Villnachern

«Es reicht!» – ein 75-Jähriger sammelt Unterschriften gegen Autoposer

Ein Autoposer. (Symbolbild)

Ein Autoposer. (Symbolbild)

Werner Widmer aus Villnachern hat Lärmverursacher auch schon zur Rede gestellt – mit einem ging er Kaffee trinken. Das lohne sich, sagt er.

Die Ansage aus dem Schenkenbergertal ist unmissverständlich: «Villnachern, unser lebenswertes Dorf, Auto- und Töff­poser: Es reicht!» So heisst der Titel der Petition, die Werner Widmer am 10. September auf petitio.ch, der Plattform der «Aargauer Zeitung», lanciert hat. Innerhalb von 30 Tagen will er damit mindestens 100 Unterschriften sammeln. Bis Freitagnachmittag haben die Petition 18 Personen unterstützt.

Der gelernte Kaufmann und ehemalige Unternehmer stört sich zudem an den «lästigen Immissionen durch Mopedfahrer mit ihren frisierten Töffli». In und um die schöne Gemeinde Villnachern hätten diese Belästigungen in den letzten Jahren stark zugenommen, schreibt Widmer weiter. Er fordert einerseits Kontrollen durch die Polizei und andererseits politisches Engagement «in Form der Entwicklung von Lärmblitzern und deren konsequentem Einsatz».

«Im Grunde genommen ein sympathischer Typ»

Auf Nachfrage dieser Zeitung sagt Werner Widmer, dass er seit 50 Jahren in Villnachern wohnt. Ihm und seiner Ehefrau fallen immer wieder sogenannte Töfflibueben und Autoposer auf, die sinnlos Lärm verursachen – sei es im Dorf selber oder beispielsweise auf der beliebten Raserstrecke Richtung Schinznacher Graströchni-Kreisel. Schon mehr als einmal hat Werner Widmer die Lärmverursacher zur Rede gestellt, auch weil eine Meldung bei der Polizei nichts gebracht hat. In der Folge hat Widmer einen jungen Mann, der mit dem BMW von der Mutter der Freundin im Schenkenbergertal unterwegs war, zu einem persönlichen Gespräch ins Café im Dorf eingeladen. Während rund einer Stunde hätten sie sich ganz gut unterhalten.

Das Fazit: «Der BMW-Fahrer ist im Grunde genommen ein sympathischer Typ, der einfach nicht über die Wirkung seiner Handlung nachdenkt», sagt Werner Widmer. Auch schon konnte der Senior einen Töfflibueb erst anhalten, nachdem er ihn überholt hatte. «Mit seinen Stöpseln in den Ohren hat er mich zuerst gar nicht gehört. Doch als er anhielt, entschuldigte er sich sofort», erzählt der 75-Jährige. Der ehemalige Judoka ist überzeugt, dass es sich lohnt, mit den Leuten direkt zu reden. Der Töfflibueb ist ihm jedenfalls seit dem Gespräch nicht mehr negativ aufgefallen.

Werner Widmer ist es ein grosses Anliegen, dass sich in Sachen Auto- und Töffposer endlich etwas tut – und zwar nicht nur im Schenkenbergertal. Er steht diesbezüglich auch mit der Aargauer SP-Nationalrätin Gabriela Suter in Kontakt, die das Thema bereits auf die politische Agenda gehievt hat.

Wer Widmers Petition online unterstützen will, hat dazu  – unabhängig vom Wohnort – bis am 10. Oktober Zeit.

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