Brugg

Die Stadtbibliothek kommt in den Neubau

Die Visualisierung zeigt den Verwaltungsneubau von der Schulthess-Allee aus sowie den Eingangsplatz mit der «Alten Post» im Vordergrund. ZVG/HORNBERGER ARCHITEKTEN AG

Die Visualisierung zeigt den Verwaltungsneubau von der Schulthess-Allee aus sowie den Eingangsplatz mit der «Alten Post» im Vordergrund. ZVG/HORNBERGER ARCHITEKTEN AG

Im Hintergrund laufen die intensiven Abklärungen für das Areal «Alte Post» mit der zentralen Verwaltung.

Ruhig ist es geworden in letzter Zeit um das Areal «Alte Post» in Brugg, um die geplante Überbauung mit zentraler Verwaltung samt Stadtbüro, Gewerbeflächen, Büros sowie Wohnungen. Derzeit laufen im Hintergrund die Gespräche mit den Beteiligten und Interessensvertretern, wird das Raumprogramm überprüft und aktualisiert. So viel war an der gestrigen Medienorientierung zu erfahren. Auskunft gaben Stadtammann Barbara Horlacher und Vizeammann Leo Geissmann.

Auch wenn die Beteiligten während der laufenden Verhandlungen, haben sie vereinbart, keine Details bekannt geben, wie der Neubau zwischen SchulthessAllee und Annerstrasse dereinst konkret daherkommen wird: Zwei Entscheide wurden gefällt. Beschlossen wurde einerseits, sämtliche Arbeitsplätze der Verwaltung an den neuen Standort zu verlegen – also definitiv keine Arbeitsplätze im Stadthaus zu belassen. Dieses soll zwar auch in Zukunft für eine öffentliche Nutzung zur Verfügung stehen – welche, wird aber erst definiert.

600 Quadratmeter sollen es sein

Gefällt wurde andererseits der Standortentscheid für die Stadtbibliothek. Diese wird, lautet die Absicht, ebenerdig im Neubau eingerichtet. Vizeammann Geissmann sprach von einem Flächenbedarf von rund 600 Quadratmetern. Heute im Zimmermannhaus platzt die Stadtbibliothek auf nur gerade etwa 150 Quadratmetern aus allen Nähten. Neu soll der aufgewertete, moderne Betrieb nicht nur ein Ort sein, um Bücher auszuleihen, sondern ein Treffpunkt mit einem Angebot für verschiedene Altersstufen.

Der Einwohnerrat wird voraussichtlich an seiner nächsten Sitzung Ende Januar über die Finanzierung der Stadtbibliothek entscheiden, sprich: über eine Erhöhung des städtischen Beitrags. Bei dieser Gelegenheit wird aufgezeigt, welche Bedürfnisse vorhanden, welche Angebote gefragt sind.

Zehn Beiträge gingen ein

Die Entwicklung des Areals «Alte Post» sowie der Zusammenzug der städtischen Verwaltung sind seit Jahren ein Thema in Brugg. Denn dieses zentrale, gut erschlossene Gebiet – das Scharnier zwischen Altstadt und Bahnhof/Neumarkt – soll belebt werden. 2015 wurde ein Studienauftrag veranstaltet. Im Juni 2016 konnten die Projekte präsentiert werden, das Rennen machte dasjenige der Hornberger Architekten AG aus Zürich. Anfang 2017 wurde das Gestaltungsplanverfahren gestartet.

Im März und April dieses Jahres fand das Mitwirkungsverfahren statt. Insgesamt zehn Mitwirkungsbegehren gingen ein. Hauptthemen waren laut Stadtammann Barbara Horlacher der Umgang mit den auf dem Areal bestehenden Gebäuden «Müller-Haus» und «Alte Schmitte», die gemäss Planung abgerissen werden sollen. Ebenfalls habe sich die Frage gestellt nach der Verträglichkeit der angestrebten Verdichtung. Zu reden gaben überdies die Gestaltung der Grünräume sowie die vorgesehene Verkehrserschliessung über die Annerstrasse mit der Aufhebung der Parkplätze an der Schulthess-Allee.

Gruppierung wehrt sich

Aus der Bevölkerung formierte sich in der Folge Widerstand. Eine Gruppierung lancierte eine «Petition für eine massvolle bauliche Entwicklung der Brugger Innenstadt». Gefordert wurde eine Redimensionierung der geplanten Gebäudekomplexe sowie eine weiterführende Planung unter Einbezug der bestehenden kunst- und kulturhistorisch wertvollen Bauten «Alte Schmitte», «Müller-Haus» und «Kupper-Haus». Diese dürften, so die Meinung, nicht ohne weiteres abgebrochen werden. Ende Juni konnten der Stadt insgesamt 1541 Unterschriften überreicht werden.

Vorgesehen ist nun, die bereinigten Gestaltungspläne 2019 öffentlich aufzulegen. Verläuft alles reibungslos, können sie noch im gleichen Jahr beschlossen werden durch den Stadtrat. Ziel ist es, das Vorhaben dem Einwohnerrat sowie der Stimmbevölkerung im ersten Halbjahr 2020 vorzustellen. Als frühester Zeitpunkt für einen Baustart wird das Jahr 2022 genannt.

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