Für Pro Natura steht fest: «Der Bruggerberg ist in Sachen Biodiversität ein Hotspot und jeder noch so kleine Fleck Magerwiese sollte deshalb langfristig vor dem Überbauen gesichert werden.» Als die Naturschutzorganisation im Frühling erfuhr, dass die Parzelle 109 am Bruggerberg – auch «Schnägg» genannt – versteigert werden soll, setzte sie bei den Erbinnen erfolgreich alle Hebel in Bewegung, damit die Versteigerung im letzten Moment ausgesetzt werden konnte. Denn Pro Natura will die 125'000 Franken teure Parzelle mit zweckgebundenen Geldern aus der Bauzone heraus erwerben.

Um das Grundstück zu kaufen, initiierte die Naturschutzorganisation umgehend ein Crowdfunding. Über die Onlineplattform Crowdify hätten bis zum 22. Juli 70'000 Franken gesammelt werden sollen. Das ist nicht gelungen, wie ein Blick auf die entsprechende Website zeigt. Zwar befinden sich unter den Spendern auch die beiden Brugger Einwohnerräte Julia Grieder (Grüne) und Martin Brügger (SP) sowie die Grüne Partei Brugg, aber vom angepeilten Ziel wurden mit der Zusicherung von 20'555 Franken nur 29 Prozent erreicht. Trotzdem spricht Pro Natura in einer Medienmitteilung von einem erfolgreichen Etappenziel. Die erste Etappe wird mit bescheidenen 20'000 Franken angegeben, was natürlich niemals reicht, um das Land zu kaufen.

Pro Natura hofft auf viele weitere Spenden

Auf Nachfrage dieser Zeitung sagt Johannes Jenny, Geschäftsführer von Pro Natura Aargau, dass für den Kauf der Brugger Bauparzelle neben den zugesicherten 20'000 Franken vom Crowdfunding bereits weitere 40'000 Franken an Spenden überwiesen worden seien. Zudem lägen der Organisation Zusagen von mehreren Grossspendern vor. Jenny räumt ein, dass man nach wie vor um jeden Spendenfranken froh sei, um dieses einzigartige Ensemble von Landschaft, Biodiversität und Baukultur für die künftigen Generationen zu retten.

«Eigentlich müsste sich die Stadt mit einem möglichst grossen Betrag beteiligen», ist der Geschäftsführer von Pro Natura überzeugt. Der Schutz dieser Werte sei eine Aufgabe der öffentlichen Hand. Leider habe Pro Natura noch keine Zusagen. Die private Naturschutzorganisation könne jedoch nicht auf die Stadt warten. «Darum müssen wir alle, denen die Naturwerte am Bruggerberg ein Anliegen sind, einspringen», so Jenny weiter.

Gestufter Waldrand mit Obstbäumen und Hecken

Für den noch fehlenden Betrag könne auf das Postkonto von Pro Natura Aargau mit dem Vermerk «Schnägg» gespendet werden. «Immerhin», sagt der langjährige Geschäftsführer, «können die Brugger die Stadt austricksen: Man kann jede Spende von den Steuern abziehen!» Jenny ist zuversichtlich, dass das nötige Geld für den Landkauf noch zusammenkommt, obwohl die Zeit dafür langsam knapp wird.

Das Bauland umfasst einen gestuften Waldrand, steile Magerwiese, Obstbäume, Bruchsteinmauern und Hecken.