Brugg

Die Pétanque-Spieler kommen: Einheimischer Club organisiert Schweizer Meisterschaft

Der Club de Pétanque de la ville de Brugg beim Spiel auf dem Sommerplatz in Lauffohr.

Der Club de Pétanque de la ville de Brugg beim Spiel auf dem Sommerplatz in Lauffohr.

Sie gehören zu französischen Dörfern wie der Eiffelturm zu Paris: die Pétanque-Plätze. Ältere Herren, die Zigarette rauchend unter Bäumen stehen und Kugeln auf das Kies-Feld werfen, prägen manche Erinnerung von Frankreich-Touristen.

Man gar nicht so weit reisen, um diesem Spiel beizuwohnen. Seit 1978 wird auch in Brugg Pétanque gespielt. Hinter dem Restaurant Steinbrüchli hat sich der «Club de Pétanque de la ville de Brugg» eingerichtet. Ein kleiner Unterstand mit Tisch, Stühlen und Bänken plus zwei Pétanque-Felder, die von einem Scheinwerfer beleuchtet werden.

40 bis 45 Mitglieder hat der Verein, davon sind nur vier Frauen. «Wir leiden – wie so manch anderer Verein auch – an Überalterung», sagt Präsident Roland Keller.

Konzentration ist gefragt

Dabei sei Pétanque ein Spiel, das höchste Konzentration, aber auch ein Gefühl für Taktik erfordert. «Bestimmte Grundvoraussetzungen muss aber niemand mitbringen, wenn er mit dem Spielen beginnen möchte», sagt Roland Keller. Wichtig sei die Freude am Spiel und der Kameradschaft.

An diesem Abend absolvieren die Männer das letzte Training vor der Schweizer Meisterschaft, die in diesem Jahr in Brugg stattfindet. «Leider hat sich von unseren Spielern niemand qualifiziert», bedauert Präsident Keller. «Aber bei zweien war es ziemlich knapp.» Dafür hat er nun mehr Mitglieder zur Verfügung, die an der Schweizer Meisterschaft mithelfen können.

Die Vorbereitungen dafür laufen seit gut einem Jahr. «Das bedeutet enorm viel Arbeit für unseren Verein», sagt Roland Keller. Immerhin: Mit dem Turnierbetrieb selber haben die Brugger nicht so viel zu tun. Sie sind vor allem für den Aufbau der 100 Pétanque-Plätze – sie messen 3 auf 13 Meter – sowie für die Festwirtschaft zuständig.

Rund 500 Teilnehmende von sieben Kantonalverbänden werden an der Schweizer Meisterschaft im Geissenschachen erwartet. Wer im K.O.-System der Schweizer Meisterschaft rausfliegt, kann danach bei einem Grand-Prix trotzdem weiter spielen. «Die meisten Teilnehmer reisen aus der Westschweiz an», sagt Roland Keller. «Die wollen nicht nur für ein Spiel nach Brugg kommen.»

Der «Club de Pétanque de la ville de Brugg» trainiert am Dienstagabend hinter dem Restaurant Steinbrüchli.

Der «Club de Pétanque de la ville de Brugg» trainiert am Dienstagabend hinter dem Restaurant Steinbrüchli.

Es wird immer etwas los sein

Damit ist auch für die Zuschauer gesorgt. Egal, wann sie am Samstag oder Sonntag auf dem Festplatz sind: Auf den Pétanque-Plätzen wird immer etwas los sein. Zudem finden am Sonntag die Final-Spiele statt.

Viel einbringen wird dem Brugger Pétanque-Verein die Organisation der Schweizer Meisterschaft nicht. Trotzdem ist die Equipe motiviert. «Es ist bereits die vierte Schweizer Meisterschaft, die wir organisieren», sagt Roland Keller. «Die Jungen sehen so, dass auch wir Oldies noch etwas auf die Beine stellen können.» Zudem sei der Geissenschachen ideal. «Das ist geeignetes Terrain für Pétanque», schwärmt Keller.

Schweizer Meisterschaft Pétanque Doublettes am 19. und 20. August im Geissenschachen Brugg-Windisch; Beginn jeweils um 8.45 Uhr.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1