der Anschlussstabilität», sagt Erhard. Anders ausgedrückt: Die Leistungsfähigkeit der Casino-Kreuzung werde sowohl für den öffentlichen Verkehr als auch den motorisierten Individualverkehr gesteigert. Die Bushaltestelle Kaserne wird zudem gelenkbustauglich und behindertengerecht ausgebaut.

Aber auch die Verkehrssicherheit für Fussgänger werde verbessert durch Querungshilfen am Rebmoosweg sowie einen zusätzlichen Gehweg bei der Fröhlich-Scheune, hält der Projektleiter weiter fest. Durch den Einbau eines lärmmindernden Belags werde zudem der Strassenlärm für die Anwohner reduziert.

Investiert werden alles in allem rund 1,8 Mio. Franken. Den Beitrag der Stadt Brugg von 957'000 Franken genehmigte der Einwohnerrat im 2016.