Die Gemeinde Hausen hat eine neue Asylunterkunft gefunden. Der Privateigentümer der langjährigen kantonalen Asylunterkunft an der Hauptstrasse 62 hatte dem Kanton den Mietvertrag gekündigt, um das Haus abreissen zu lassen. In der alten Unterkunft wohnten teilweise bis zu 30 Personen. Darum musste die Gemeinde nach einer neuen Möglichkeit suchen, um Asylsuchende unterzubringen.

Fündig geworden ist man an der Hauptstrasse 30. Ein doppelstöckiges Bauernhaus, in dem vorher eine lokal bekannte, mittlerweile verstorbene Frau wohnte, soll nun Platz bieten für maximal 14 Personen. Gemeindeschreiber Christian Wernli sagt: «Im letzten Monat wurde das Bauernhaus, das vorher in einem desolaten Zustand war, renoviert.» Es sei eine Unterkunft für ausreisepflichtige Asylbewerber mit abgewiesenem Entscheid und müsse daher nicht einen ganz so hohen Standard haben, wie die Wohnungen, bei denen die Asylsuchenden noch auf einen Bescheid warten, betont der Gemeindeschreiber.

Zwei Familien unterbringen

Tatsächlich lässt es sich aber gut leben in dem alten Bauernhaus. Ein frischer Laminatboden, Waschmaschine und ein neuer Wandanstrich lässt die alte Wohnung in neuem Glanz erstrahlen. Geeignetes Mobiliar aus der alten Unterkunft darf auch ins neue Haus gezügelt werden. So werden beispielsweise der Herd oder die Betten vom alten Standort in die neue Wohnung gebracht. Laut Christian Wernli entstehen der Gemeinde Hausen durch die Renovation keine Kosten. Sämtliche Unterhaltsarbeiten werden vom Kanton vorgenommen und teilweise durch Asylsuchende selber ausgeführt. Das spart Kosten.

Der Kanton möchte insgesamt zwei Familien im Haus unterbringen. Diese Woche zieht bereits die erste sechsköpfige Familie aus Serbien ein. Laut Stephan Müller, Leiter Fachbereich Unterbringung und Betreuung Asyl vom Kanton Aargau, werden maximal 12 Personen in das Bauernhaus einziehen. «Die zweite Familie wird in den kommenden Tagen noch bestimmt, da die obere Wohnung aufgrund von Renovationsarbeiten noch nicht ganz bezugsbereit ist», so Stephan Müller.

Die aktuelle Aufnahmepflicht der Gemeinde Hausen ist derzeit bei sieben Personen. Somit erfüllt Hausen, sobald die zweite Familie eingezogen ist, weiterhin diese Pflicht und muss keine Ersatzabgaben zahlen. «Wir wollen natürlich weiterhin mit gutem Beispiel vorangehen. Ausserdem können wir uns so unnötige Ausgaben ersparen und zudem noch einen Mietzins erwirtschaften», sagt Christian Wernli. Die restlichen Asylsuchenden, die vorher in der Unterkunft leben konnten, sind nun vom Kanton in andere passende Unterkünfte des Asylbereiches umplatziert worden.