Villnachern

Fusion mit Brugg? Die Gemeinde könnte die grüne Lunge des Bezirkshauptortes sein

Blick vom Habsburger Schlossplatz Richtung Schenkenbergertal auf die Autobahn A3 und die Gemeinde Villnachern.

Blick vom Habsburger Schlossplatz Richtung Schenkenbergertal auf die Autobahn A3 und die Gemeinde Villnachern.

Gemeindeammann Roland König sagt, warum Villnachern als Fusionspartner gut zur Stadt Brugg passen würde.

Schon lange bevor die Stadt Brugg am 1. Januar 2020 mit der Gemeinde Schinznach-Bad fusioniert hat, wurden immer wieder Stimmen aus der Bevölkerung laut, wonach als Nächstes die Gemeinde Villnachern mit Brugg einen Zusammenschluss prüfen sollte. Dies war beispielsweise auch an der letzten Gemeindeversammlung Ende November wieder der Fall.

Als der heutige Gemeindeammann Roland König vor den Gesamterneuerungswahlen im Herbst 2017 gefragt wurde, wie er die Zukunft von Villnachern sehe, sagte er gegenüber dieser Zeitung: «Ich sehe zwei Möglichkeiten: Erstens als selbstständige Landgemeinde mit eingeschränkten finanziellen Mitteln bestehen.

Zweitens als mitbestimmender Partner einer fusionierten Gemeinde mit der Stadt Brugg, welche gemeinsam die zukünftigen Herausforderungen lösen kann.» Welche Variante für Villnachern die bessere sei, solle vom zukünftigen Gesamtgemeinderat erarbeitet und vom Volk entschieden werden.

Die Bevölkerungsmehrheit will eine Fusion prüfen

Gemeindeammann König sagt, dass er im letzten halben Jahr «von mehreren Personen für eine positive Kontaktaufnahme mit der Stadt Brugg» angesprochen worden sei. Auch bei Bevölkerungsumfragen sprach sich die Mehrheit für ein Zusammenspannen mit Brugg aus.

Roland König erwähnt die Umfrage vom Herbst 2015 zur Zukunft der Gemeinde: «Bei einer Stimmbeteiligung von 61% sagten 88,8% der teilnehmenden Stimmbürger, man solle eine Fusion mit einer umliegenden Gemeinde prüfen.» Daraufhin habe der Gemeinderat Villnachern mit dem Stadtrat Brugg und den Gemeinderäten von Bözberg und Schinznach im Jahr 2016 erste Gespräche geführt.

Dabei habe sich gezeigt, dass eine Fusion mit der Gemeinde Bözberg für beide Seiten nicht sinnvoll erscheine. Mit Schinznach wurde eine zweite Umfrage durchgeführt. «Das Resultat zeigte, dass die Villnacher Bevölkerung mehrheitlich positiv stimmte und die Stimmbürger von Schinznach eine Fusionsabklärung ablehnten», so Roland König.

Und die Gespräche mit dem Stadtrat Brugg ergaben, dass bis zum Abschluss der Fusion mit Schinznach-Bad eine weitere Fusionsabklärung nicht sinnvoll sei.

«Grundsätzlich war der Stadtrat offen für Gespräche, die frühestens nach der Fusion mit Schinznach-Bad wieder möglich seien», fährt Gemeindeammann König fort. An diese «Abmachung» mit dem Stadtrat Brugg habe sich der Gemeinderat Villnachern gehalten und an seiner Klausursitzung im Herbst 2019 beschlossen, im Frühjahr 2020 mit der Stadt Brugg zum Thema nähere Zusammenarbeit oder mögliche Fusion wieder in Kontakt zu treten.

Bei Vorgesprächen andere Gemeinden miteinbeziehen

«Der Gemeinderat Villnachern will und soll beide Varianten – Selbstständigkeit oder eine Fusion – weiterverfolgen», betont Roland König. Persönlich ist der Gemeindeammann der Ansicht, dass Villnachern mit seiner grossen Naturschutzfläche, seinen Trinkwasserreserven sowie seinen Entwicklungsmöglichkeiten eigentlich gut zu Brugg passen würde – als «Ortsteil Villnachern, die grüne Lunge von Brugg».

Der 63-Jährige glaubt zudem, dass eine Fusion ohne finanzielle Mehrbelastung für die Brugger Bevölkerung möglich wäre. Gut vorstellen kann sich Roland König auch, dass bei Vorgesprächen mit der Stadt Brugg noch andere Gemeinden miteinbezogen werden.

Ihm ist es wichtig, dass die Bevölkerung offen und lösungsorientiert informiert wird. In einem ersten Schritt will der Gemeinderat Villnachern den Kontakt mit dem Stadtrat Brugg beantragen, «damit in Ruhe und überlegt die Zukunft geklärt werden kann».

Ebenfalls in diesem Jahr sollen zum Thema Feuerwehr mit der Stadt Brugg und der Feuerwehr Schenkenbergtal Gespräche über eine engere Zusammenarbeit geführt werden. «Als Gemeindebehörde sind wir verpflichtet, die Zukunft zu gestalten und nicht nur zu verwalten», hält König abschliessend fest.

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