E-Mobilität
Elektroautos sind erst der Anfang: Brugger Firma mischt kräftig mit im Wachstumsmarkt

Die Brugg eConnect AG entwickelt für Elektrofahrzeuge einen besonders robusten Ladestecker für ganz harsche Bedingungen. Dieser kann sogar von einem Lastwagen überrollt werden, ohne Schaden zu nehmen.

Michael Hunziker
Drucken
Teilen
Patrick Kern ist CEO der Brugg eConnect.

Patrick Kern ist CEO der Brugg eConnect.

Bild: Alex Spichale
(4. März 2020)

Der Absatz von Elektroautos steigt von Jahr zu Jahr. Die Brugg eConnect AG ist mitten drin im Wachstumsmarkt – als Systemanbieter von ungekühlten Ladekabeln und Steckern sowie von gekühlten Ladesystemen.

Das aufstrebende Unternehmen weiss: Um den künftigen Anforderungen gerecht werden zu können, muss der Ausbau der Ladeinfrastruktur vorangetrieben werden. Unter anderem gefragt sind Schnellladestationen an Autobahnraststätten, mit denen Elektroautos in unter 10 Minuten geladen werden können.

Auch für Schnellboote kommen die Kabel aus Brugg

Die Aussichten sind vielversprechend, denn Elektroautos sind erst der Anfang, ist der Kabelhersteller mit Hauptsitz in Brugg überzeugt. Mehr und mehr folgen werden elektrisch betriebene Lastwagen, Baufahrzeuge, Schiffe und Kleinflugzeuge.

Auf diese neuen Anwendungsbereiche setzt das Unternehmen nun bei der Produkteentwicklung und stellt für die besonders harten Bedingungen den sogenannten «Compact»-Ladestecker vor. Dieser setze neue Massstäbe, wird in einer Medienmitteilung ausgeführt. Der Stecker sei so robust, dass er selbst dann keinen Schaden nehme, wenn er von einem Lastwagen überrollt werde.

Der neue «Compact»-Stecker der Brugg eConnect ist für speziell harte Bedingungen entwickelt worden.

Der neue «Compact»-Stecker der Brugg eConnect ist für speziell harte Bedingungen entwickelt worden.

Bild: zvg/Brugg eConnect

Die Brugg eConnect, heisst es weiter, könne einen Beitrag leisten zur breiten Elektrifizierung von neuen Fahrzeugen. CEO Patrick Kern ergänzt: «Aktuell arbeiten wir auch an Projekten für industrielle Anwendungen sowie elektrisch betriebene Schiffe. Hierfür reichen die heutigen Ladesysteme auf dem Markt nicht aus.»

Kürzlich wurde in Norwegen die weltweit erste Schnellladestation für Schnellboote eröffnet – mit Kabel und Stecker aus Brugg.

Unternehmen beschäftigt über 90 Mitarbeitende

Hervorgegangen ist die Brugg eConnect aus den traditionsreichen Kabelwerken Brugg. Mit dem Verkauf der Brugg Kabel AG an den italienischen Energieversorger Terna, wurde der Bereich Industrie-Kabelsysteme Ende Oktober 2019 herausgelöst. Innerhalb von wenigen Wochen konnte – auf dem bestehenden, intakten Fundament – die neue Firma aufgebaut werden.

Im April ist bei der Brugg eConnect der «E-Cargovia»-Standort eröffnet worden.

Im April ist bei der Brugg eConnect der «E-Cargovia»-Standort eröffnet worden.

Bild: Ina Wiedenmann

Der Neustart verlief erfolgreich. Neben Spezialkabellösungen für die Industrie sowie hochwertigen, leistungsfähigen Schnellladekabeln und Steckern für die E-Mobilität entwickelt und produziert die Brugg eConnect auch Nieder- und Mittelspannungskabel für die Windenergie. Für das Unternehmen sind am Hauptsitz in Brugg rund 45 Mitarbeitende tätig, rund 50 weitere in der Tochtergesellschaft in Polen.

Aktuelle Nachrichten