Windisch

Diese Mütter habens drauf: Sie lancieren eine clevere Online-Kleiderbörse

Die Windischerin Rahel Downey (l.) und die Zürcherin Claudia Bill wurden auch von anderen Mompreneurs unterstützt, um ihr Unternehmen zu gründen.

Die Windischerin Rahel Downey (l.) und die Zürcherin Claudia Bill wurden auch von anderen Mompreneurs unterstützt, um ihr Unternehmen zu gründen.

Ein neues Internet-Angebot für Frauen- und Kindermode bietet ei eine Alternative zum verstaubten Altkleiderhandel.

Kochen, Kinderbetreuen, Kleiderkaufen – Mütter von Kleinkindern müssen viel unter einen Hut bringen. Dass die Fähigkeit zum Multitasking bei Frauen ausgeprägter sein soll, rührt möglicherweise auch daher. Zudem möchten viele Mütter weiterhin berufstätig bleiben.

Eine, die alle diese Aufgaben geschickt unter einen Hut gepackt hat, ist die 34-jährige Windischerin und SP-Einwohnerrätin Rahel Downey.

Zusammen mit Claudia Bill, einer Freundin aus der Hotelfachschule, hat sie aus dieser Zeitnot heraus selber eine clevere Geschäftsidee entwickelt und mit kleiderberg.ch eine Website lanciert, auf der Mütter ihre eigenen ausgetragenen Kleider, Schuhe und Accessoires sowie die ihrer Sprösslinge ganz unkompliziert von zu Hause aus verkaufen können.

Das macht die beiden Mütter zu sogenannten «Mompreneurs» – einer Wortschöpfung aus dem englischen «Mom» und «Entrepreneurs» für Unternehmerinnen. Die Plattform startup.ch schätzt, dass 2013 rund jedes achte Unternehmen von einer Mutter gegründet wurde.

Der Grund für den Schritt in die Selbstständigkeit liegt oft in den mangelnden Teilzeitstellen, die es gerade hochqualifizierten Frauen erschwert, nach der Babypause in ihren Beruf zurückzukehren.

Mompreneurs pflegen auf Facebook ein Netzwerk, in dem sie einander unterstützen und mit Rat zur Seite stehen. Bei Rahel Downey war es aber auch der Wunsch, beruflich etwas Neues zu machen.

Neben ihrer Teilzeitstelle beim Brugger Chinderhuus Simsala hat sie mit dem Internetunternehmen den Vorteil, von zu Hause aus arbeiten zu können.

Einkaufen bei Bekannten

Kinder machen Freude, aber sie verursachen auch hohe Kosten. «Kleinkinder wachsen sehr schnell aus den teuren Kleidern heraus. Da sie nur kurz getragen werden, sind die Kleider meistens aber noch in einem guten Zustand», sagt Rahel Downey.

Zwar gäbe es Kleiderbörsen, aber diese seien oft etwas verstaubt oder fänden an den für Familien so kostbaren Wochenenden statt. Schon lange hatten die beiden Freundinnen die Idee, dass eine internetbasierte Lösung zeitgemässer wäre und arbeiteten einen Businessplan aus.

«Während die Kinder beim Spielen sind, am Abend oder in Pausen kann man als Mutter ganz einfach per Handy ein Foto der alten Kleider machen und dieses mit einem Knopfdruck auf die Seite hochladen oder ein Schnäppchen ergattern.»

Kleiderberg.ch funktioniert quasi als virtuelle Markthalle, in der Mütter ihren eigenen Shop eröffnen und Titelbild sowie Beschreibung selber gestalten können.

Ausserdem – und das ist der grosse Unterschied zu anderen Seiten – kann man diesen Anbieterinnen folgen, sodass man benachrichtigt wird, wenn diese etwas Neues hochladen.

Das macht Sinn, wenn einem der Kleidergeschmack der Anbieterin gefällt oder wenn man selber Kinder hat, die etwas jünger sind. So können die Kleider zum richtigen Zeitpunkt übernommen werden.

«Das Persönliche ist uns sehr wichtig. Viele Mütter möchten wissen, woher die Kleider kommen und wer sie nachträgt. Wenn man die Person kennt, dann ist das viel sympathischer», sagt Rahel Downey.

Mit der Zeit können so auch persönliche Verbindungen entstehen. Jede Woche wird auf der Website eines der Mitglieder vorgestellt.

Blog zu Modethemen

Daneben soll die Seite aber auch ästhetisch ansprechend wirken und ganz ohne Werbung auskommen. Regelmässig informiert die Website mittels eines Blogs und einer Galerie über Trends rund um das Thema Mode und Familie.

Auf dem Blog schreibt auch Andrea Jansen - ehemalige Moderatorin der Sendung «joya rennt» und selber Mutter zweier Kinder.

Zudem bietet die Seite auch jetzt schon Outletartikel von Designern an, wie etwa dem Modelabel «Milk Copenhagen», das selbst ein Mompreneur-Projekt ist.

Zukünftig wollen die beiden Unternehmerinnen noch weitere Outletartikel von ausgewählten Designern ins Angebot aufnehmen und hoffen, dass die Seite durch regelmässige Events, wo Kleider getauscht werden können, auch bekannter wird.

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