Gemeindeversammlungen
Was die Stimmberechtigten im Bezirk Brugg beschlossen haben

In Auenstein, Birr, Effingen, Lupfig, Mönthal und Rüfenach haben Versammlungen stattgefunden. Während es in einer Gemeinde um einen Kredit von gegen 1 Million Franken ging, durfte sich das Stimmvolk in einem kleinen Dorf noch bei Wurst und Brot verpflegen.

Drucken
Teilen
Schule, Schulhaus, Gemeinde Rüfenacht, 2. Juni 2017.

Schule, Schulhaus, Gemeinde Rüfenacht, 2. Juni 2017.



Alex Spichale / BRU

Im Bezirk Brugg standen einige Stimmberechtigte vor der Frage, ob sie einen gemütlichen Sommerabend geniessen oder einen Beitrag in der kommunalen Politik leisten sollen. Mit den folgenden Themen haben sich die Stimmberechtigten befasst:

Auenstein: Kita nimmt die erste Hürde

Die 96 anwesenden von total 1193 Stimmberechtigten haben ein Herz für Familien: Sie genehmigten am Donnerstag mit 83 Ja zu 5 Nein den beantragten Kredit von 850'000 Franken für den Bau einer Kinderbetreuungseinrichtung neben dem Schulhaus Bündte. Dort soll neu ein Kita-Angebot mit Mittagstisch und Randstundenbetreuung geschaffen werden. Als Betreiber ist der Verein Erziehung und Bildung (VEB) vorgesehen. Das Projekt muss allerdings noch eine Hürde nehmen: Es ist am 21. Juni an der Ortsbürgergmeind traktandiert, weil diese Land im Baurecht abgeben soll. Ausserdem hat die Einwohnergmeind zwei Strassensanierungskredite (1,21 Mio. und 0,61 Mio. Franken) und ein Zusatzkredit für eine neue Wasserleitung (100000 Franken) gutgeheissen. Der Fusionsvertrag der Zivilschutzorganisationen Region Lenzburg und Region Seetal wurde auch bewilligt. (nro)

Birr: Schulzentrum kann saniert werden

Nach 70 Minuten war alles unter Dach und Fach an der Gmeind in Birr. Anwesend waren 42 von total 1970 Stimmberechtigten, was einer Stimmbeteiligung von 2,1% entspricht. Der Souverän hiess sämtliche Anträge einstimmig gut: Rechenschaftsbericht, Rechnung, die drei Kreditanträge für die Sanierung des Schulzentrums Nidermatt (Ersatz Storen, Umgestaltung Pausenplatz und Ersatz Schliessanlage) in der Höhe von insgesamt 440'000 Franken. Die Arena wird, so der Plan, aufgefüllt und in gleicher optischer Form zum Pausenplatz angeglichen und geteert. Am Rand sollen entlang des Gitterhags Quaderblöcke in Treppenform aufgeschichtet werden. Auch die Wasserleitung in der Sandgasse kann ersetzt werden. Der Kredit für den Netzverbund Birr-Lupfig beträgt 510'000 Franken und wurde einstimmig gutgeheissen. (cm)

Effingen: Grünes Licht für die Trottenackerstrasse

Ein halbes Jahr vor der Fusion zur Gemeinde Böztal haben die 36 Stimmberechtigte (von insgesamt 416) einem Kredit von 420'000 Franken für die Sanierung der Trottenackerstrasse inklusive Wasserleitung zugestimmt. Neben der Rechnung gab es auch ein Ja für die Verlegung der Wasserleitung Müli (70'000 Franken) und die Sanierung des Turnhallenbodens (60'000 Franken). Unter «Verschiedenes» orientierte der Gemeinderat Effingen über die geplante Struktur der Schulen Böztal, die aufgrund der Fusion als gemeinsame Schule weiterhin an drei Standorten geführt wird. Ebenso wurden Fragen aus dem Plenum zum geplanten Umbau des Gemeindehauses Böztal in Hornussen und dem Verkauf der Elektra Bözen beantwortet. Eine Viertelstunde vor der Einwohnergemeindeversammlung nahmen 11 von 46 Ortsbürger an der Ortsbürgerversammlung teil. Neben der Rechnung nahmen die Anwesenden den Rechenschaftsbericht des Försters zustimmend zur Kenntnis. (cm)

Lupfig: Widerstand bei der Teiländerung Kulturlandplan

Gleich über mehrere Kredite hatten die Lupfiger Stimmberechtigten – 64 respektive 3% von 2139 waren anwesend – am Freitagabend zu entscheiden. Einerseits ging es um den Betrag von 210'000 Franken für den Ersatz der Wasserleitung und die Absenkung der Strasse Hirterainli im Ortsteil Scherz (Hochwasserentlastung). Für die Instandstellung der Abwasserhaltungen in der Sandgasse beantragte der Gemeinderat 111'000 Franken. Beides wurde mit 62 Ja bei 2 Enthaltungen gutgeheissen. Ebenso der Kredit von 177'700 Franken (Kostenanteil Lupfig: 21'200 Franken) für die Sanierung der Abwasserleitung und des Pumpenschachtbauwerks beim Schwimmbad Schinznach. Ja sagte der Souverän zudem zur Jahresrechnung 2020 und zum Contracting-Vertrag mit der IBB Energie AG. Mehr Widerstand gab es bei der Teilnutzungsänderung Kulturlandplan (Materialabbau Humbelacher-Langsamstig). Bei der Abstimmung über den Kulturlandplan resultierten 37 Ja- zu 12 Nein-Stimmen bei 15 Enthaltungen. Beim Dienstbarkeitsvertrag 35 Ja- zu 12 Nein-Stimmen bei 17 Enthaltungen. (cm)

Mönthal: Landsgemeinde beim Brötliplatz

Im Stil einer Landgemeinde versammelten sich die 33 Stimmberechtigten (von total 290) am Freitagabend beim Brötliplatz Mönthal. Die Traktandenliste war kurz: Rechenschaftsbericht und Jahresrechnung 2020 sowie der Verpflichtungskredit über 100'000 Franken für die Hochwasserentlastung im Oberdorf wurden ohne Gegenstimme gutgeheissen. Die Gemeinde offerierte den Anwesenden eine Wurst, die sie im Sitzen über dem Feuer bräteln konnten. So konnte die Gemeinschaft gepflegt werden. Unter «Verschiedenes» informierte der Gemeinderat, dass er den Stimmberechtigten der Schulvertrag, über den die Partnergemeinde Remigen nächste Woche abstimmen wird, an der Wintergmeind im November zum Entscheid vorlegen wird. (cm)

Rüfenach: Ja zur Sanierung des Kindergartens

Es war ein grosser Brocken, über den die Stimmbürger von Rüfenach gestern Abend zu entscheiden hatten: 895'000 Franken für die Sanierung des Kindergartens. Mit 50 Ja- zu 5 Nein-Stimmen bei 12 Enthaltungen hiessen die 67 anwesenden (von 636) Stimmberechtigten den Antrag des Gemeinderats gut. Der Kindergarten aus den Siebzigerjahren soll ins Schulhaus integriert und der bestehende Holzbau abgebrochen werden. Zugestimmt hat das Stimmvolk auch der unveränderten Gemeinderatsbesoldung für die nächste Amtsperiode, der Jahresrechnung 2020 und der Anpassung des Stellenplafonds Schule. Unter «Verschiedenes» nutzten die Anwesenden die Gelegenheit Fragen zu stellen. Nach knapp zwei Stunden war die Gmeind zu Ende. (cm)

Aktuelle Nachrichten