Brugg

Einwohnerratspräsident Stefan Baumann: «Die Begegnungen waren einzigartig»

Einwohnerratspräsident Stefan Baumann: «Ich freue mich darauf, dass ich mich wieder persönlich  zu einem Geschäft im Einwohnerrat äussern darf.»

Einwohnerratspräsident Stefan Baumann: «Ich freue mich darauf, dass ich mich wieder persönlich zu einem Geschäft im Einwohnerrat äussern darf.»

Die Amtsperiode von Stefan Baumann (SVP) als Brugger Einwohnerratspräsident geht zu Ende. Wie hat der 41-Jährige diese Zeit erlebt?

Sie freuten sich darauf, als höchster Brugger eine andere Perspektive einzunehmen, haben Sie beim Amtsantritt vor zwei Jahren gesagt. Ist Ihnen das gelungen?

Stefan Baumann: Es waren zwei intensive und wundervolle Jahre. Die andere Perspektive wurde mir in der Tat ermöglicht – sei es bei der Verwaltung, bei mir bisher unbekannten Vereinen oder bei einem der zahlreichen Treffen des Gewerbes.

Welches waren die Höhepunkte in Ihrer Amtszeit?

Es ist wirklich die Summe der einzelnen Ereignisse und die vielen persönlichen Begegnungen, welche die Amtsperiode so einzigartig machen – diese zwei Jahre aus einer Perspektive zu erleben, die nur wenigen vorbehalten ist.

Was wird Ihnen in Erinnerung bleiben?

Auch wenn es etwas banal klingt: Beeindruckt hat mich der Moment, als der Leiter Finanzen, Stefan Huber, nach der Genehmigung der Rechnung mit einem grossen Buch vor mir stand und mich gebeten hat, dieses zu visieren.

Welches waren die Über­raschungen?

Das öffentliche Interesse, das einem entgegengebracht wird. Und dass oft wildfremde Leute auf mich zugekommen sind und mich auf das Präsidium beziehungsweise den Ratsbetrieb angesprochen haben.

Worauf sind Sie besonders stolz?

Dass die Ratssitzungen, aus meiner Sicht, immer effizient und fast reibungslos abgelaufen sind. Ohne die Vorbereitung der Verwaltung und besonders von Stadtschreiber Yvonne Brescianini wäre dies jedoch nie möglich gewesen. Ihr gebührt ebenfalls mein persönlicher und herzlicher Dank an dieser Stelle.

Gab es Bereiche, die Sie im Vorfeld unterschätzt haben?

Teilweise das zeitliche Engagement. Aufgrund meines Arbeitsorts in Zürich hat das einige Flexibilität benötigt. Mit den vielen interessanten Begegnungen und durch den Umstand, dass meine Anwesenheit jeweils sehr geschätzt wurde, war es trotzdem eine grosse Freude.

Welche Themen haben Sie auf Trab gehalten?

Rückblickend war die Sitzung betreffend Sanierung der Kantonsstrasse im Bereich Vorstadt und Baslerstich sehr anstrengend. Die Reihenfolge der gestellten Anträge, das Unverständnis einiger Ratsmitglieder sowie die Falschinterpretation des Geschäftsreglements hatten zu einer Verwirrung geführt. Die Sitzung musste unterbrochen werden. Bei der Schlussabstimmung konnten wir die Ratsmeinung jedoch korrekt abbilden. Das war mein Hauptziel bei der Ratsführung.

Beschäftigt hat Sie ebenfalls die Revision der Bau- und Nutzungsordnung (BNO).

Die Vorbereitung der BNO war auch eine grosse Aufgabe, besonders für die Verwaltung und den Präsidenten der Spezialkommission, Titus Meier. Ohne seine wertvolle Vorarbeit wäre die Behandlung nicht so effizient verlaufen und eine Beratung in zwei Sitzungen unmöglich gewesen. Auch ihm gebührt ein spezieller Dank. Für mich war die BNO-Sitzung an den beiden Ratsterminen eine mehrheitliche Fleissaufgabe, da ich nur noch durch die Themen gehen konnte. Der disziplinierte Rat hat ebenfalls seinen Beitrag dazu geleistet.

In welchen Bereichen mussten Sie Abstriche machen in Ihrem Leben durch dieses Amt?

Es war lediglich etwas Flexibilität gefragt. Abstriche musste ich keine machen, da ich aus meinem privaten, politischen und geschäftlichen Umfeld viel Unterstützung erfahren durfte.

Auf was freuen Sie sich nach Ihrer Amtsperiode?

Dass ich mich auch wieder mal persönlich zu einem Geschäft im Einwohnerrat äussern darf.

Welchen Tipp geben Sie ihrer Nachfolgerin, Rita Boeck von der SP, mit auf den Weg?

Mit einer seriösen Vorbereitung und etwas Humor lässt sich das Amt gut ertragen. Ich wünsche ihr viel Erfolg und wundervolle Momente.

Autor

Michael Hunziker

Michael Hunziker

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