Die geschichtsträchtigen Aargauer Altstädte haben alle ihren Charakter und ihre Stärken. Und alle stehen sie vor ähnlichen Herausforderungen: Das Leben pulsiert wenig, immer mehr Läden und Restaurants machen dicht. Mit der IG Aargauer Altstädte, die im Sommer des letzten Jahres gegründet wurde, sollen die Altstädte besser vernetzt und vermarktet werden.

Wie, hat Vereinspräsident und alt Regierungsrat Peter C. Beyeler am Kultur- und Tourismus-Apéro am Montagabend im Forum Odeonbar in Brugg erklärt.

Ohne Rücksicht auf die Politik

Es stelle sich die Frage, ob die Altstädte tatsächlich lebensfroh sein müssen für alle Altersgruppen und gleichzeitig attraktiv für Besucher, Shopping und Kultur – kurz: ob sie alle Felder abdecken müssten, sagte Beyeler. Die IG Aargauer Altstädte nehme die Bereiche Wohnen, Tourismus sowie Wirtschaft/ Gewerbe unter die Lupe und habe den Vorteil, frei an das Thema herangehen und keine Rücksicht auf die Politik nehmen zu müssen. Was sich dann in welcher Form umsetzen lasse, werde sich indes weisen müssen.

Ein Zwischenfazit konnte Beyeler bereits ziehen: Die Aargauer Altstädte haben grosses Potenzial, stellte er fest. Es sei nun die richtige Strategie zu wählen. Die Zukunft, fuhr der Vereinspräsident fort, liege in der Vielfalt und in der koordinierten Entwicklung. Es brauche Innovation, Initiative sowie Geld. Als konkretes Beispiel, wie eine Altstadt aufgewertet werden kann, nannte Beyeler die Einrichtung eines WLAN. Mit einem drahtlosen Internetzugang seien die Angebote für alle ersichtlich. Es gelte sich zu überlegen, was es den Bewohnern und den Touristen bringe.

Der Wohnmobilstellplatz kommt

Dietrich Berger, Präsident von Tourismus Region Brugg, zeigte in seinem Rückblick auf 2015 auf, dass viel geleistet wird mit bescheidenen Ressourcen. Als Beispiele erwähnte er die öffentlichen Führungen, die Eröffnung der Walkingrouten Eigenamt, die Neuauflage des Gastroführers oder die Pflege der Minikärtli. Noch nicht ganz am Ziel seien die Projekte «Wohnmobilstellplatz» und «nette Toiletten». Aber: «Wir arbeiten daran», sagte er. Gerade der Wohnmobilstellplatz liege ihm am Herzen. Ein solcher, an der Aare gelegen und mit erstmals drei Plätzen, wird noch in diesem Jahr eröffnet, versprach Berger.

Als weitere Ziele für 2016 nannte er einen Anlass zum 10-Jahr-Jubiläum der Velorouten Bad Schinznach oder die Unterstützung beim 1. Aargau Marathon. Verena Rohrer, Geschäftsführerin Brugg Regio und zuständig für die regionale Standortförderung, konnte die Zahlen – mit erfreulichen Zuwachsraten notabene – für die Homepage und das Info-Büro präsentieren und anfügen, dass mit dem slowUp ein weiterer Grossanlass auf dem Programm steht. Ausgeschildert werden sollen in diesem Jahr überdies die Wasserschlosswanderrouten, vorgesehen sind daneben unter anderem szenische Führungen oder Vernetzungsanlässe für das Gewerbe.