Windisch/Gebenstorf

Einsturzgefahr bei Hochwasser: Die Reussbrücke muss ersetzt werden

Die Brücke wurde im September stabilisiert.

Die Brücke wurde im September stabilisiert.

Altersbedingt weist die Reussbrücke zwischen Windisch und Gebenstorf massive Mängel auf – jetzt geht es um den Neubau.

Plötzlich ging es schnell: Am 7.September musste die Reussbrücke zwischen Windisch und Gebenstorf gesperrt werden (die AZ berichtete). Grund: Die alten Brückenpfeiler waren marode und wiesen gravierende Mängel auf. In der Folge wurden die Pfeiler stabilisiert, am 24.September dann konnte die Brücke wieder geöffnet werden.

Klar ist, dass ein Neubau der Brücke unausweichlich ist. Über einen entsprechenden Projektierungskredit von 130000 Franken entscheidet der Windischer Einwohnerrat an seiner Sitzung am 22.Januar.

In der Botschaft heisst es, dass die Bausubstanz der über 100 Jahre alten Brücke altersbedingt gravierende Mängel aufweist. Die neusten Untersuchungen hätten gezeigt, dass sich der Zustand der Brücke in den letzten Jahren massiv verschlechtert hat. Die Brückenpfeiler sind stark unterspült und es besteht bei grossem Hochwasser die Gefahr eines möglichen Einsturzes.

Dass die Brücke unterhalb des Reuss-Wehrs in einem schlechten Zustand ist, weiss man schon lange. Bereits im Jahr 2000 untersuchten Taucher die Ausspülungen. Sie stellten eine deutliche Zunahme der Unterspülung an beiden Flusspfeilern fest. Als sehr kritisch zu betrachten war die Ausspülung des Flusspfeilers 2 auf Seite Gebenstorf. Die Standsicherheit war aufgrund der Unterspülung stark gefährdet.

Bauingenieur gibt Brücke noch fünf Jahre

Die getätigten baulichen Sofortmassnahmen im September 2019 lassen zu, dass die alte Reussbrücke noch ca. fünf Jahre stehen kann. So jedenfalls sieht es der Bauingenieur. Die Behörden der Gemeinden Gebenstorf und Windisch wollen nun verschiedene Ansätze und Möglichkeiten mit einem Studienauftrag durchführen. «Ziel ist es, verschiedene Ideen und Möglichkeiten zu prüfen und eine auf die Situation abgestimmte Bestvariante zu erhalten, welche langfristig die Bedürfnisse der Benutzer abdecken soll», heisst es in der Botschaft an den Einwohnerrat.

Gemäss einer Offerte der Firma ARC Consulting belaufen sich die Kosten auf 374000 oder 422000 Franken. Die preiswertere Variante schliesst einen Projektwettbewerb im Einladungsverfahren mit fünf Planerteams ein. Die teurere Variante beinhaltet einen Projektwettbewerb mit sieben Planerteams im Präqualifikationsverfahren.

Gebenstorf hat Ja gesagt zum Projektierungskredit

Die Vertreter der Gemeinden Windisch und Gebenstorf haben sich über das weitere Vorgehen abgesprochen. Gemeinsam wird nun vorgeschlagen, ein zweistufiges Verfahren durchzuführen. In einer ersten Stufe soll ein Studienauftrag mit drei Planerteams durchgeführt werden. Beide Gemeinden sind der Meinung, dass aufgrund der bereits zahlreich vorgegebenen Parameter diese kostengünstigere Variante mit weniger Planerteams ausreicht, um «zu einer qualitativ und wirtschaftlich guten Projektidee zu gelangen». Das Team mit der bestbeurteilten Projektidee soll den Auftrag zur Ausarbeitung eines entsprechenden Bauprojekts erhalten.

Für die Projektierung – sie beinhaltet Wettbewerb und Vorprojekt – ist mit 260000 Franken zu rechnen. Beide Gemeinden steuern 130000 Franken dazu bei. Zum Projektierungskredit für den Neubau der Reussbrücke Ja gesagt hat bereits das Gebenstorfer Stimmvolk. An der Gemeindeversammlung Ende November bewilligten die Stimmberechtigten 130000 Franken.

Unsicher, ob der Kanton einen Beitrag zahlt

Unklar ist zurzeit noch, ob sich der Kanton an den Kosten des Brückenneubaus beteiligen wird. In einer ersten Antwort hiess es, dass der Kanton keinen Beitrag sprechen wird, weil die Veloroute über die Reussbrücke im Oase-Projekt nur als Nebenverbindung eingetragen ist. «Der Gemeinderat gibt sich mit dieser Antwort jedoch nicht zufrieden», hält die Windischer Behörde in der Botschaft fest. «Er hat in der Stellungnahme zur Anhörung der Oase der zuständigen kantonalen Behörde nochmals mitgeteilt, wie wichtig diese Verbindung zwischen Gebenstorf und Windisch ist, und den Antrag für einen kantonalen Beitrag erneut gestellt.»

Ebenfalls eingereicht hat man das Projekt Erneuerung Reussbrücke in der 4.Generation des Agglomerationsprogramms. «Falls das Projekt in das Programm aufgenommen wird, kann mit einer finanziellen Unterstützung durch den Bund gerechnet werden», schreibt die Behörde.

Der Terminplan sieht vor, dass der Wettbewerb zwischen Mai und Oktober 2020 durchgeführt wird. Im November soll dann das Siegerprojekt genehmigt werden.

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