Brugg

Eine Stadt wird zum Bauernhof

Die Brugger Innenstadt wurde in einen Bauernhof verwandelt – die Gäste erfreuten sich am Streichelzoo und staunten beim Mosten.

Vorsichtig schaufelt Ruedi Birri aus Zeihen, die durch die Presse zerstückelte Apfelmasse auf das Presstuch, streicht die Masse mit der Schaufel glatt und deckt sie mit dem überhängenden Tuch behutsam zu. Ein weiteres Brett wird auf das gefüllte Tuch gelegt, dann folgt das Presstuch, das erneut mit der Apfelmasse gefüllt wird.

Dieses Vorgehen wiederholt Rudi Birri rund fünf Mal, dann startet er die Presse, welche die Apfel-Pakete zusammendrückt – nun fliesst der Most in einem satten Strahl in den Eimer. Kollege Ueli Halbheer leert die Eimer mit Apfelmost in ein anderes Fass.

Nun füllen Jugendliche die 75-prozentige Ausbeute der Gala-Äpfel als Most in Literflaschen ab. Für die zahlreichen Interessierten, die sich um die Apfelpresse gescharrt haben, wird Most zum Degustieren ausgeschenkt. «Ich finde es eindrücklich, was hier geboten wird. Wir sind extra für diesen Anlass hierhergekommen.

Meist weiss man gar nicht, was es in der Region an traditioneller Landwirtschaft gibt», sagt ein Familienvater aus der Region Baden-Wettingen, der mit seinem Kollegen beim Mosten zusieht. «Unsere Kinder sind noch bei den Tieren», erklären sie lachend.

Kinder melken die Kuh und reiten auf dem Pony

Tatsächlich können sich die Kinder kaum trennen von den Kühen, Kälbern, Ziegen und den Schweinen, die, in ihren Gehegen auf dem Neumarktplatz, träge im Stroh liegen. Überall wird gestreichelt, gestaunt und fotografiert.

Andere versuchen, die lebensgrosse Plastikkuh von Swissmilk zu melken. Zahlreiche Stände mit Konfitüren, gluschtigen Sonntagszöpfen oder Kürbisspezialitäten sind in Richtung Eisi-Platz aufgestellt. Wein kann ebenso degustiert werden.

Das Ponyreiten stösst auf solche eine Begeisterung, dass wartende Kinder ab 15 Uhr abgewiesen werden müssen: Die Wartezeit beträgt nun eine Stunde und der vom Verein Tourismus Brugg organisierte Anlass ist um 16 Uhr beendet.

«Ein genialer und vielseitiger Anlass»

Auf dem Eisiplatz sitzen die Leute auf den Festbänken, essen Bratwürste oder Güggeli und prosten sich mit dem Weinglas zu. Schwyzerörgeli erklingen und begleiten das gemütliche Beisammensein. «Dieser Anlass ist genial und vielseitig.

Man sieht beispielsweise, wie Most hergestellt wird», sagt eine Frau aus Döttingen. Ihre Kinder ziehen sie in Richtung Stadthaus: «Wir müssen zu den Tieren», lacht sie. Punkt 12 Uhr startet das erste Säulirennen. Kinder und Erwachsene feuern die mit verschieden farbigen Halskrausen antretenden Säuli frenetisch an, schliesslich haben sie auf die Vierbeiner gewettet.

Irene Hung-König

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