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Die Region Brugg schlägt dem Kanton fünf Mittelschulstandorte vor

Brugg und Windisch haben gemeinsam Areale für eine neue Kantonsschule gesucht, geben sich aber bedeckt. Auf Anfrage der «Schweiz am Wochenende» geben Stadtammann Barbara Horlacher (Grüne) und Gemeindepräsidentin Heidi Ammon (SVP) gemeinsam Antwort.

Claudia Meier
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Der Raum Brugg-Windisch in einer Drohnenaufnahme. Archiv

Der Raum Brugg-Windisch in einer Drohnenaufnahme. Archiv

zvg

Geht es nach dem Kanton, soll es im Aargau aus Platzgründen bald zwei neue Kantonsschulen geben. Eine davon im Fricktal, die andere im Raum zwischen Aarau und Baden, also in Lenzburg oder Brugg. Bis Ende Januar konnten interessierte Gemeinden dem kantonalen Departement Bildung, Kultur und Sport (BKS) passende Grundstücke melden. Aus dem Fricktal machten die Gemeinden vier mögliche Kantonsschulstandorte publik.

In der Region Brugg war von offizieller Seite bisher nichts zu hören. In den Leitsätzen des Brugger Stadtrats heisst es nur, dass die Behörde aktiv an der Diskussion und Evaluation eines neuen Kantonsschulstandorts teilnehme. Auf Anfrage der «Schweiz am Wochenende» geben Bruggs Stadtammann Barbara Horlacher (Grüne) und Windischs Gemeindepräsidentin Heidi Ammon (SVP) gemeinsam Antwort. Die beiden Exekutiven würden eine Ansiedlung der neuen Mittelschule in Brugg/Windisch begrüssen. Sie haben dem BKS fünf mögliche Standorte gemeldet, «bei denen aus planerischer Sicht die Möglichkeit zur Realisierung einer Mittelschule weiter untersucht werden sollte». Alle Areale befänden sich innerhalb des Baugebiets und erfüllten die vom BKS geforderten Ansprüche. Für das Areal sind 30 000 Quadratmeter und eine Reservefläche von 10 000 Quadratmetern vorgegeben.

Eines in Windisch, vier in Brugg

Die von Brugg und Windisch gemeldeten Standorte weisen laut Horlacher und Ammon gute Anbindungen an den öffentlichen Verkehr sowie ans Fuss- und Radwegnetz auf. Zudem befänden sie sich in unmittelbarer Nähe zu grosszügigen Flächen für Sport und Freizeit sowie zu Infrastrukturen und Dienstleistungen des täglichen Bedarfs. Um welche Standorte es sich genau handelt, sagen die beiden Gemeindevorsteherinnen nicht. Stattdessen halten sie fest: «Angesichts der knappen Zeit konnten noch keine Detailabklärungen mit den jeweiligen Grundeigentümern vorgenommen werden. Diese werden aber angegangen, sobald die Stellungnahme des BKS vorliegt.»

Auf Nachfrage dieser Zeitung sagen sie, dass sich ein Areal auf Windischer und vier auf Brugger Boden befinden, jedoch nicht auf gemeindeeigenem Land. «Auf allen gemeldeten Arealen stehen heute Liegenschaften, die unterschiedliche bauliche Zustände aufweisen», ergänzen Horlacher und Ammon. Inwieweit der bestehende Bestand weiter genutzt werden könnte, sei im Verlauf des weiteren Verfahrens zu klären. Aufgrund der spezifischen Anforderungen an Schulbauten sei jedoch eher von (Ersatz-)Neubauten auszugehen.

Der Postulant ist enttäuscht

Der Planungsverband Brugg Regio werde an der Vorstandssitzung übernächste Woche entscheiden, ob ein möglicher Kantonsschulstandort ein Regionalprojekt werden soll, sagt Präsident Richard Plüss. Als der Kanton seine Absichten im letzten Spätsommer bekannt gab, erwähnte Plüss, dass er sich eine Kanti im Fachhochschul-Campus oder in der Nähe des Campus vorstellen könnte. Der frühere Brugger Stadtammann Daniel Moser sagte Ende 2017, das grösste Entwicklungspotenzial habe der Bahnhof mit dem Bereich je hundert Meter auf beiden Seiten der Gleise. Also etwa beim Kabelwerk.

Titus Meier, einer der elf Grossräte aus dem Bezirk und FDP-Einwohnerrat in Brugg, forderte den Stadtrat im September in einem Postulat auf, sich aktiv für eine neue Kantonsschule im Raum Brugg-Windisch einzusetzen. Nun zeigt sich Meier vom Verhalten des Bezirkshauptorts enttäuscht und sagt: «Ich habe schon erwartet, dass die Stadt Brugg ihre Zentrumsfunktion wahrnimmt und proaktiv kommuniziert, welche Kanti-Standorte in der Region Brugg-Windisch dem Kanton vorgeschlagen wurden, sowie ein entsprechendes Lobbying betreibt.» Kommentar rechts

Hier geht es zum Kommentar von Claudia Meier.

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