Rutenzug

Die Jugendfest-Fieberkurve steigt in Brugg rasant

Gelungener Rutenzug-Auftakt mit Sturmlauf durch die Altstadt und eine Serenade mit «le donne virtuose» im Park Keller-Keller: Die Bruggerinnen und Brugger sind gerüstet für das Highlight des Jahres: das Jugendfest.

In der Regel braucht es eine Weile, bis Brugg in die Gänge kommt am Montagmorgen. In der Regel eilen in der verschlafenen Altstadt höchstens ein paar verschlafene Passanten an ihren Arbeitsplatz.

Jetzt ist alles anders. Ein fröhliches Stimmengewirr ist zu hören, Dutzende Schaulustige finden sich entlang der Hauptstrasse ein. Punkt 8 Uhr – kaum ist der Glockenschlag verklungen – sind Trommelklänge zu vernehmen. Angeführt von den Tambouren, rennen die Schülerinnen und Schüler von der Aarebrücke beim Schwarzen Turm her kommend fröhlich lachend – und mit Karacho – stadtaufwärts. In Kisten mit dabei haben sie ein Teil des Kranzmaterials für die bevorstehende Büscheliwoche. 

Der Sturmlauf durch die Altstadt bildet der traditionelle Auftakt des Brugger Jugendfests. Nach wenigen Sekunden ist der ganze Spuk bereits vorbei. Es handle sich zwar nicht um den längsten, aber trotzdem um einen der schönsten Anlässe, hat Gesamtschulleiter Peter Merz einmal festgehalten, ganz nach dem Motto «je kürzer, desto besser». Wie recht er doch hat! 

Rutenzug in Brugg

Rutenzug in Brugg

Serenade: Tüpfelchen auf dem i

Recht hatten auch die geschätzten 200 Besucher, die gestern Abend zum Park Keller-Keller pilgerten, um dort zu erleben, was den Montag beschliesst: die Serenade. Was für ein Abend! Ein blauer Himmel, lustig gebauschte Wolken, Sonnenschein und oben – auf der Terrasse – ein Quartett, das man erfinden müsste, gäbe es «le donne virtuose» nicht.

Die Freude, in dieser zauberhaften Oase vor dieser Zuschauerkulisse aufzutreten, stand den vier in Schwarz, Lila, Pink und Aubergine gekleideten Damen – Fränzi Frick und Caterina Klemm (Violine), Nicole Hitz (Viola) und Eva-Maria Burkard (Violoncello) – ins Gesicht geschrieben. «Wartet nur, ihr werdet etwas erleben», schienen sie dem Publikum augenzwinkernd zuzurufen.

Dann spielten sie das, was begreiflich macht, weshalb man von den Vier als das «andere» Streichquartett spricht: Ungarische Tänze von Brahms

(Ohrwürmer ersten Ranges), romantische Stücke von Dvorak, aber auch einen Ciardas Monti und einen zur Jahreszeit passenden «Sommer». Nicht aus Vivaldis «Vierjahreszeiten», sondern aus dem gleichnamigen Zyklus des modernen Tangokönigs Astor Piazzolla.

«I got rhythm»: George Gershwin komponierte die Musical-Melodie, die sich in vielen Coverversionen zum Jazzstandard entwickelte. Ein tolles Stück, toll gespielt. Dass weiter Appenzeller Volksweisen, Klezmer, aber auch ein Bugatti Step Platz haben im Repertoire des «anderen» Streichquartetts, verwundert nicht. Die Melange aus Klassik, Jazz, Tango und Blues kam bestens an – vor allem, wenn Virtuosität derart hinreissend «serviert»wird wie von «le donne virtuose».

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