Brugg

Feiern mit über 300 Gästen: Ein Abend voller Jubiläen im Campussaal

Vertreter und Vertreterinnen aus Wirtschaft und Politik feierten ausgelassen in Brugg-Windisch – Abt Christian Meyer referierte über 900 Jahre Kloster Engelberg und die «Ex-Freundinnen» sorgten für lockere Unterhaltung.

10 Jahre Martini-Treff, der wichtigste Netzwerkanlass für Politik- und Wirtschaftsvertreter in der Region Brugg, 125 Jahre Aargauischer Gewerbeverband und 900 Jahre Kloster Engelberg: Diese drei Jubiläen wurden den zahlreichen Gästen im Campussaal in Brugg-Windisch sozusagen auf dem Silbertablett serviert.

Die Gästeschar konnte sich sehen lassen: Über 300 Leute nahmen im Campussaal Platz. «Heute dürfen und wollen wir feiern», sagte Paul Stalder, Leiter KMU Region Brugg. Moderatorin Judith Wernli hatte zuvor gesagt, dass es den Martini-Treff ohne Paul Stalder gar nicht gäbe.

Dieses Lob wollte Paul Stalder so nicht annehmen, denn er sei nicht allein dafür verantwortlich. Die Grundidee des Martini-Treffs sei das «Gejammere» der Betriebe gewesen: «Ich komme vom Verkauf, da müssen die Leute zu den Kunden und nicht umgekehrt», sagte Paul Stalder.

So entstand der Netzwerkanlass für Personen aus Wirtschaft und Politik, dem er während der letzten zehn Jahre vorstand. Im nächsten Jahr wird Paul Stalder pensioniert, er gibt den Vorsitz an Dario Abbatiello, Präsident Gewerbeverein Schenkenbergertal, weiter. Die Organisation werde er aber weiterhin unterstützen.

Wie das Kloster zu seinem Namen kam

Ein KMU der speziellen Art stellte Abt Christian Meyer in seinem Referat vor, nämlich das 900 Jahre alte Kloster Engelberg. Seit 10 Jahren steht er dem Kloster als Abt vor. Abt Christian, so möchte er genannt werden, erzählte von den ersten Mönchen aus Muri, die nach Engelberg kamen.

Zum Namen kam das Kloster der Legende nach, weil dem ersten Abt Adelhelm und Konrad eine Gruppe Engel auf dem Berg erschienen waren. Abt Christian erwähnte die Grundwerte des Benediktinerordens, die auf vier Säulen basieren. Die wichtigste Aussage dazu ist das Mass. Alles sollte in Massen gemacht oder umgesetzt werden. Dazu gehört der Leitgedanke: «Auf dass Gott in allem verherrlicht werde.» So wird beispielsweise im Kloster Hergestelltes günstiger verkauft als anderswo.

Strategien werden ständig angepasst

Abt Christian ist seit 31 Jahren mit seinen Mitbrüdern unterwegs: «Dort, wo man ins Kloster eintritt, bleibt man ein Leben lang.» Er beschreibt das Klosterleben als kleinen Lebenskosmos. «Wir haben dieselben Probleme wie ihr, mit dem Unterschied, dass wir uns fünf Mal täglich zum Gebet treffen.»

Nebst der Klostergemeinschaft beherbergt das Kloster unter anderem auch die Stiftsschule, eine Schreinerei, eine Gärtnerei mit Blumenladen, das Kloster-Pfarramt oder den Klosterhausdienst. Ihm zugewandt sind die Schaukäserei, die Sportmittelschule Engelberg und die Integrative Orientierungsschule. «Wir müssen immer wieder neue Wirtschaftsfelder suchen und Strategien anpassen», erklärte er.

Der Präsident des Aargauischen Gewerbeverbands (AGV), Kurt Schmid, hielt in seiner Rede Rückblick auf 125 ereignisreiche Jahre. Er verglich das Kloster und die kleineren und mittleren Unternehmen (KMU) miteinander und fand den Begriff «Familie» als Gemeinsamkeit. «Wir haben häufig Familienunternehmungen, doch das war nicht immer so.»

Er griff das oft vorkommende Problem der Nachfolgeregelung in den Betrieben auf. Es gehe darum, richtige Rahmenbedingungen zu schaffen, beispielsweise bei den Themen Mitarbeitende, Mobilität und Ausbildungsstand.

Mit ihrer witzigen Musik-Comedy unterhielten die «Ex-Freundinnen» die Gäste. Tanz und Gesang handelten meist von den Ex-Freunden. Doch auch Klassiker wie «Grüezi wohl, Frau Stirnimaa» kamen in der Version «Grüezi wohl Frau Fielding Shawne» sehr gut an beim Publikum.

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