Stäblisaal

Fünf Hochzeiten und zwei Schnapszahlen: Der Bezirk Brugg verliert vorübergehend sein begehrtestes Traulokal

Der Stäblisaal mit Gemälden Adolf Stäblis: Wer hier heiraten will, muss sich bis Juli gedulden.

Der Stäblisaal mit Gemälden Adolf Stäblis: Wer hier heiraten will, muss sich bis Juli gedulden.

Dornröschenschlaf für den Brugger Stäblisaal: Am 20. Februar wird hier zum vorläufig letzten Mal geheiratet.

Am Donnerstag, 20. Februar, ist es so weit: Der majestätische Stäb­lisaal im 1673 erbauten Zeughaus und heutigen Stadtmuseum von Brugg wird für rund fünf Monate geschlossen. Grund dafür sind Umbaumassnahmen. Der Stäblisaal selber ist zwar nicht davon betroffen, jedoch will man die wertvollen Bilder des Landschaftsmalers Adolf Stäbli (1842–1901), Highlight und Namensgeber der Räumlichkeit, nicht einer allfälligen Staubbelastung durch die Bauarbeiten im Erdgeschoss und im zweiten Obergeschoss aussetzen. Ohne die prunkvollen Gemälde an der Wand lädt der Saal denn auch weniger zur Eheschliessung ein.

Der Bezirk Brugg verliert somit vorübergehend sein begehrtestes Traulokal. Von den 206 geschlossenen Ehen im Jahr 2019 wurde mehr als die Hälfte im Stäblisaal geschlossen. Seit der Restaurierung und Neukonzeption des Stäblisaals 2015 steigt die Zahl der Hochzeiten stetig an. Waren es 2018 noch 89, so wurden 2019 bereits 111 Eheschliessungen verzeichnet. Mit 75 Trauungen folgt das Stadtratszimmer im Stadthaus als zweitbeliebtester Trauungsort. 2018 waren es deren 85.

Ausweichen auf das Stadtratszimmer oder den Rathaussaal

«Der Stäblisaal ist nicht nur von seiner Art, sondern auch von seiner Grösse her unser beliebtestes Traulokal; viele Trauungsgesellschaften umfassen zwischen 20 und 40 Personen», sagt Sandra Knus, Zivilstandsbeamtin und Leiterin des Regionalen Zivilstandsamts Brugg. Seit Herbst 2019 wurden keine neuen Reservationen mehr für das erste Halbjahr 2020 entgegengenommen. Der Ablaufplan für die Renovationsarbeiten wurde allerdings so gesteuert, dass bereits zugesicherte Trauungen trotzdem ungestört durchgeführt werden konnten. Für den 20. Februar sind nun noch fünf Hochzeiten angemeldet. Die vorläufig letzten. Mit der vorübergehenden Schliessung des Stäblisaals werden kleinere Gesellschaften bis 15 Personen nun auf das Stadtratszimmer ausweichen müssen, grössere auf den Rathaussaal. Vereinzelt werden auswärtige Traulokale, wie zum Beispiel das Schlossrestaurant Habsburg oder das Spycher-Stöckli in Lupfig, gebucht, oder aber die Paare heiraten ausserhalb des Bezirks Brugg.

Für Amor war 2019 generell ein gutes Jahr in Brugg und Umgebung: Rund 15 % weniger Scheidungen (und Auflösungen Eingetragener Partnerschaften) im Vergleich zum Vorjahr bei leicht steigender Anzahl Heiratswilliger (+1%). Für 2020 blickt Sandra Knus entsprechend optimistisch in die Zukunft. «Zwar lässt sich noch kein Trend voraussagen, aber für die Freitage haben wir bereits auffallend viele Vorreservationen erhalten.» Einzelne Daten zwischen April und Oktober sind bereits ausgebucht. Wer übrigens am 02.02.2020 – als sogenannt «Palindromischer Tag» eigentlich das perfekte Hochzeitsdatum – hätte heiraten wollen, stand vor verschlossenen Türen. In der Schweiz dürfen an Sonntagen keine standesamtlichen Trauungen durchgeführt werden.

Der Stäblisaal steht ab 6. Juli wieder für Hochzeiten zur Verfügung. Das neu renovierte Stadtmuseum öffnet seine Tore am 24. August.

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