Kommentar zu Bözberg

Die Fusionswunden in der Gemeinde heilen langsam

Mitten in Bözberg zeigt ein Wegweiser nach Bözberg (Archivbild).

Mitten in Bözberg zeigt ein Wegweiser nach Bözberg (Archivbild).

Die Bözberger sagen Ja zum Bus-Zusatzkurs und wollen das Jugendfest in ein Dorffest integrieren. Die Stimmung in der fusionierten Gemeinde scheint sich nach dem Fusionsstreit gewendet zu haben.

Vorbei sind die Zeiten, als der Adress-Streit auf dem Bözberg tobte und sich im März 2013 für die ausserordentliche Gemeindeversammlung 503 Stimmbürger in die Turnhalle Oberbözberg quetschten. Auch diesen Mittwoch war die Turnhalle gut besetzt. 180 Stimmberechtigte – von 1182 – sassen an langen Tischreihen. Von einer Stimmbeteiligung von 15,2 Prozent können andere Gemeinden nur träumen. Die Stimmung war gut, ja sogar locker. Anders als an früheren Versammlungen gab es keine fiesen Seitenhiebe gegen Gemeinderäte oder einzelne Stimmbürger.

Dennoch schienen gewisse Wunden vom schwierigen Start der Fusionsgemeinde noch nicht ganz verheilt. Der Gemeinderat achtete einerseits peinlich genau darauf, keine Formfehler zu begehen. Er liess sogar die Abstimmung zum Protokoll auszählen, obwohl das Traktandum ohne Gegenstimme angenommen wurde.

Auf der anderen Seite provozierte er im Vorfeld mit dem offenen Antrag zur definitiven Einführung des Bus-Zusatzkurses. «Die Gemeindeversammlung soll entscheiden», hiess es in der Botschaft. Damit machte der Gemeinderat deutlich, dass er den Zusatzkurs aus Kostengründen nicht weiterführen möchte. Vor allem die Bevölkerung aus den kleinsten Ortsteilen Linn und Gallenkirch hätte diese Sparmassnahme am meisten zu spüren bekommen.

Mit diesem Verhalten erntete die Exekutive online zahlreiche anonyme Kommentare. Der Gemeinderat betonte an der Versammlung, dass er eine offene Kommunikation schätzen würde. Da sollte er aber mit gutem Beispiel vorangehen – und mehr Sensibilität zeigen. 

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