Die Strassenbeleuchtung an der Birmensdorferstrasse in Urdorf ist sowohl intelligent als auch – seit diesem Jahr – preisgekrönt. Ausgezeichnet worden ist sie mit dem Schweizer Energiepreis Watt d’Or. Mit diesem werden aussergewöhnliche Leistungen im Energiebereich bekannt gemacht.

Ebenfalls aussergewöhnlich und intelligent, wenn auch – noch – nicht preisgekrönt, ist die Strassenbeleuchtung an der Kanalstrasse in Brugg, die im letzten Sommer von der Energieversorgerin IBB realisiert worden ist. Bei der Badi schaltet sich die öffentliche Beleuchtung ein, sobald Fussgänger, Velo- oder Autofahrer nahen.

Konkret: Die modernen LED-Leuchten sind mit Bewegungssensoren ausgestattet worden und passen sich den Bedürfnissen der Verkehrsteilnehmer an. Die minimale Grundbeleuchtung beträgt immer 5 Prozent. Gelangen Personen oder Fahrzeuge in den Erfassungsbereich der Strassenleuchte, wird die Leistung hochgefahren und gleichzeitig der Befehl an die nächsten zwei Lampen weiteregegeben. Es kommt zu einer Wellenbewegung, für genügend Licht ist auf diese Weise also immer gesorgt.

65 Prozent Energie eingespart

Das Fazit der IBB fällt nach den ersten Monaten erfreulich aus. Negative Rückmeldungen aus der Bevölkerung seien keine eingegangen, sagt Roland Schwarz, Leiter Elektrizität und CATV (Kommunikationsnetz) bei der IBB. «Besonders freut uns, dass sich die Regionalpolizei positiv bezüglich der Sicherheit geäussert hat.» Neben dem hohen Sicherheitsgefühl sowie dem geringen Lichtsmog habe – als weiterer Pluspunkt – der Energieverbrauch bei einem Minimum eingependelt werden können, denn: «Licht ist nur dort, wo nötig und so viel wie nötig.»

Gegenüber den aktuellen konventionellen Natriumdampfleuchten können bis zu 65 Prozent eingespart werden, führt Schwarz aus. Die leicht höheren Anschaffungskosten, fügt er an, fallen auf der anderen Seite eher negativ ins Gewicht.

Umfassendes Wissen erarbeitet

Die modernen LED-Leuchten sind übrigens programmierbar und erlauben einen Fernzugriff, was den Unterhalt vereinfacht. Getestet hat die IBB verschiedene Einstellungen zur Optimierung: Dämmerungszeit, Dimmprofil oder Minimalausleuchtung. In dieser Testphase habe sich die Energieversorgerin ein umfassendes Wissen für die weiteren Projekte erarbeiten können, fährt Schwarz fort.

Das Pilotprojekt, ist geplant, wird nun erweitert. «Zusätzlich wird die intelligente Beleuchtung in Teilen der Badstrasse und der Habsburgerstrasse installiert», sagt Schwarz. Wo in der Stadt Brugg weiteres Potenzial besteht für den Einsatz dieser neuen Technologie, wird derzeit abgeklärt von einer Arbeitsgruppe. Zusammengesetzt ist diese aus Vertretern der Stadt Brugg (Abteilung Planung und Bau), der Regionalpolizei sowie der IBB.

Nebenbei, um auf die intelligente Strassenbeleuchtung an der Birmensdorferstrasse in Urdorf zurückzukommen: Wie beurteilt die IBB das dortige Projekt? «Wir kennen es nicht im Detail und können deshalb keine Stellung dazu nehmen», antwortet Schwarz. Aber: «Wir freuen uns jedoch über jeden Beitrag für eine intelligente öffentliche Beleuchtung.»