Sandro Wächter präsentiert sich gerne als junger Aktivist, der sich in den sozialen Medien gut auskennt und sich bei Standaktionen beispielsweise gegen das EU-Waffenrecht engagiert. Auf diese Qualitäten des 24-jährigen Gemeinderats aus Schinznach-Bad wurde auch am ausserordentlichen SVP-Parteitag am letzten Freitag in Lupfig hingewiesen. Es ging nämlich darum, nach dem überraschenden Rückzug von Martin Keller einen Ersatz für die SVP-Nationalratsliste nachzunominieren.

Im Vorfeld lobbyierte Wächter tüchtig in eigener Sache, damit es noch ein Vertreter aus dem Bezirk Brugg auf die SVP-Hauptliste schafft. Mit 44 Stimmen erzielte er als Zweitplatzierter von vier Kandidaten einen Achtungserfolg. «Leider hat es zur Nachnomination nicht ganz gereicht. Trotzdem bin ich mit dem Resultat einigermassen zufrieden. Immerhin habe ich zwei langjährige Gemeindepräsidenten und Grossräte hinter mir gelassen», kommentierte er sogleich auf Facebook.

Freie Marktwirtschaft ist wichtig

Der ledige IT-Unternehmer, der sich mit seiner Firma auf Webdesign, Marketing und Projekte spezialisiert hat, nimmt sein politisches Engagement ernst. Als Gegner der Fusion mit Brugg schaffte er vor zwei Jahren bei den Gesamterneuerungswahlen in Schinznach-Bad den Sprung in den Gemeinderat. Dort ist er für die Ressorts Wasserversorgung, Soziales, Gesundheitswesen, Kindes- und Erwachsenenschutz, Kultur und Freizeit, Spitex, Sport und Standortmarketing verantwortlich. Zu seinen Hobbys zählt er Zigarren, Schach – «manchmal mehr als ein Hobby» –, American Football und Programmieren.

In der Politik aktiv ist Sandro Wächter, weil er «gewisse politische Ideale» dem Volk näherbringen will. Darunter versteht er eine möglichst freie Marktwirtschaft, freie Schweizer Bürger und eine starke Position gegenüber der EU. Auf die Frage, warum er für den Nationalrat kandidiert, sagt er: «Mir gefällt die aktuelle Richtung unserer Landespolitik überhaupt nicht. Betrachtet man die Abstimmungsresultate der letzten beiden Jahre, verlieren wir immer mehr Freiheit und auch immer mehr ‹Schweiz›, so wie wir es kennen.» Die Werte der direkten Demokratie würden mehr und mehr an die EU verschenkt. «Als Nationalrat will ich dagegenwirken», fährt der 24-Jährige fort.

Schädlich für Schweizer Bürger

In Bern würde sich Sandro Wächter als Nationalrat in der Aussenpolitik ganz klar für den Grundsatz «Schweiz zuerst!» einsetzen. Vor allem beim Thema Schweiz und EU. «Nach und nach werden EU-Gesetze auch in der Schweiz übernommen und dies ist meiner Meinung nach schädlich für die persönliche Freiheit der Schweizer Bürger», stellt der SVPler klar.

Ein weiteres wichtiges Thema ist für Wächter das Waffenrecht: «Die Schweiz pflegt eine lange Waffentradition. Unbescholtenen Schweizer Bürgern darf dieses Recht nicht verwehrt werden.» In der Wirtschaftspolitik vertritt er die Ansicht: So wenig Staat wie möglich und eine freie Marktwirtschaft. «Denn es sind die grossen und kleinen Unternehmen, die unser Land wirtschaftlich vorantreiben», betont der selbstständige Unternehmer.

Von Klimademos hält er nichts

Zur Beurteilung seiner Wahlchance sagt Wächter: «Als einziger bürgerlicher Kandidat aus dem Bezirk Brugg darf ich mich auch über die volle Unterstützung der SVP Bezirk Brugg freuen.» Denn für Kandidaten aus Jungparteien sei es erfahrungsgemäss immer etwas schwieriger als für solche von der Hauptliste, gewählt zu werden. «Ich hoffe trotzdem – auch für alle bürgerlichen Einwohner aus unserem Bezirk –, ein glanzvolles Resultat herauszuholen», so der SVP-Gemeinderat. Alle Aargauer könnten ihm die Stimme geben. «Dank der Listenverbindung JSVP/SVP zählen die Stimmen an mich auch für die Liste der SVP Aargau.» Deshalb sei es für Bürgerliche umso wichtiger zu zeigen, dass «wir eine starke Präsenz in unserem Bezirk und in unserem Kanton haben».

Zudem hält er nichts von Klimademos und Frauenstreiks. Eine Stimme für ihn sei auch eine Investition in die Zukunft und eine gute Alternative zum eher linksliberalen Mainstream.