In einer Begrünungsaktion am Samstag wurden gleich an mehreren Standorten in der Altstadt Blumen und Sträucher gesetzt. Höhepunkt war aber das Pflanzen der Winterlinde hinter dem Salzhaus. Alle Beteiligten hoben die lange Vorgeschichte des Projekts hervor und gaben ihrer Hoffnung Ausdruck, dass der neue Baum wachsen und gedeihen möge.

Ein Jahr ist seit dem Aufkommen der Idee vergangen, für die einst an der Hofstatt stehende Platane, die gefällt werden musste, Ersatz zu schaffen. Der Quartierverein Altstadt und Umgebung (QVA) wollte die Linde dann im November 2017 setzen.

Freiwillige Helfer pflanzen die Linde in der Hofstatt ein.

Freiwillige Helfer pflanzen die Linde in der Hofstatt ein.

Doch der Termin konnte nicht eingehalten werden. «Es gab einfach noch zu viele Abklärungen zu treffen», sagte am Samstag auf Nachfrage QVA-Kassierer Markus J. Frey. Die Kantonsarchäologie musste miteinbezogen werden – schliesslich hätte man in der Tiefe des Pflanzloches ja noch wertvolle Funde machen können.

Und obwohl man dachte, an der Stelle treffe man auf keine unterirdischen Leitungen, sei es dann doch so gekommen, berichtete Frey. «Wir haben selbst alle gestaunt, dass es so aufwendig war.»

Total 13 000 Franken hat die Pflanzaktion gekostet: 5500 Franken sind bei der vom QVA lancierten Spendenaktion zusammengekommen, 4000 Franken schiesst die Stadt zu, die Initiative Altstadt 500 Franken. Das Versprechen des QVA: Wir steuern bis zu 4000 Franken aus der eigenen Kassen bei. Dank der hohen Spendensumme ist die Summe jetzt aber tatsächlich geringer.

«Heute geht ein langer Weg zu Ende, ein Vorhaben, an dem viele mitgewirkt haben», sagte Frey beim Festakt am Samstag vor mehr als 50 Gästen, denen unter anderem Lindenblütentee serviert wurde. «Noch ist der Baum klein, aber sicher wird er gut gedeihen und den Bruggern bald Schatten spenden.»

Tanzen, feiern, Anklage erheben

Landschaftsarchitekt Felix Naef hob die herausragende Bedeutung des Lindenbaumes in der Kulturgeschichte hervor. Linden hätten in der Historie nicht nur als Blitzschutz gedient, unter ihren Ästen und herzförmigen Blättern sei auch getanzt und gefeiert sowie Gericht gehalten worden.

Naef betonte, dass er sich zum Baum noch eine Sitzbank wünsche: «Ich hoffe, wir können das nächstes Jahr umsetzen.»

Stadtammann Barbara Horlacher, welche die am Samstag gepflanzte Linde angiessen half, sagte, dass jetzt ein lang gehegter Wunsch der Altstadtbewohner in Erfüllung gegangen sei.

Es sei kein Zufall, dass die Wahl auf eine Linde fiel, stehe sie doch seit je für Frieden, Liebe, Leben, Heimat und Gerechtigkeit. «Möge sie bald Wurzeln schlagen und eine kräftige Krone entwickeln.»