Windisch

Einsprache hat sich gelohnt: Der Süssbach wird aufgewertet

Zwischen Kindergarten Kornfeld (links) und neuem Spielplatz (vorne) hätte das Ufer entlang des Süssbachs abgeflacht werden sollen. CM

Zwischen Kindergarten Kornfeld (links) und neuem Spielplatz (vorne) hätte das Ufer entlang des Süssbachs abgeflacht werden sollen. CM

Der Kanton verzichtet auf Abflachung des Bachufers vor dem Kindergarten Kornfeld als ökologische Ausgleichsmassnahme für die Südwestumfahrung. Die Wohnbaugenossenschaft Brugg-Windisch hat sich dagegen gewehrt und begrüsst nun die Alternativen.

Der Abstimmungsentscheid im Juni 2013 fiel deutlich aus: Die rund 47 Mio. Franken teure und drei Kilometer lange Südwestumfahrung Brugg kann gebaut werden. Das Aargauer Stimmvolk gab mit 88 830 Ja- zu 41 362 Nein-Stimmen grünes Licht dazu. Knapp drei Jahre später weiss allerdings noch niemand, wann die Bagger auffahren werden. Diverse Einsprachen sind noch hängig.

Wie immer, wenn Land für ein neues Strassenprojekt beansprucht wird, geht es darum, der Natur als ökologische Ausgleichsmassnahme etwas zurück zu geben. Das war auch entlang des Süssbachs in Windisch vorgesehen. Doch gegen die Kantonspläne auf dem Kindergartenareal Kornfeld regte sich schon früh Widerstand. Die Wohnbaugenossenschaft (WBG) Brugg-Windisch machte Einsprache und konnte diese nach konstruktiven Gesprächen mit Kantonsvertretern vor Ort schliesslich zurückziehen. WBG-Präsident Emil Inauen und WBG-Finanzverwalter Martin Pfändler zeigen sich nun sehr zufrieden mit der neuen Vereinbarung, die sie mit dem Kanton treffen konnten.

Höheres Gefahrenpotenzial

«Unsere Einsprache richtete sich nicht gegen den Bau der Südwestumfahrung», betont Emil Inauen. Vielmehr störte sich die WBG als Eigentümerin daran, dass auf dem Kindergartenareal Kornfeld das Ufer des Süssbachs hätte abgeflacht werden sollen. Dadurch wäre ein Teil des Vorplatzes und des auf der anderen Bachseite liegenden Spielplatzes verloren gegangen. Letzterer wurde erst vor wenigen Jahren im Rahmen einer umfassenden Sanierung erstellt. Auch die Kindergärtnerinnen waren nicht damit einverstanden, dass der Süssbach in den Spielplatz für die Kinder miteinbezogen werden soll. «Nach der Umgestaltung dieses Uferabschnitts gemäss Projekt wäre den Kindern sehr viel schwerer zu erklären, warum sie zu Zeiten höherer Wasserstände und bei Hochwasser dann nicht mehr dort spielen dürfen», argumentierte die WBG in ihrer Einsprache. Präsident Inauen sagt: «Wir hatten auch Angst, dass bei Hochwasser der Bach im Haus 24 Schaden anrichten könnte.»

Bei ihrer Einsprache wurde die WBG von Landschaftsarchitekt und Süssbachkenner Hans-Dietmar Koeppel unterstützt. Im vergangenen Herbst fanden die Einspracheverhandlungen mit Kantonsvertretern auf dem Kindergartenareal statt. «Wir fühlten uns sehr ernst genommen», sagt Finanzverwalter Martin Pfändler. Sie hätten den Kantonsvertretern darlegen können, dass der Süssbach sehr wohl eine Aufwertung braucht, in dem zum Beispiel wuchernde Brombeerstauden zurückgeschnitten und an diversen Stellen dürres Gehölz rausgeholt wird.

Kanton für Gewässer zuständig

Grundsätzlich ist der Kanton für Bachsohle und -ufer zuständig. Im Umweltverträglichkeitsbericht zur Südwestumfahrung steht denn auch: «Der Süssbach soll ökologisch aufgewertet und insbesondere die Uferbestockung als wertvoller Lebensraum für Tiere und Pflanzen wieder hergestellt werden.» Dass es dem Kanton ernst ist damit, stellten die WBG-Vertreter bereits vergangene Woche anerkennend fest. Auf einem Abschnitt ausserhalb des Kindergartenareals wurden die Bachufer vom Gehölz befreit. Zudem haben Pfändler und Inauen beobachtet, dass marode Bäume gekennzeichnet wurden, die voraussichtlich im kommenden Winter weichen müssen. Mit einigen Eichen soll unter anderem das Ufer aufgestockt werden. «Für uns ist das Thema erledigt», sagt Pfändler. «Uns ging es darum, dass der Spielplatz nicht verkleinert wird und der Süssbach insgesamt besser gepflegt wird. Dieses Ziel haben wir nun mit unserer Einsprache erreicht.»

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