Lupfig
Die Knecht Bau AG plant einen Kiesabbau im Birrfeld um die regionale Versorgung sicherstellen zu können

In Lupfig findet derzeit die öffentliche Mitwirkung statt zur Materialabbauzone Humbelacher-Langsamstig. In einem ersten Schritt erfolgt die Teiländerung der Nutzungsplanung mit Umweltverträglichkeitsprüfung.

Michael Hunziker
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1,3 Millionen Kubikmeter Kies während 17 Jahren: Der Abbau ist in vier Etappen von Ost nach West vorgesehen.

1,3 Millionen Kubikmeter Kies während 17 Jahren: Der Abbau ist in vier Etappen von Ost nach West vorgesehen.

zvg

Kies ist ein gefragter Rohstoff. Um die regionale Versorgung sicherstellen zu können, plant die Knecht Bau AG aus Brugg einen Abbau im Birrfeld, konkret: in den Gebieten «Langsamstig» und «Humbelacher» in der Gemeinde Lupfig. Der etwa 134'000 Quadratmeter grosse Abbaubereich befindet sich an der Lenzburgerstrasse. Insgesamt 1,3 Mio. Kubikmeter Kies sollen gewonnen werden während rund 17 Jahren – durchschnittlich 75'000 Kubikmeter jährlich.

Abbau ist ab 2022 vorgesehen

Die beabsichtigte Materialabbauzone liegt innerhalb eines im Richtplan festgesetzten Materialabbaugebiets von kantonaler Bedeutung und wird heute landwirtschaftlich genutzt. Bevor das Abbaugesuch eingereicht werden kann, erfolgt in einem ersten Schritt die Teiländerung der Nutzungsplanung mit Umweltverträglichkeitsprüfung.

Derzeit führt die Gemeinde Lupfig das Mitwirkungsverfahren durch. Alle Planunterlagen liegen bis 15. Februar auf der Gemeindeverwaltung auf. Hin­weise und Vorschläge zur Vorlage können von jeder interessierten Person beim Gemeinderat eingereicht werden.

Die Abbaustelle wird fortlaufend aufgefüllt

Vorgesehen ist der Abbau ab 2022 in vier Etappen von Ost nach West. Die Materialabbaustelle wird fortlaufend mit unverschmutztem Aushub wieder aufgefüllt und der Nachnutzung zugeführt, heisst es in den Unterlagen. Dadurch werde die beanspruchte Fläche klein gehalten. Das Ziel der Endgestaltung sei die Wiederherstellung der landwirtschaftlichen Nutzflächen. Die Gesamtdauer des Abbaus, der Auffüllung sowie der Rekultivierung wird laut heutigem Planungsstand alles in allem mit 21 Jahren geschätzt.

Bis gegen 135 Lastwagenfahrten pro Tag

Der Materialabbau erfolgt mit Radladern, die den Wandkies direkt auf die Lastwagen aufladen. Da es sich um ein neues Abbaugebiet handelt, muss dieses neu erschlossen werden, ist in den Unterlagen weiter festgehalten. In einer Studie seien verschiedene Varianten geprüft worden. Der Entscheid sei eindeutig gewesen: Die Erschliessung erfolgt ab der nördlich liegenden Birrfeldstrasse/Bahnhofstrasse über einen bestehenden Feldweg. Dieser wird während des Abbaus und der Wiederauffüllung zu einer Erschliessungsstrasse ausgebaut.

Gerechnet wird mit bis gegen 135 Lastwagenfahrten pro Tag. Wegtransportiert wird der Wandkies auf der Lenzburgerstrasse in Richtung Brugg oder Brunegg/Mägenwil, wo er aufbereitet werden kann.

Grundwassergebiet ist durch Abbau nicht betroffen

Die Auswirkungen des Materialabbaus auf umliegende Siedlungsgebiete sind äusserst gering, steht im Planungsbericht. Ausführlich eingegangen wird in den Unterlagen ebenfalls auf das Thema «Grundwasser». Der Schutz werde eingehalten. Zwar reiche die Abgrenzung des vorrangigen Grundwassergebiets in die Materialabbauzone hinein, die Abbaubegrenzung sei jedoch allseitig um mindestens 4 Meter nach innen versetzt, weshalb das Grundwassergebiet durch den Abbau nicht betroffen sei.

Der Bedarf an einem Abbau mit Wiederauffüllung im Gebiet Humbelacher-Langsamstig ist gemäss Unterlagen gegeben. Verwiesen wird auf das absehbare Ende des Abbaus sowie der Wiederauffüllung in den beiden aktuellen Gebieten «Bäumli­acher» in Birr sowie «Lyri/Unterbändli und Hau» in Brunegg. Ab 2021 entfalle in der Region ein jährliches Abbauvolumen von 175'000 Kubikmetern.

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