Windisch

Die Gemeinde Windisch stärkt die Schulverwaltung

Das ehemalige Lernschwimmbecken kann umgenutzt werden für die Räumlichkeiten der Tagesstrukturen.

Bezirksschulhaus Windisch

Das ehemalige Lernschwimmbecken kann umgenutzt werden für die Räumlichkeiten der Tagesstrukturen.

Die Schulthemen haben dominiert an der Sitzung des Windischer Einwohnerrats am Mittwochabend.

Ruhe soll einkehren an der Schule Windisch: An der Sitzung am Mittwochabend hat sich der Einwohnerrat für die Reorganisation der Schulverwaltung ausgesprochen. Aktuell bestehen organisatorische Mängel, räumte Gemeinderat Bruno Graf (SP) ein. Um die kommenden Herausforderungen meistern zu können, sei eine funktionierende Schulverwaltung unabdingbar.

Zur Erinnerung: In der Schulpflege kam es zu Turbulenzen und Unstimmigkeiten, zudem reichte der Gesamtschulleiter auf Ende des Schuljahrs 2018/19 seine Kündigung ein. Daniel Brassel (EVP) war sich mit dem Gemeinderat einig, dass es in der derzeitigen Schieflage dringend notwendig ist, die Schulverwaltung zu stärken. Martin Gautschi (FDP) bezeichnete die neue Schulleitungskonferenz allerdings als das falsche Schulführungsmodell. Eine Schule dieser Grösse müsse aus einer Hand geführt werden von einer Schulleitung. In Anbetracht der akuten Probleme werde die FDP der Reorganisation trotzdem zähneknirschend zustimmen. Der Gemeinderat müsse sich aber, fügte Gautschi an, Gedanken machen über die Organisation. Die Probleme bestehen schon länger und seien erkannt, stellte Toni Burger (CVP) fest. Allerdings sehe die Partei die Nachhaltigkeit nicht mit der Schaffung einer befristeten Stelle. Deshalb stimme sie den Krediten nicht zu.

Die grosse Mehrheit war anderer Ansicht: Bei nur je 5 Gegenstimmen angenommen wurden die Schaffung einer auf zwei Jahre befristeten Stelle mit einem 80-Prozent-Pensum, der Kredit von 285480 Franken für die Jahre 2020 bis 2022 sowie der Nachtragskredit von 56900 Franken für das Jahr 2020.

Die leer stehenden Räume können sinnvoll genutzt werden

Bewilligt haben die 36 anwesenden Einwohnerräte – mit 29 zu 4 Stimmen – weiter den Kredit von 1,964 Mio. Franken für die Umnutzung des Lernschwimmbeckens für die Tagesstrukturen. Dass es für die familienergänzenden Angebote geeignete und genügend grosse Räumlichkeiten braucht, war von links bis rechts unbestritten. Das seit Jahren ungenutzte Volumen im Bezirksschulhaus könne sinnvoll eingesetzt werden. Für Kritik sorgten der enge Zeitplan sowie die Kosten.

Elsbeth Hofmänner (CVP) sprach von einem extrem hohen Betrag. Ihre Anträge, den Kredit auf 1,8 Mio. Franken zu reduzieren und das ehemalige Lernschwimmbecken aufzufüllen, damit das Vorhaben kostengünstiger umgesetzt werden kann, kamen allerdings nicht durch. Anne Sutter (SP) forderte den Beizug einer externen Bauherrenvertretung, um die Kosten optimieren zu können. Ihr Antrag wurde mit 20 zu 15 Stimmen angenommen.

Auf keinen Widerstand stiess das Medien- und Informatikkonzept an der Schule. Dieses mache einen guten Eindruck und sei einleuchtend, hielt Stefan Fehlmann (EVP) fest. Auch für Bruno Kaufmann (FDP) war der Handlungsbedarf nachvollziehbar aufgrund des Alters der heutigen Geräte. Defektes, altes Werkzeug müsse ersetzt werden, damit gute Arbeit geleistet werden könne, pflichtete Goran Marinkovic (SP) bei.

Ohne Gegenstimmen gutgeheissen wurden der Kredit von 695000 Franken für die Umsetzung des Konzepts sowie der Nachtragskredit von 92500 Franken für die Betriebs- und Unterhaltskosten. Bewilligt wurde ebenfalls die neue Stelle «Leiter Informatik Schule Windisch» mit einem Pensum von 65 Prozent.

Accogli und Deragisch als neue Mitglieder in Pflicht genommen

Mit grosser Mehrheit genehmigt wurden überdies der Projektierungskredit von 130000 Franken für die Erneuerung der Reussbrücke sowie die Kreditabrechnung «Altlastensanierung Schiessanlage Sohr». Mit 23 zu 13 Stimmen überwiesen wurde die Motion von Luzia Capanni (SP) betreffend Integration. Fabian Schütz (SVP) zog seine Motion betreffend Unterstützung der Jugend- und Integrationsarbeit in der Folge zurück. Ebenfalls überwiesen wurde – mit 25 zu 11 Stimmen – das Postulat von Fredy Bolt und Mirjam Aebischer (SP) betreffend Regionales Gesamtverkehrskonzept Ostaargau (Oase).

Als neue Mitglieder des Einwohnerrats in Pflicht genommen wurden Gilberto Accogli (FDP) sowie Claudio Deragisch (SP). Als Mitglied des Wahlbüros gewählt wurde – mit 34 Stimmen - Joris Widmer.

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