Scherz

Ein Kantischüler kreiert unkonventionelle Kunst im Bunker

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Dadurch, dass der Künstler auch die anliegenden Wände besprüht, erzeugt er eine Anamorphose. Das Bild wirkt so dreidimensional.

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Der 20-jährige Kantischüler Benjamin Meier kreierte ein 3-D-Graffito für das Fach «Bildnerisches Gestalten».

Die Gemeinde Scherz freut sich über ein neues, dorfeigenes Kunstwerk. In einem stillgelegten Bunker hat Benjamin Meier, Schüler der alten Kantonsschule Aarau, ein 3-D-Graffito kreiert. Der 20-jährige Scherzer hat im Rahmen eines Arbeitsauftrags des Fachs «Bildnerisches Gestalten» erfolgreich sein Hobby mit der Schule verknüpft.

Auf die Frage, woher seine Faszination komme, antwortet der Drittklässler: «Graffiti sieht man heutzutage überall, aber oftmals haben diese eine negative Ausstrahlung. Aus meiner Sicht ist Graffiti, beziehungsweise Streetart, eine Kunst welche sich lohnt auszuleben.» Er selbst ist unter dem Künstlernamen «Clash» aktiv und beschäftigt sich seit mehreren Jahren mit der Graffitiszene.

«Meine Motivation ist, dass man seine Werke in der Öffentlichkeit präsentiert und dass diese über die Lebenserwartung hinaus, für die Ewigkeit, existieren können. Auch gefällt mir die Freiheit dieser Kunstart, denn bei einem Graffito wird man nicht durch bestimmte Regeln eingeschränkt und kann das sprayen, was man will.» Für das Besprühen des Bunkers hat er sich die Erlaubnis der Schule, der Gemeinde und des Militärs geholt.

Das 3-D-Graffito ist eine sogenannte Anamorphose. Eine Anamorphose ist ein Bild, dass nur aus einem Blickwinkel seine Dreidimensionalität erkennen lässt, aus einem anderen Winkel wirkt das Bild unförmig und verzerrt. Um diese Wirkung zu erzielen, besprüht ein Künstler nicht nur eine Wand, sondern auch die anliegenden Flächen wie den Boden, die Decke oder die Nachbarwände. Neben dem dreidimensionalen Erscheinungsbild unterscheidet sich ein 3-D-Graffito vor allem in der immens aufwendigeren Vorbereitung und Skizzierung von einem herkömmlichen, zweidimensionalen Graffito. Bei einem Standard-Graffito zeichnet der Sprüher eine Skizze und überträgt die dann auf die Wand. «Ich musste meine 2-D-Skizze in fünf verschiede Teile aufteilen und so verzerren, dass sie auf die Wände passten und gleichzeitig mit dem Blickwinkel übereinstimmten», so Benjamin Meier über den aufwendigsten Teil seiner Arbeit. Die Gemeinde Scherz zeigt sich auf jeden Fall sehr erfreut über das Werk und hat umgehend Bilder davon auf Facebook gepostet.

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