Brugg
Die Freikirche ICF hegt Ausbaupläne im Roten Haus

ICF hat dem grossen Saal vor 14 Monaten neues Leben eingehaucht – an Dritte wurde er aber nur fünfmal vermietet. Nun will die Freikirche selber dafür sorgen, dass der Saal besser ausgelastet ist.

Claudia Meier
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Die Stiftung Rotes Haus möchte langfristig die ganze Liegenschaft – inklusive Saal – erwerben.Michael Hunziker

Die Stiftung Rotes Haus möchte langfristig die ganze Liegenschaft – inklusive Saal – erwerben.Michael Hunziker

Michael Hunziker

Das Rote Haus in Brugg hat aktuell vier Besitzer. Dies dürfte sich in absehbarer Zeit aber ändern. Bereits bekannt ist, dass die Stiftung Rotes Haus den Hotel- und Gastrobereich bis Ende Juni 2014 von Doris und Heinrich Gyr kaufen will.

Pächter Vittorio Timpano wird die italienische Trattoria im Erdgeschoss im gewohnten Rahmen weiterführen. Für das Hotel soll es wieder eine eigene Réception geben. Die Stiftung Rotes Haus (siehe separater Text) strebt gemäss Stiftungsratspräsident Hans Keller «ein ganzheitliches Konzept an und ist mit allen Besitzern im Gespräch». Verhandelt wird also auch mit dem Eigentümer des grossen Saals im ersten Obergeschoss.

Stiftung hat keine Verbindung zu «Campus für Christus»

Zwei der drei Stiftungsräte der Stiftung Rotes Haus – Hans Keller und Thomas Neukomm – gehören auch dem vierköpfigen Leitungs- team der «Heilbar» an, die seit 2009 in der ehemaligen Hotelbar im Roten Haus be- trieben wird. St iftungsratsprä- sident Hans Keller arbeitete ab 1990 bei der konfessionell un- abhängigen Missions- und Schulungsbewegeung «Cam- pus für Christus». Dort zeich- nete er für den Aufbau des Männerforums CH verant- wortlich. Nebenberuflich leite- te Keller – nach dem Modell der Migros Klubschule – eine Schule für Gemeindearbeit. «Seit 2008 arbeitet Hans Keller nicht mehr bei ‹Cam- pus für Christus›, da er sich beruflich neu orientieren woll- te», sagt Lukas Herzog, Medi- ensprecher von «Campus für Christus». Die Idee der «Heil- bar» kenne «Campus für Christus» aus der Zeit, als Kel- ler noch für dieses Werk tätig war. «Campus für Christus» sei jedoch zu keiner Zeit ak- tiv in der «Heilbar» invol- viert gewesen, ergänzt Her- zog. Und «Campus für Chris- tus» unterhalte auch keine Zu- sammenarbeit mit dem Verein «Aglow» und habe das auch zu keinem früheren Zeitpunkt getan. «Ag- low» ist gemäss Fachstelle In- fosekta ein Zusammenschluss von Frauen, die das Evangeli- um verbreiten wollen. Laut Keller und Neukomm habe der monatlich stattfindende Frauentreff in der «Heilbar» nichts mit der Organisation «Aglow» zu tun. Thomas Neukomm ist Sektionsleiter Brugg der Schweizerischen Evangeli- schen Allianz. (cm)

Laute Live-Musik gab zu reden

Erst vor 14 Monaten hat die Freikirche International Christian Fellowship (ICF) dem grossen Saal nach einem Dornröschenschlaf wieder Leben eingehaucht. «Wir sind sehr gut gestartet», sagt Pastor und Standortleiter von ICF Brugg Jan-Micha Schmitter. Zwischen 80 und 90 meist jüngere Personen, aber auch Senioren, hätten jeweils am Sonntagabend die Celebrations besucht.

Die laute Live-Musik gab am Anfang vor allem im Restaurant viel zu diskutieren. Nach ein paar Anpassungen sei man aber als neuer Teil des Hauses gut aufgenommen worden, so Schmitter. ICF nutzt den Saal zusätzlich zwei- bis dreimal pro Woche. Ursprünglich war geplant, dass Vereine, Parteien oder Private die Räumlichkeiten ebenfalls mieten können. Doch das ist seit der Wiedereröffnung nur etwa vier- oder fünfmal geschehen. «Ja, wir wurden nicht mit Anfragen überrannt», so Schmitter. Entsprechende Gesuche würden meist im Restaurant deponiert.

Einmal habe eine Hochzeitsgesellschaft in Zusammenarbeit mit der Trattoria im Saal gefeiert und zweimal hätten grössere Sitzungen respektive Geburtstagsfeiern stattgefunden, erzählt der Pastor. «Wir sind in erster Linie eine Kirche. Die Raumvermietung gehört nicht zu unserem Kerngeschäft, obwohl es schön wäre jeden Monat ein paar Franken zusätzlich einzunehmen», sagt Schmitter.

Neuer Leiter ab März 2014

Die Freikirche ICF Brugg verfolgt das Ziel, im Lauf dieses Jahres zusätzlich zur Celebration am Sonntagabend auch am -morgen einen Gottesdienst zu feiern. Damit wolle man Familien mit Kindern ansprechen.

Dafür brauche es aber noch freiwillige Mitarbeiter für das Kinderprogramm. «Wir investieren bereits in neues Personal. Ab März bekommen wir mit Thomas Bosshard einen neuen Leiter. Er wird auch in der Region Brugg Wohnsitz nehmen», so Schmitter, der für die Aufbauarbeit der ICF in Brugg zuständig war. Künftig will er sich wieder auf sein Wirken in Wetzikon konzentrieren.

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