Brugg

Die Wahl von Geri Müller als Schulleiter stösst auf Widerstand in Brugg

Ist Geri Müller als Schulleiter nicht tragbar?

Ist Geri Müller als Schulleiter nicht tragbar? – ein Bericht von Tele M1

Geri Müller, der frühere Stadtammann von Baden und Grüne-Nationalrat, soll von seiner Stelle als Schulleiter in Brugg zurücktreten, fordert ein Komitee.

Für das Komitee «Schulleiterwahl überprüfen» ist klar: Geri Müller ist als Schulleiter unerwünscht in Brugg. «Die Wahlbehörde mag er als gewandter Redner überzeugt haben. Für uns kommt er nicht in Frage, denn die Schule und unsere Kinder liegen uns am Herzen!», stellt das Komitee unmissverständlich fest und lanciert – «viele Rückmeldungen aus der Bevölkerung haben uns dazu bewogen» – eine Petition. Das Co-Präsidium des Komitees haben die Einwohnerräte Miro Barp (SVP) und Peter Haudenschild (FDP) inne. Weitere Mitglieder sind Stefan Baumann und Thomas Salm (beide SVP).

Im Mai wurde bekannt, dass der frühere Stadtammann von Baden und Grüne-Nationalrat am 1. August seine neue Stelle in einem 43-Prozent-Pensum antreten wird als Schulleiter im Schulhaus Bodenacker im Brugger Westquartier. Der Entscheid sei für den 59-Jährigen gefallen, weil er in fachlicher und menschlicher Hinsicht überzeugt habe, sagte Schulpflegepräsident Martin Gobeli damals gegenüber der «Aargauer Zeitung».

Das Komitee «Schulleiterwahl überprüfen!» ist anderer Ansicht und alles andere als überzeugt von Müllers Fähigkeiten. «Er kann weder für unsere Schülerinnen und Schüler noch für die Lehrpersonen ein Vorbild sein», heisst es in Erinnerung an die sogenannte «Nacktselfie-Affäre». «Mit seinem Verhalten hat er bewiesen, dass er nicht über die Medienkompetenz verfügt, die heute allen Kindern vermittelt werden soll.» Trete er die Stelle an, erweise er auch sich selbst keinen Dienst, denn seine Vergangenheit werde mit Sicherheit immer wieder zu einem ausgesprochenen oder unausgesprochenen Thema, so das Komitee. Kurz: «Geri Müller soll von dieser Stelle mit Einverständnis der Wahlbehörde per sofort zurücktreten.»

Der offenbar vielseitige Geri Müller habe wie jede andere Person eine zweite Chance verdient, fügt das Komitee an. Und weiter: Bestimmt geeignet wäre er zum Beispiel für die derzeit ausgeschriebene Stelle als Schulsozialarbeiter in Baden oder als Generalsekretär der Grünen Partei Schweiz.

Gesammelt werden die Unterschriften bis 7. Juli. Eintragen dürfen sich übrigens alle Personen, die mit dem Begehren einverstanden sind, betont das Komitee, auch Kinder, Schülerinnen und Schüler, Lehrpersonen, Menschen ohne Schweizer Pass oder Stadtbesucherinnen und Stadtbesucher.

In einer schriftlichen Stellungnahme vom Dienstagnachmittag hebt die Schulpflege Brugg hervor, dass Einigkeit bestand bei dieser personellen Entscheidung. Geri Müller erfülle die an ihn gestellten Anforderungen als Schulleiter und habe die im Bewerbungsprozess einbezogenen Personen entsprechend überzeugt. Involviert waren Vertreter der Schulleitungskonferenz, eine Delegation der Lehrerschaft des Schulhauses Bodenacker sowie die Schulpflege. Auf die öffentlich ausgeschriebene Stelle seien genug Bewerbungen eingegangen für ein zweistufiges Auswahlverfahren.

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