Windisch

Für Haushalte wird Gas etwa 38 Franken teurer

(Symbolbild)

Wer Gas braucht, muss tiefer in die Taschen greifen.

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Was für den elektrischen Strom bereits besteht, soll neu auch für das Gas eingeführt werden: Eine Konzessionsabgabe.

Der Gemeinderat Windisch möchte eine «politisch vertretbare», verbrauchsgesteuerte Konzessionsabgabe von brutto 120 000 Franken festlegen, was einer Konzessionsabgabe von 0,2 Rappen pro Kilowattstunde entspricht. Erhoben wird diese beim Endverbraucher und ist entsprechend dem Energieträger Gas als Kostenposition ausgewiesen. Für einen durchschnittlichen Privathaushalt mit Einfamilienhaus und einem Gasverbrauch von rund 19 000 Kilowattstunden bedeutet dies eine jährliche Preiserhöhung von etwa 38 Franken.

Für die Rechnung der Gemeinde Windisch resultiert unter dem Strich ein Konzessionsertrag netto – nach Abzug des Eigenverbrauchs – von durchschnittlich rund 112 000 Franken pro Jahr.

Im dritten Anlauf solls klappen

Der Hintergrund: Betrieben wird das Gasverteilungsnetz in Windisch seit über 50 Jahren vom Energieversorger IBB mit Sitz in Brugg. 2007 und 2013 lehnte der Einwohnerrat eine Konzessionsabgabe ab. Im Rahmen der Finanzworkshops 2015 ist das Thema erneut aufgegriffen worden. Der Gemeinderat hofft, dass die Konzessionsabgabe im dritten Anlauf auf 1. Januar 2016 eingeführt werden kann. Mit dem Abschluss des Vertrags seien die beiden Versorgungswerke IBB sowie Elektrizitätswerk Windisch gleichgestellt. Aufgebaut ist das Gasnetz ähnlich wie das Stromnetz. Auf verschieden Druckebenen wird zuerst Gas transportiert und danach über Druckreduzier- und Messstationen fein verteilt.

Bei einer längeren und exklusiven Benutzung des öffentlichen Grunds seien die Rahmenbedingungen zu regeln, hält der Gemeinderat fest. Eine monopolistische Tätigkeit könne nicht entschädigungslos gestattet werden, sondern für diese Privilegierung müsse eine Gegenleistung erfolgen. Die heutigen Strukturen seien historisch gewachsen. «Offensichtlich hat man es verpasst, auf beiden Seiten für Rechtssicherheit zu sorgen», fährt die Behörde fort. «Der Gemeinderat ist in der Pflicht, diesen unbefriedigenden Zustand nun mittels eines Konzessionsvertrags zu ändern und somit eine rechtsgleiche Behandlung mit anderen Nutzern öffentlichen Grunds herzustellen.» Der Vertrag regelt die Rechte und Pflichten im Zusammenhang mit der Konzession, erlaubt der IBB, Gasversorgungsanlagen auf öffentlichem Grund zu erstellen und zu betreiben.

Die IBB, wird in der Botschaft an den Einwohnerrat ausgeführt, erachtet die Erhebung einer Konzession als nicht sinnvoll. Als Argumente ins Feld geführt werden die direkte Belastung des Endverbrauchers sowie die erhöhten administrativen Aufwendungen. Überdies werde Gas als Energieträger verteuert und verliere an Attraktivität.

Einwohnerrat Windisch Mittwoch, 21./28. Oktober, 19 Uhr, Gemeindesaal, Gemeindehaus 8. Stock.

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