Grossratswahlen

Die Tücken des Doppelten Pukelsheims

Claudia Meier
Martina Sigg ist Apothekerin und Grossrätin FDP, Apotheke Schinznach-Dorf, 5. September 2018.

Für die FDP im Bezirk Brugg hat der Doppelte Pukelsheim nun schmerzliche Folgen.

Martina Sigg ist Apothekerin und Grossrätin FDP, Apotheke Schinznach-Dorf, 5. September 2018.

Für wen das Wahlsystem gute Folgen hat und wer die Verlierer sind. Ein Kommentar zum Wahlsonntag im Bezirk Brugg.

Seit 2009 werden die Sitze des Grossen Rats nach dem System des Doppelten Pukelsheim verteilt. Damit soll der Wählerwillen möglichst unverfälscht wiedergegeben werden. Damit kleine Parteien bei der Sitzverteilung berücksichtigt werden, müssen sie im gesamten Kanton mindestens 3% oder in einem Bezirk mindestens 5% der Stimmen erhalten.

Für die FDP im Bezirk Brugg hat dieses Wahlsystem nun schmerzliche Folgen. Denn die Grünliberalen konnten ihren Wähleranteil stark vergrössern und so den vor vier Jahren verlorenen Sitz mit Markus Lang zurückholen. Das ging teilweise auf Kosten der FDP, deren Wähleranteil – wie vor acht Jahren – erneut sank.

«Das ist Demokratie»

Und obwohl SP und FDP beide fast 18% Wähleranteil haben, kostete es die Liberalen einen von zwei Grossratssitzen, während die SP beide knapp verteidigen konnte. Für die 3581 Stimmberechtigten, die Martina Sigg gewählt haben, ist es schwierig zu akzeptieren, dass die Apothekerin, die sich im Kanton in den letzten zehn Jahren über die Parteigrenze hinaus einen Namen als umsichtige und hart arbeitende Gesundheitspolitikerin gemacht hat, nun aus dem Grossen Rat ausscheidet.

Schulleiter Markus Lang, der nicht mal einen Drittel von Siggs Stimmen erzielt hat, wird im Kantonsparlament einen anderen Fokus haben. «Das ist Demokratie», sagt SVPlerin Doris Iten. Mehrjährige Knochenarbeit und viele Stimmen sind zwar hilfreich, aber kein Garant für die Wiederwahl.

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