Gemeinderatswahlen
Diese acht Kandidierenden wollen in der neuen Gemeinde Böztal von Anfang an mitreden

Am 7. März wählt das Stimmvolk die fünfköpfige Exekutive für die künftige Fusionsgemeinde im oberen Fricktal, die ab 2022 an den Start geht. Die AZ hat bei den sieben Männern und der einzigen Frau nach dem Hintergrund und der Motivation gefragt.

Claudia Meier
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Im Gemeindehaus Hornussen wird sich ab 2022 die Verwaltung von Böztal befinden sowie der neue Gemeinderat zur Sitzung treffen.

Im Gemeindehaus Hornussen wird sich ab 2022 die Verwaltung von Böztal befinden sowie der neue Gemeinderat zur Sitzung treffen.

Bild: cm
(6. Januar 2020)

Am 1. Januar 2022 ist es soweit. Dann schliessen sich die vier Gemeinden Bözen, Effingen, Elfingen und Hornussen (BEEH)zur Fusionsgemeinde Böztal zusammen. Für die drei Erstgenannten bedeutet die Fusion den Wechsel vom Bezirk Brugg zum Bezirk Laufenburg. Bereits am 7. März finden die Gesamterneuerungswahlen für die Amtsperioder 2022–2025 statt.

Das Wappen der Gemeinde Böztal.

Das Wappen der Gemeinde Böztal.

Bild: zvg

Neben dem Gemeinderat werden dann auch die Mitglieder der Finanzkommission und der Regionalen Steuerkommission gewählt. Acht Kandidierende aus den vier Ortsteilen haben sich für einen Sitz im fünfköpfigen Gemeinderat angemeldet. Allen gemeinsam ist, dass sie keiner Partei (mehr) angehören.

«Es geht um die Umsetzung und Weiterentwicklung»

Doch wer sind die Kandierenden und was motiviert sie? Guy David aus Hornussen (53, verheiratet, zwei Töchter) ist von Beruf diplomierter Versicherungsfachmann. Er arbeitet als stellvertretender Leiter Schaden Transportversicherung. Seit 2010 sitzt er im Gemeinderat Hornussen und seit 2018 ist er Vizeammann.

Guy David ist aktuell Vizeammann von Hornussen.

Guy David ist aktuell Vizeammann von Hornussen.

Bild: zvg

Die Neugestaltung der Gemeinde ist für Guy David eine spannende Herausforderung, der er respektvoll begegnet: «Es geht um die Umsetzung und Weiterentwicklung der Inhalte aus dem Zusammenschlussvertrag.» Nicht der Ammann, sondern Guy David hat die Gemeinde Hornussen im BEEH-Projektausschuss und in der Steuerungsgruppe Böztal vertreten. Er will die Bedürfnisse der Bevölkerung ernst nehmen, einen gesunden Umgang mit den Finanzen pflegen, verständlich kommunizieren, für gute Rahmenbedingungen und mit der Verwaltung für ein gutes Arbeitsklima sorgen.

Der zweite amtierende Vizeammann auf der Kandidatenliste ist Roger Frey (53, verheiratet, zwei Söhne) aus Bözen. Er arbeitet als Chief Technology Officer (Technischer Direktor). Frey kandidiert als Gemeinderat, «um als Ortsbürger, der in Bözen aufgewachsen ist, Böztal zu einer attraktiven Gemeinde in allen Belangen zu entwickeln».

In Bözen ist Roger Frey seit 2018 Vizeammann Roger Frey.

In Bözen ist Roger Frey seit 2018 Vizeammann Roger Frey.

Bild: zvg

Er bezeichnet sich als unternehmerisch denkend und kommunikativ. Seine politische Karriere begann 2007 in Bonn (D) in einem privaten Kindergarten als Finanzvorstand. Nach der Rückkehr in die Schweiz 2015 war er als Schulpfleger in der Kreisschule Bözen-Elfingen aktiv und ab 2016 als Gemeinderat tätig. Seit 2018 ist Frey Vizeammann. Auch er ist Mitglied der Steuerungsgruppe der Fusion Böztal. Als Präsident der Elektrakommission setzte er sich für den Verkauf der Elektra Bözen ein.

«Versprochener Steuerfuss von 114% ist einzuhalten»

Gottfried Herzog (67, verheiratet, eine Tochter) ist seit 2018 Gemeinderat von Hornussen. Als Technischer Kaufmann ist er in Pension. Herzog ist aktuell Präsident der Musikgesellschaft Hornussen.

Gottfried Herzog ist Gemeinderat in Hornussen.

Gottfried Herzog ist Gemeinderat in Hornussen.

Bild: zvg

Zu seiner Motivation für die Kandidatur sagt er: «Gerne würde ich mich weiterhin für die Finanzen einsetzen. Auch wenn grössere Investitionen anstehen, der versprochene Steuerfuss von 114% ist einzuhalten.» Ebenso wichtig sei ihm ein gut funktionierendes Gesundheitswesen (Spitex, Spitäler, Altersheime). Er kennt die Region gut und hat Kontakte zu vielen Einwohnerinnen und Einwohnern. Herzog sagt:

«Deshalb setze ich mich dafür ein, dass Dorftraditionen aber auch neue Ideen des gesellschaftlichen Zusammenlebens durch die Gemeinde gefördert werden.»

Reto Kägi (39, verheiratet, drei Kinder) wohnt in Bözen, zieht aber im Juni nach Elfingen. Er gehört der Schulpflege und der Kreisschulpflege Bözen-Elfingen seit 2014 an und präsidiert die Schulpflege Bözen seit 2016.

