Windisch
Einwohner legen selber Hand an und flicken den Radweg

Dutzende Helfer aus verschiedenen Vereinen, allen voran der Windischer Quartierverein Unterdorf, fügten entlang des Velowegs in der Mülimatt mit einem Mergelgemisch Randstreifen an – so sollen künfig Stürze verhindert werden

EDGAR ZIMMERMANN (TEXT UND FOTO)
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Jugendliche, Erwachsene und ein paar Kinder ebnen die Gräben beidseits des Wegs mit einem Mergelgemisch.

Jugendliche, Erwachsene und ein paar Kinder ebnen die Gräben beidseits des Wegs mit einem Mergelgemisch.

Edgar Zimmermann

Die Gemeinde Windisch hatte im vergangenen Jahr einen ausgezeichneten Belag auf der für Velos und Fussgänger offenen, dem Bahndamm ab Brugg nach Unterwindisch folgenden Mühlemattstrasse angelegt. Beidseits des Belages verblieben aber bis zu 15 cm tiefe Gräben. Dies hatte zur Folge, dass wiederholt Kinder, vereinzelt auch Erwachsene, die mit dem Velo über den Fahrbahnrand gerieten, in den Rinnen zu Fall kamen, glücklicherweise ohne sich nennenswerten Verletzungen zuzufügen.

Abteilung Planung und Bau wollte zuwarten

Der Verein Pro Velo Brugg Windisch machte den Gemeinderat auf die Gefahrenquelle aufmerksam. Die Abteilung Planung und Bau wollte zunächst aus finanziellen Gründen zuwarten, während die Arbeitsgruppe Quartierentwicklung für eine Behebung plädierte. Da ergriff der Windischer Quartierverein Unterdorf die Initiative: «Wir legen selber Hand an und suchen in weiteren Kreisen Helferinnen und Helfer.» Die Gemeinde war mit diesem Vorgehen ebenso einverstanden wie die Landbesitzer: die SBB und der Kanton. Die Helfersuche verlief erfolgreich: Es meldeten sich Mitglieder von Pro Velo, der Brugger Pfadi, des Windischer Blaurings und der Jugendgruppe der Evangelisch-methodistischen Kirche Brugg für einen Einsatz an (wobei die drei letztgenannten Jugendorganisationen einen Zustupf in die Kasse zugesprochen erhielten).

Als Organisator und Einsatzleiter amtete David Roth, Vorstandsmitglied des Quartiervereins. Wie er der az erklärte, mussten die Gräben auf einer Länge von 600 Metern aufgefüllt werden, was um die 30 Kubikmeter Material erforderte: Vier Lastwagenladungen Mergelgemisch wurden zum Depot bei der Mülimatt-Sporthalle geführt und von dort mit zwei kleinen Lastwagen, die von einem Kleinbagger beladen wurden, auf die Strecke verteilt.

50 Personen waren im Einsatz

Nun galt es, von Hand, mit Schaufel, Rechen und Karrette das Material in die Gräben zu verfüllen, zu festigen und ein um die 40 cm breites Bankett anzulegen. Am Freitagnachmittag wurden erste Arbeiten ausgeführt, am Samstagmorgen gings richtig los: Gegen 50 Personen standen mit Begeisterung im Einsatz. Sie waren so fleissig, dass am Nachmittag wenige Helfer für den Finish genügten.

Zum Mittagessen wurden die Helferinnen und Helfer zu einem Bankett bei der Sporthalle geladen: Nebst Risotto gabs auch ein feines Dessert. Denn, so Meret Braun, Präsidentin des Quartiervereins: Eine 4. Klasse der Windischer Primarschule Dorf hatte am Morgen Kuchen gebacken und abgeliefert – und durfte dafür einen Batzen für das geplante Klassenlager einheimsen.

David Roth zeigte sich hoch erfreut über die rundum gelungene Aktion, die nicht nur der Gefahreneliminierung diente, sondern auch den Zusammenhalt förderte und ein Beispiel war, wie mit Eigeninitiative und Fronarbeit viel für die Gemeinschaft erreicht werden kann. Da Fahrzeuge und Transporte von Sponsoren günstig gestellt oder ausgeführt wurden und die Gemeinde Windisch die Materialkosten – rund 1500 Franken – übernahm, darf die vorbildliche Aktion auch finanziell als rundum gelungen gewertet werden.

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