Wildegg

Drei junge Aargauerinnen schreiben Theaterstück über Leben im Jahr 2050

Die Köpfe hinter «2050»: (v. l.) Annina Deubelbeiss, Jessica Barthel und Susanne Meyer.

Die Köpfe hinter «2050»: (v. l.) Annina Deubelbeiss, Jessica Barthel und Susanne Meyer.

Annina Deubelbeiss, Jessica Barthel und Susanne Meyer haben ein Theaterstück über das Leben im Jahr 2050 verfasst.

Was wäre, wenn der Klimawandel nur noch mit einem radikalen Umdenken aufgehalten werden könnte? So radikal, dass die Gesetze und Verordnungen ein ganzes Gesetzbuch füllen würden? Diese Fragen haben sich Jessica Barthel (17), Annina Deubelbeiss (18) und Susanne Meyer (17) gestellt. Daraus wurde das Theaterstück «2050», das im Jahr 2050 spielt und ab dem 29. August in der Fabrik Wildegg aufgeführt wird.

«Unser Theaterstück geht manchmal in Science-Fiction über», sagt Jessica Barthel. Die Gesetze, die in «2050» gelten, sind extrem und aus heutiger Sicht oftmals nicht nachvollziehbar. Fleisch wird nicht mehr konsumiert, andere Nahrungsmittel und Konsumgüter sind rationiert. Die Arbeitsstellen sind vorgegeben, Wohnungen werden zugeteilt.

Auch wenn diese Gesetze die Welt vor einem Klimakollaps bewahren konnten, liefern sie viel Material für Konflikte. «Uns war es wichtig, kein Theaterstück mit dem moralischen Zeigefinger zu machen. Unser Ziel ist es, die Besucher zum Nachdenken anzuregen. Man kann zur Klimapolitik nicht keine Meinung ­haben», sagt Annina Deubelbeiss.

Das strenge Regime führt zu vielen Konflikten

«2050» spielt im Warteraum eines Gerichtssaals. Die sechs Protagonisten warten auf das Urteil. Das vorgeworfene Verbrechen wäre in der heutigen Zeit absurd, in der Zukunft, welche die drei Frauen entworfen haben, ist es jedoch ernst zu nehmen.

Das Stück handelt vor allem von den Konflikten, die entstehen, wenn in einer Gesellschaft plötzlich viel strengere Gesetze herrschen. «Es gibt diverse Personen, die nach mehr Freiheit streben, und Probleme mit denen, die sich nicht dem neuen Regime fügen wollen», so Jessica Barthel. «Die Gesetze waren nötig, um die Welt vor dem Kollaps zu retten. Jetzt haben die Menschen viele Regeln, aber keine Selbstbestimmung. Sie haben saubere Luft zum Atmen, wissen aber nicht, wozu.»

Die drei Frauen konnten alle bereits Erfahrung im Theaterbereich sammeln. «2050» ist das erste Stück, das sie zu dritt ­geschrieben haben. «Zuerst haben wir das Gesetzbuch geschrieben, um den Überblick behalten zu können», sagt Jessica Barthel. «Am Anfang arbeiteten alle noch an ihren eigenen Handlungssträngen, dann haben wir die Ideen verknüpft», so Annina Deubelbeiss. «Ich denke, dass das Theater genau wegen ­unserer verschiedenen Sichtweisen so spannend ge­worden ist», ergänzt Susanne Meyer.

Dadurch, dass alle zusammen an dem Stück schrieben, schlichen sich auch immer wieder Logikfehler ein. «Die mussten wir im Nachhinein wieder bereinigen», sagt Annina Deubelbeiss. Einig sind sich die drei beim Schreiben nicht immer: «Wir haben öfters Diskussionen und haben einige Szenen auch wieder komplett umgeschrieben», so Jessica Barthel.

Das Ende von «2050» ist noch offen

«2050» feiert am 29. August seine Premiere in der Fabrik Wildegg. Veranstalter ist der Verein Theater Brause, der kürzlich gegründet wurde. Für die Finanzierung der Produktion läuft derzeit ein Crowdfunding auf We­make­it.

Susanne Meyer, Annina Deubelbeiss und Jessica Barthel könnten es sich vorstellen, nochmals zusammen ein Theaterstück zu schreiben. «Wir haben noch nichts geplant, sind aber für alles offen», sagt Jessica Barthel. Zuerst gilt es jedoch, das aktuelle Stück fertig zu schreiben. Auf das Ende von «2050» haben sich die drei Frauen noch nicht geeinigt.

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