Schulpfleger Reto Kägi zieht im Juni 2021 von Bözen nach Elfingen.

Schulpfleger Reto Kägi zieht im Juni 2021 von Bözen nach Elfingen.

Bild: zvg

Von Beruf ist er Maschinen-Ingenieur FH, Lehrbeauftragter für Fachkunde in einem Teilzeitpensum sowie selbstständig in den Bereichen Weiterbildung, Nachhilfe und Coaching. Zudem engagiert er sich als Hausmann. Reto Kägi bezeichnet sich als innovativ, offen und ehrlich.

Für den Gemeinderat Böztal kandidiert er, «um meine Arbeit in der Schulentwicklung weiterzuführen und der fusionierenden Schule einen guten Start zu ermöglichen».

«Ein neuer Gemeinderat braucht frischen Wind»

Mit 25 Jahren ist Mathias Pfister (ledig, keine Kinder) der jüngste Gemeinderatskandidat. Er hatte zwar bisher noch kein politisches Amt inne, hat aber bei den Zusammenschlussabklärungen Böztal in der Arbeitsgruppe Namen, Wappen und Vereine mitgewirkt.

Mathias Pfister aus Effingen wohnt in Bözen.

Mathias Pfister aus Effingen wohnt in Bözen.

Bild: zvg

Pfister ist Landschaftsgärtner und Landwirt. Er wohnt in Bözen, arbeitet in einem Garten- und Tiefbauunternehmen sowie auf dem elterlichen Hof in Effingen. Der Oberturner ist regional stark vernetzt und gehört der Feuerwehr Oberes Fricktal an. Auf die Frage, warum man ihn wählen sollte, sagt er: «Ich finde, eine neue Gemeinde mit neuem Gemeinderat braucht etwas frischen Wind.» Er werde noch lange hier leben und möchte im Namen der Jungen mit den Erfahrenen mitbestimmen.

Esther Röthlin (46, verheiratet, drei Kinder) ist seit bald zwei Jahren Gemeindeammann in Elfingen. Dadurch sitzt sie dem einzigen Gemeinderat im Kanton Aargau vor, der nur aus Frauen besteht. Bis zur Geburt der ersten Tochter war Röthlin beruflich als Stahlbaukonstrukteurin tätig.

Esther Röthlin steht aktuell in Elfingen dem einzigen Gemeinderat im Kanton Aargau vor, der nur aus Frauen besteht.

Esther Röthlin steht aktuell in Elfingen dem einzigen Gemeinderat im Kanton Aargau vor, der nur aus Frauen besteht.

Bild: zvg

In ihrer Video-Botschaft auf Facebook erzählt sie, wie ihr das politische Amt gefällt, weil man für die Gemeinde innert kurzer Zeit viel Positives bewirken kann. Die angefangenen Arbeiten möchte sie in der neuen Gemeinde weiterführen. Zudem betont sie: «Jedes Dorf hat seine Geschichte, sein Dorfleben und seine Traditionen. Es ist mir wichtig, dass jeder Bewohner zukünftig mit Stolz erwähnen kann, dass er in der Gemeinde Böztal zu Hause ist.»

Es braucht Bisherige in der Übergangsphase zur Grossgemeinde

Robert Schmid (51, verheiratet, drei Kinder) arbeitet als Fachlehrperson Werken an einer Oberstufe. Er ist seit 2014 Gemeindeammann von Bözen und seit 2017 im Vorstand des Planungsverbands Fricktal Regio.

Gemeindeammann Robert Schmid aus Bözen ist auch im Vorstand des Planungsverbands «Fricktal Regio».

Gemeindeammann Robert Schmid aus Bözen ist auch im Vorstand des Planungsverbands «Fricktal Regio».

Bild: zvg

Seine Kandidatur bezeichnet er als «die logische Weiterführung meiner bisherigen kommunalpolitischen Arbeit» (Verwaltung 3plus, Entwicklungskonzept und Fusionsprozess). In der ersten Legislatur von Böztal gelte es unter anderem, die neue Gemeinde zu konsolidieren und die Revision der Bau- und Nutzungsordnung aufzugleisen.

Als Mensch, der über Partei- und Ideologiegrenzen hinaus Brücken bauen kann, bezeichnet sich Andreas Thommen (55, verheiratet, drei Kinder). Der Ingenieur Agronom ETH und Gemeindeammann von Effingen hat viel politische Erfahrung, war früher Parteimitglied der Grünen.

In Effingen ist Andreas Thommen derzeit Gemeindeammann.

In Effingen ist Andreas Thommen derzeit Gemeindeammann.

Bild: zvg

Thommen arbeitet als Geschäftsführer der Vereinigung Umwelt und Bevölkerung (Ecopop) sowie als Hausmann. Für ihn ist Böztal eine Gemeinde mit viel Zukunftspotenzial. Es brauche in dieser Übergangsphase zur neuen Grossgemeinde Menschen, die schon vorher im Gemeinderat waren und die Abläufe kennen. Er betont:

«Die Finanzhilfen des Kantons aufgrund der Fusion dürfen nicht leichtfertig ausgegeben werden.»

Im ersten Wahlgang können alle Stimmberechtigten, nicht nur die offiziellen Kandidaten, aus dem Wahlkreis Böztal gültige Stimmen erhalten. Gemeindeammann und Vizeammann werden erst an der Urnenwahl vom 26. September gewählt.

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