Brugg

Farbkarte entwickelt: Kein Haus soll heller sein als die Kirche

Blick in die Falkengasse: Die Farben sind erfasst, referenziert und nachgemischt und schliesslich in einer Farbkarte zusammengestellt worden.

Blick in die Falkengasse: Die Farben sind erfasst, referenziert und nachgemischt und schliesslich in einer Farbkarte zusammengestellt worden.

Für die Brugger Altstadt ist eine Farbkarte entwickelt worden – kein Regelwerk, sondern eine Unterstützung.

Die Farbkultur ist lebendig in der Brugger Altstadt – und soll weiter sorgfältig gepflegt werden. Welche Farbe aber eignet sich bei der Renovation eines Gebäudes, bei einem Umbau? Die Stadt hat zusammen mit dem Haus der Farben aus Zürich eine Farbkarte entwickelt.

Über deren Bedeutung und Entstehungsgeschichte ist im Salzhaus informiert worden. Eingeladen waren Eigentümer, Gastronomen und Gewerbetreibende der Altstadt. Mehrere Dutzend Personen fanden sich ein am Mittwochabend.

Von Fassaden und Fensterläden bis zu Dachziegeln

Bei der Farbkarte handelt sich nicht um ein verbindliches Regelwerk und um eine Limitierung, sondern um eine Orientierungshilfe, ein Arbeitsinstrument zur positiven Unterstützung bei Farbentscheiden, um visuelle Argumente zu erhalten und den Dialog zu fördern mit Fachleuten sowie Behörden, hoben die Referentinnen vom Haus der Farben hervor: Stefanie Wettstein und Marcella Wenger.

Sie seien, blickten die beiden zurück, als Fremde nach Brugg gekommen und hätten zu ihrer Freude eine riesige Vielfalt an Farben entdeckt. In ihren Ausführungen fielen die Stichworte nuanciert und raffiniert, lieblich und malerisch, es war die Rede von einem gelungenen, rhythmischen Nebeneinander, einer unglaublich schönen Symphonie.

Die Farben – von Fassaden genauso wie von Fensterläden und Dachziegeln – haben sie systematisch erfasst, referenziert und nachgemischt. Die Farbkarte, die daraufhin zusammengestellt worden ist, «zeigt in einem reduzierten und komprimierten Bild, einem Porträt ähnlich, die Charakteristiken und das typische Kolorit der Altstadt inklusive Vorstadt».

Die markantesten Bauten liefern den Massstab für künftige Farbentscheide, legten die Referentinnen dar. Kein Haus, lautet eine ihrer Empfehlungen, soll heller sein als die Kirche, keines farbiger als die Lateinschule.

Zur Aufwertung der Hofstatt finden zwei Workshops statt

Weiter aufgezeigt worden ist an der Informationsveranstaltung, wie der öffentliche Raum genutzt werden kann. Stadtplanerin Bigna Lüthy erinnerte an das Altstadt-Entwicklungsleitbild 2019. Der Bereich entlang der Hauptstrasse ist vorgesehen für eine belebte Nutzung mit Gewerbe und Gastronomie, der Kirchenplatz sowie die Hofstatt ermöglichen den Aufenthalt mit Begegnungen. Apropos Hofstatt: Diese, so eine Massnahme, soll aufgewertet werden mit einer Treppe beim Salzhaus. Stadtplanerin Lüthy sprach von einem multifunktionalen Element. Geplant sind zu diesem Thema zwei Workshops am 22. September sowie am 3.November.

Was öffentlicher Raum ist, was privater Raum, welche Möglichkeiten bestehen, erklärte an konkreten Beispielen Elsbeth Hofmänner, Leiterin Baupolizei bei der Abteilung Planung und Bau: mit Sitzgelegenheiten oder Pflanzen direkt vor den Häusern. Zusammen mit Marlis Romann von der Regionalpolizei ging sie darauf ein, wann ein Gesuch nötig ist. Zu finden sind die entsprechenden Formulare – samt Gebührentarif bei einer kommerziellen Nutzung – auf der Website der Stadt unter «Regionalpolizei» und «Benutzung öffentlicher Grund».

Die Anwesenden wurden ermuntert, bei Anliegen, Ideen oder konkreten Bauabsichten frühzeitig den Kontakt zu suchen mit der Stadt. Stefan Hein, Abteilungsleiter Planung und Bau, versicherte, dass die Stadt ein offenes Ohr hat. Die Beratung und gute Zusammenarbeit sei seit Jahren gelebte Praxis, stellte er fest. Ziel sei, fasste Stadtrat Reto Wettstein am Schluss zusammen, eine aktive, belebte Altstadt, die Freude bereite.

Autor

Michael Hunziker

Michael Hunziker

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