Brugg
Ein grosser Verlust für Betagte: Das Sonnenbergquartier verliert seinen Laden

Der Quartierladen Mili Markt an der Zurzacherstrasse ist bis auf weiteres geschlossen. Dies beudeutet aber nicht, dass der Lebensmittelladen auf ewig verschwinde, sagt der Betreiber. Entweder verkaufe er, oder investiere nochmals.

Larissa Hunziker (Text und Foto)
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Seit dem 30. Dezember ist der Mili Market an der Zurzacherstrasse geschlossen.

Seit dem 30. Dezember ist der Mili Market an der Zurzacherstrasse geschlossen.

Larissa Hunziker

Den Quartierbewohnern und vielen Autofahrern und Buspassagieren auf der Durchfahrt ist es bereits aufgefallen: Der Quartierladen Mili Market an der Zurzacherstrasse in Brugg-Lauffohr sieht seit kurzem verwaist aus. Hinter den Fensterscheiben ist es dunkel, die übliche Früchte- und Gemüseauslage vor dem Gebäude fehlt.

Am 30. Dezember sei der Laden zum letzen Mal offen gewesen, sagt Rahim Abdiji, Geschäftsführer des Mili Markets. Erst vor bald einem Jahr, im Februar 2018, hatte Abdiji den Quartierladen von Tahir Usak übernommen. Dieser betreibt an der Aarauerstrasse in Brugg ein Lebensmittelgeschäft. Da ihm die Belastung mit zwei Läden zu gross wurde, entschied er sich im letzten Jahr für den Verkauf seiner Filiale an der Zurzacherstrasse. Vor Usak war im Gebäude der Coop Sonnenberg untergebracht, der im Januar 2014 schloss.

Grosser Verlust für Senioren

«Ich habe den Laden voll motiviert übernommen», erzählt Rahim Abdiji, der den Mili Market als Familienbetrieb führte. Doch das Geschäft sei nicht gut gelaufen, er habe kaum Gewinn gemacht und sei oft im Minus gewesen, erzählt der 25-Jährige, der in Schinznach wohnt. «Wir haben alles probiert, aber irgendwann mussten wir einsehen, dass es keinen Sinn mehr macht, den Laden weiterzuführen.»

Vor allem für die älteren Bewohner des umliegenden Quartiers und die Stammkunden sei die Schliessung des Mili Markets schlimm, so Abdiji. Aber einen kleinen Lichtblick gibt es. «Entweder verkaufe ich den Laden an jemanden, der ihn als Lebensmittelgeschäft weiterführt, denn für diesen Zweck ist das Gebäude gebaut worden. Oder ich investiere noch mal – etwa, indem ich einen Metzger anstelle», sagt Rahim Abdiji. Vorläufig bleibt der Laden aber geschlossen.

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