Region Brugg

Ein Werk im Zeichen des Abschieds und Neuanfangs

Viele Gäste interessieren sich im Salzhaus für die Skizzen von Eva Eder, die auch Thema in der 130. Ausgabe der "Brugger Neujahrsblätter" sind.

Vernissage "Brugger Neujahrsblätter"

Viele Gäste interessieren sich im Salzhaus für die Skizzen von Eva Eder, die auch Thema in der 130. Ausgabe der "Brugger Neujahrsblätter" sind.

Die Vernissage der «Brugger Neujahrsblätter» lässt bei bester Unterhaltung Kindheitserinnerungen aufblühen.

Die Produktion der «Brugger Neujahrsblätter» ist jedes Jahr ein Kraftakt, den es neben dem Alltagsgeschäft zu bewältigen gilt und der etwa 25'000 Franken kostet. Diese regionale Dokumentation ist keine Selbstverständlichkeit, wie Geschäftsleiter Cédric Kaiser von der Effingermedien AG an der Vernissage der 130. Ausgabe aufzeigte. Am Sonntagabend wurden im Salzhaus für den Traditionsanlass vorerst 170 Stühle bereitgestellt, gekommen sind rund 190 Gäste, für die weitere Stühle geholt wurden. «Das ist neuer Rekord», sagte Kaiser gut gelaunt. Voraussichtlich bis in zirka einem Jahr wird es alle Ausgaben der «Brugger Neujahrsblätter» (BNJB) auch in digitaler Form geben. Das entsprechende Projekt ist bei der
ETH aufgegleist.

Stefan Höchli vom vierköpfigen Redaktionsteam, in dem auch Annegret Ruoff, Barbara Stüssi-Lauterburg und Brigitte Süess mitwirken, war es eine grosse Freude, den Hauptreferenten Thomas Strässle vorzustellen. Den Werdegang des Literaturwissenschaftlers und Autors, den er schon als Kind erlebt hatte, habe er auch aus der Ferne stets beobachtet, so Höchli.

Noch immer ist die Fantasie der Schulkinder gefragt

Strässle ist in Brugg-Lauffohr aufgewachsen und nahm das Publikum mit auf eine unterhaltsame Reise durch seine Kindheitserinnerungen an die Literatur.Wortgewaltig erzählte
er von einer sehr langen Lesung, die Günter Grass bei brütender Hitze im Dachstock des Zimmermannhauses hielt, sowie von den Besuchen des Schriftstellers und Ferrari-Fahrers Hermann Burger.Als dieser sich das Leben nahm, war Thomas Strässle noch keine 17 Jahre alt.

Bis heute bedauert der Literaturwissenschaftler,dass er keine Gelegenheit hatte, sich mit Burger über literarische Themen auszutauschen. Ausgetauscht hatte sich Strässle hingegen mit seinen engsten Schulfreunden für die Teilnahme an einem Schülerwettbewerb, den der Stadtrat zur Belebung der neuerdings verkehrsfreien Altstadt ausgeschrieben hatte.Nachdem weder der von Strässle vorgeschlagene künstliche Stadtbach noch eine andere Idee umgesetzt wurde, schloss der 47-Jährige seine Rede im Salzhaus mit den Worten: «Wenn ich heute durch die Altstadt von Brugg gehe, kann ich mich manchmal des Gedankens nicht ganz erwehren: Hoffentlich setzt man jetzt, wo die Jugend überall an Einfluss gewinnt, auf die Fantasie der Schulkinder.»

Peter Berthelé hat zum letzten Mal geschrieben

In den BNJB 2020 hat Peter Berthelé zum letzten Mal die Rubrik «Der Bezirk Brugg vor 100 Jahren» verfasst. So ist zu lesen, dass 1920 in Villnachern alle Gemeinderäte zurücktraten, weil die Gmeind vorgängig sowohl eine bescheidene Besoldungserhöhung als auch die Schulrenovation abgelehnt hatten. Und die Stadt Brugg bewilligte den Bau eines gemeindeeigenen Zweifamilienhauses bei der Brunnenmühle.

Noch unklar ist, wie es mit dieser Rubrik und dem Redaktionsteam – nach dem Ausscheiden von Stefan Höchli – weitergehen wird.

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