Brugg-Windisch

Grünliberale machen Druck für durchgängige Radrouten

Auch die Gelegenheitsvelofahrer sollen sich sicher fühlen auf der Strasse.

Auch die Gelegenheitsvelofahrer sollen sich sicher fühlen auf der Strasse.

Mit einer Petition unter dem Titel «Ein rotes Band fürs Velo» werden durchgängige Verbindungen für die Region Brugg-Windisch gefordert.

Mit einem beherzten Antritt setzen sich die Grünliberalen des Bezirks Brugg für ein regionales Radroutennetz ein und lancieren unter dem Titel «Ein rotes Band fürs Velo» eine Petition.

Viele Menschen wären bereit, einen Teil ihrer Bewegungen in der Region mit dem Velo zu absolvieren, ist die Partei überzeugt. Dazu brauche es aber ein Netz an durchgehenden Verbindungen, auf denen sich auch die Gelegenheitsvelofahrerinnen und -fahrer sicher fühlen. Christoph Mühlhäuser, Präsident der GLP Hausen und Grossratskandidat, hofft, dass eine regionale Koordination stattfindet, denn: «Es mangelt an einer Gesamtsicht.» Von Hausen zum Bahnhof Lupfig, macht er ein Beispiel, sei es nicht weit, «aber es gibt keine direkte Verbindung».

Seither ist allerdings nichts geschehen

Der Planungsverband Brugg Regio gibt Mühlhäuser zu bedenken, habe immerhin vor fünf Jahren selber festgestellt, dass ein regionales Radroutennetz sinnvoll wäre. Die Ausarbeitung eines solchen wurde zwar im Regionalentwicklungskonzept in Aussicht gestellt. Seither sei allerdings nichts geschehen.

Bei der Stellungnahme zum Regionalen Gesamtverkehrskonzept Ostaargau (Oase) im letzten Winter sei zudem festgestellt worden, dass zwar Massnahmen für den Veloverkehr vorgesehen sind, aber erst für 2040, ergänzt Mühlhäuser. «Dabei gibt es Probleme, die wir seit Jahren vor uns herschieben, nicht nur die fehlenden Verbindungen beim Bahnhof Brugg.» Der Verkehr nehme zu, die Sicherheit für das Velo werde nicht besser.

Der Velo- und E-Bike-Boom in der Coronakrise habe das grosse Potenzial dokumentiert, fährt Mühlhäuser fort und verweist auf die Velocorsos von Pro Velo Brugg-Windisch diesen Sommer, um auf die unbefriedigende Situation aufmerksam zu machen. «Mit der Petition möchten wir jetzt Druck machen, damit es endlich vorwärtsgeht.» Oder anders ausgedrückt: Mühlhäuser erhofft sich, dass die Velorouten «nun ernsthaft» auf die Agenda kommen.

An kritischen Stellen braucht es rote Farbe

«Es geht darum, feinmaschig und über die Gemeindegrenzen hinaus Verbindungen zu den Arbeitsplätzen, zu Bildungsstätten, Freizeitanlagen, zum öffentlichen Verkehr und zu Einkaufszentren der Region zu schaffen», führt die Partei in ihrer Petition aus. Ziel sei es, ausserorts vorhandene Radwege innerorts weiterzuführen und die Lücken an neuralgischen Stellen zu schliessen, vor allem bei Bahn-, Fluss- und Autobahnquerungen. Ebenfalls im Auge haben die Grünliberalen die Entschärfung von Gefahrenherden wie Kreisel und Linksabbieger sowie die Schaffung zusätzlicher Veloabstellplätze. Kurz: Entstehen soll ein feingeknüpftes Netz. An kritischen Stellen wie Kreuzungen oder gefährlichen Übergängen seien die Veloverbindungen ausserdem mit roter Farbe zu markieren.

Konzept ist wo nötig mit Kanton abzustimmen

Die bereits auf dem Papier existierenden Ideen – zum Beispiel im Kommunalen Gesamtplan Verkehr Brugg-Windisch – sind gemäss den Grünliberalen zu überprüfen und zu integrieren. Wo nötig, sei das Konzept mit dem Kanton abzustimmen. Denn es fehlen, so die Partei, noch die kantonalen Vorzugsrouten für den überregionalen Verkehr und es gebe Lücken im überregionalen Netz wie beim Reussübergang an der A1-Brücke zwischen Baden-Dättwil und dem Birrfeld.

Auch seien oft Kantons­strassen innerorts betroffen, fügen die Grünliberalen an und nennen als Stichwort den Kreisel Baschnagel in Windisch. Anschliessend sei die Umsetzung des Konzepts von den Gemeinden zügig an die Hand zu nehmen.

Unterstützt werden kann die Petition auf der Onlineplattform www.petitio.ch/petitions/1KmDF. Angesprochen sind laut Christoph Mühlhäuser «alle die möchten, dass der Veloverkehr in der Region besser gefördert wird, dass er sicherer wird und durchgehend signalisierte Routen erhält».

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