Zugetragen hat sich der Fall im Juni vergangenen Jahres: Ronald Köppe stellt seinen Wagen auf einem Hausvorplatz an der Hauptstrasse von Hornussen ab und besucht kurz einen Freund, der dort wohnt. Als er zu seinem Auto zurückkommt, ist dieses von einem Transporter zugeparkt. Der gehört einem anderen Anwohner der Liegenschaft, der den Parkplatz seit Jahren im Gewohnheitsrecht für sich beansprucht. 

Als Köppe den Mann bittet, seinen Transporter zur Seite zu fahren, beginnt die Situation zu eskalieren. Es kommt zu einem lautstarken Streit zwischen den beiden Männern. Dabei soll Köppe den Transporterfahrer unsanft berührt und gegen die Briefkästen der Liegenschaft gestossen haben.

Michael Schimurda ist ein Freund von Köppe und hat den Streit letzten Juni beobachtet. Er hält die Anschuldigungen für lächerlich. Gegenüber dem Regionalsender Tele M1 sagt er: «Ich weiss nicht, ob ‹auf die Schultern klopfen› anfassen ist.» Dass es deswegen zu einer Gerichtsverhandlung komme, sei banal und peinlich. 

Zwar wurde Ronald Köppe vom Bezirksgericht Brugg vom Vorwurf der Tätlichkeit freigesprochen. Da er seinen Kontrahenten aber mit dem Ausdruck «Schweinepfosten» beschuldigt hat, kassierte der Angeklagte vom Richter eine bedingte Geldstrafe von 800 Franken. 

Landet der «Schweinepfosten» vor Bundesgericht?

Das wollte der 49-jährige Maschinenmonteur nicht auf sich sitzen lassen und zog das Urteil ans Aargauer Obergericht weiter. Während der Verhandlung beharrten beiden Parteien auf ihrem Standpunkt. Von einem weiteren Augenzeugen des Streits erhält der Kläger Rückendeckung. Auch dieser ist überzeugt, dass während des Disputs unter anderem das Wort «Schweinepfosten» gefallen sei. Dem widersprach der Angeklagte und behauptete, dass er dieses Wort gar nicht kenne.    

Das Obergericht glaubte schliesslich dem Kläger und bestätigte damit das erstinstanzliche Urteil des Bezirksgerichts. Gegenüber Tele M1 erklärt der Verurteilte: «Fluchen tut man in seiner eigenen Landessprache». Und da gehöre der Ausdruck «Schweinepfosten» sicherlich nicht dazu. Er komme aus Magdeburg in der Nähe von Berlin, so der Verurteilte, und dort gäbe es keinen «Schafseckel» und schon gar keinen «Schweinepfosten».

Ob sich nun auch noch das Bundesgericht mit dem tierischen Kraftausdruck auseinandersetzen muss, konnte Roland Köppe gegenüber dem Regionalsender noch nicht sagen. (luk)