Zeitraffer-Film

Ein Brugger Fotograf setzt den Aargau ins schönste Licht

«Rüebliland Reloaded» – der Kanton Aargau aus einer neuen Perspektive.

«Rüebliland Reloaded» – der Kanton Aargau aus einer neuen Perspektive.

Ein Kurzfilm über den Kanton Aargau, bestehend aus mehr als 10 000 Fotos. Geschossen hat die Fotos der Brugger Fotograf Martin Gessler im Sommer 2015. Er will zeigen, dass der Aargau mehr ist als nur AKW und Autobahn.

Der Fotograf Martin Gessler hat nach rund 200 Stunden sein Filmprojekt «Rüebliland Reloaded» fertiggestellt. Damit ist er zwar «ganz zufrieden», aber der Ehrgeiz ist noch grösser. Man darf also auf weitere Projekte hoffen.

Ein halbes Jahr lang hat er den Aargau durch die Linse gesehen. Er war auf der Jagd nach aussergewöhnlichen, eindrücklichen und stimmungsvollen Sujets. Schlösser, Flüsse, Wiesen, dazwischen mal ein Atomkraftwerk oder urbanes Gewusel.

Daraus entstanden ist ein Film aus Timelapse-Aufnahmen und Drohnenbildern, den der Brugger Fotograf Martin Gessler (36) gemeinsam mit Hans Fischer realisiert hat.

«Rüebliland Reloaded» heisst der Film. Seit vier Tagen ist er nun online. «Ich will ja nicht, dass er irgendwo auf meiner Festplatte versauert», meint Martin Gessler.

«Rüebliland Reloaded», das ist mehr als weisse Socken, Atomkraftwerke oder Autobahnen. Aufräumen wollte Martin Gessler mit den Klischees, die dem Aargau vorauseilen. Ganz um die Klischees herum kam er aber nicht.

Der AKW-Kühlturm und die Autobahnen haben es trotzdem in den Film geschafft. «Ich wollte die Gegensätze zeigen, die den Aargau ausmachen», erklärt Martin Gessler. «Zeigen, dass der Aargau nicht nur aus Autobahnen und Atomkraftwerken besteht.»

Und so stellt er gekonnt idyllische Landschaftsaufnahmen, Landleben, Schlösser und Burgen dem AKW-Kühlturm und den Autobahnen gegenüber. «Ich glaube, dass der Kanton Aargau einer der am meisten unterschätzten Kantone ist», sagte er im Vorfeld des Projekts.

Für die Realisation hat er sich wohl einen der schönsten Sommer der letzten Jahre ausgesucht. Nur zweimal musste er die Dreharbeiten wegen Regens abbrechen. Eine Aufnahme hat er nicht so hinbekommen, wie er sie sich vor seinem geistigen Auge vorgestellt hat: Gerne hätte er das Schloss Lenzburg im Zeitraffer in den Film aufgenommen. Doch die Bauarbeiten an der Südfassade machten ihm einen Strich durch die Rechnung.

Trotzdem ist Martin Gessler zufrieden, wie die Drehs abgelaufen sind. «Die Bedingungen waren praktisch immer gut, unter Zeitdruck stand ich sowieso nicht. Und das Wetter hat wirklich gestimmt.»

Die grösste fotografische Herausforderung war das Aufnehmen des Sternenhimmels, «da es im Aargau praktisch keine richtig dunklen Orte ohne Lichtverschmutzung mehr gibt», sagt Martin Gessler. «Einzig Mönthal und die Gegend zwischen Linn und Zeihen ist einigermassen dunkel.»

Brugg in Motion Vol. I

«Brugg in Motion» - ein weiteres Projekt von Martin Gessler

Trailer über die Stadt Brugg im Kanton Aargau. Bis 2016 soll ein dritter Teil der "euses Städtli Brugg" Trilogie entstehen, welche im Jahr 1956 begonnen wurde. Der zweite Teil erschien im Jahr 2006. Für den kurzen Trailer wurden HDR Bilder, Luftaufnahmen aus Helikopter und Flugzeug, sowie Drohnen Aufnahmen verwendet. Alle Bilder entstanden zwischen 2009 und 2014. Mehr Infos auf www.brugg2016.blogspot.com

200 Stunden Produktion

200 Stunden hat Martin Gessler in den Film investiert, schätzt er. Rund 160 Stunden davon verbrachte er draussen, belichtete Aufnahme um Aufnahme auf der Kamera. Gerade mal 40 Stunden brauchte er für die Postproduktion am Computer.

Obwohl er nun mit seinem Film fleissig Klicks und Likes einheimst, ist Martin Gessler nicht euphorisch. «Es ist ok, ich bin zufrieden», sagt er. «Aber es gibt noch Luft nach oben.» Obwohl die Fotografie nur ein Hobby ist, eigentlich.

Trotzdem ist sie mehr als das. Als Sohn eines Fotografen wuchs er mit Kameras auf. Als Verkaufsleiter der Light + Byte AG in Zürich hat er täglich zu tun mit der Fotografie. Das wird sich bald ändern.

Denn Martin Gessler beginnt eine Weiterbildung. «Zudem habe ich keine Lust, in der Kälte Zeitraffer zu erstellen», sagt er augenzwinkernd. Ein Projekt gibt es allerdings, das ihn noch reizt: das Gegenteil von Zeitrafferaufnahmen. Das wären dann extreme Zeitlupen.

Brugg in Motion - Vol. II

Brugg in Motion - Vol. II

Brugg in Motion - Vol. III

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