Villnachern

Die Finanzen mobilisieren: Rekordbeteiligung an der Gemeindeversammlung

Von 1106 Stimmberechtigten nehmen 142 an der Versammlung im Gemeindesaal teil.

Gemeindeversammlung Villnachern

Von 1106 Stimmberechtigten nehmen 142 an der Versammlung im Gemeindesaal teil.

Dreimal mehr Leute als im Sommer haben in Villnachern während Stunden über das Budget und die Zukunft der Gemeinde diskutiert.

Die drei Männer vor der Eingangstüre zum Mehrzweckgebäude in Villnachern waren sich am Donnerstagabend einig: Es werden mehr Leute als üblich an der Gmeind teilnehmen. Auf die Frage nach der Stimmung im Dorf sagte ein Stimmbürger: «Man müsste halt auch mal etwas liefern, bevor man zu viel fordert.» Damit dürfte er den Schulpflegepräsidenten Stephan Gentner gemeint haben. Denn dieser sorgte mit einem witzig gemachten Video über die Sparmassnahmen und das schulische Umfeld im Vorfeld der Gmeind für Aufsehen. Die Schulpflege appellierte an die Bevölkerung, die Versammlung zu besuchen und das Budget 2020 zurückzuweisen.

Tatsächlich warteten im Gemeindesaal 190 Stühle auf die Stimmbürger. Die Reihen füllten sich von hinten nach vorne. «An der letzten Gmeind hatten wir 57 Stimmbürger. Heute erwarten einen neuen Rekord», sagte Gemeindeammann Roland König kurz vor dem Beginn um 20.15 Uhr. Die Gemeinde habe vorgesorgt und könnte bei Bedarf noch mehr Sitzplätze auftreiben. Doch das war nicht nötig. Von den 1106 Stimmberechtigten waren 142 anwesend.

Schulpflege stellte keinen Rückweisungsantrag

Da es sich bei den Traktanden zum Baurechtsvertrag für den langjährigen Weiterbetrieb der Kompostieranlage Fläckenacher und dem Kauf von 21 Aktien der Kosag Kompostier AG zum Verkehrswert von 262'500 Franken um ungewöhnliche Traktanden handelte, nahm sich Vizeammann Richard Zickermann viel Zeit, um sämtliche Fragen zu beantworten. Schulpflegepräsident Stefan Gentner zog Parallelen zum Spiel Monopoly und stellte den Zeitpunkt der Anträge in Frage. Zickermann verwies auf die gute Gelegenheit und König ergänzte: «Es ist das erste Mal seit Jahren, dass wir ein Geschäft bringen, das Mehreinnahmen generiert. Wo sonst bekommt man heute noch 10 Prozent Rendite?» Das Stimmvolk hiess schliesslich beide Anträge mit grossem Mehr bei 5 respektive 15 Gegenstimmen gut.

Ohne Gegenstimmen wurde dem Verpflichtungskredit in der Höhe von 150'000 Franken für den Ersatz der Trinkwasserleitung in der Hintergasse aus dem Jahr 1908 zugestimmt.

Auch auf die Budgetdiskussion hatte sich der Gemeinderat sorgfältig vorbereitet und zeigte sämtliche Sparmassnahmen auf. Dadurch konnte er das Minus im Budget von etwa 600'000 Franken auf knapp 300'000 Franken reduzieren. Ohne einen Rückweisungsantrag von Seite der Schulpflege wurde das Budget grossmehrheitlich mit 3 Gegenstimmen gutgeheissen. Der Steuerfuss beträgt unverändert 120%.

An der Versammlung, die für die Einwohner bis 22.40 Uhr und für die Ortsbürger bis 23.05 Uhr dauerte, kamen viele Themen zur Sprache. So etwa der Wunsch nach Gesprächen mit Brugg in Sachen Feuerwehr und Fusion.

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